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Psychische Gesundheit

Psychische Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung von Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und sozialer Teilhabe.

Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit sind weit verbreitet und reichen von leichten Einschränkungen des seelischen Wohlbefindens bis zu schweren psychischen Störungen. Sie gehen mit erheblichen individuellen und gesellschaftlichen Folgen einher und beeinflussen die körperliche Gesundheit und das Gesundheitsverhalten.

Aufgrund Ihrer weiten Verbreitung in der Bevölkerung haben insbesondere Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen und Demenzerkrankungen große Public Health-Relevanz.

Aktuelle Ergebnisse

Depressive Symptomatik im europäischen Vergleich

Der European Health Interview Survey (EHIS) ermöglicht, regelmäßig aktuelle Daten zur gesundheitlichen Lage im europäischen Vergleich darzustellen. Als ein Indikator für Depressionen wird im EHIS eine depressive Symptomatik gemäß Patient Health Questionnaire (PHQ-8) herangezogen. Für 25 der 28 EU-Mitgliedstaaten (ausgenommen Belgien, die Niederlande und Spanien) liegen gültige Daten zur depressiven Symptomatik aus den Jahren 2014-2015 (EHIS Welle 2) vor. Die Auswertung basiert auf insgesamt 254.510 teilnehmenden Personen (139.614 Frauen, 114.896 Männer) ab 15 Jahren. In Deutschland ist die Gesamtprävalenz mit 9,2% höher als der europäische Durchschnitt (6,6%). Bei Berücksichtigung des Schweregrads der depressiven Symptome zeigt sich jedoch nur hinsichtlich der Prävalenz einer leichten depressiven Symptomatik ein Unterschied zwischen Deutschland und dem EU-Durchschnitt (6,3% versus 4,1%), während schwere Symptome sich nicht bedeutsam unterscheiden. Frauen und jüngere Menschen haben in Deutschland häufiger und Männer sowie Ältere (ab 65 J.) seltener eine depressive Symptomatik.

Abbildung: Prävalenz depressiver Symptomatik bei Frauen und Männern in den EU-Mitgliedstaaten. Quelle: RKI

Weitere Informationen

Hapke U, Cohrdes C, Nübel J. Depressive Symptomatik im europäischen Vergleich – Ergebnisse des European Health Interview Survey (EHIS) 2. Journal of Health Monitoring. 2019;4(4):57-64. (PDF, 3 MB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm)

Prävalenz depressiver Symptomatik in Deutschland

Die Studien des Gesundheitsmonitorings zeigen, dass die Häufigkeit von Depression in der Bevölkerung über die Zeit nicht zunimmt. In der ambulanten Versorgung dagegen werden Depressionen in den vergangenen Jahren zunehmend häufiger diagnostiziert. Diese unterschiedlichen zeitlichen Entwicklungen können als Veränderungen im Inanspruchnahmeverhalten der Bevölkerung sowie einer veränderten Diagnose- und Kodierpraxis von Behandelnden diskutiert werden.

Die Frage der Übereinstimmung von Daten aus Befragungsstudien des Gesundheitsmonitorings mit Abrechnungsdaten aus dem Versorgungsgeschehen untersuchen wir vertieft im Forschungsprojekt „Optimierte Datenbasis für Public Mental Health: Daten-Linkage-Studie zur Aufklärung von Diskrepanzen zwischen Befragungs- und Routinedaten“.

Die Auswahl von Kennwerten, die für die Einschätzung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung besonders aussagekräftig sind, ist Gegenstand des Forschungsprojektes „Aufbau einer nationalen Mental Health Surveillance“.

Abbildung: Zeitliche Entwicklung der Häufigkeit von Depression. Quelle: RKIHäufigkeit von Depression in den letzten 12-Monaten – zeitliche Entwicklung in Bevölkerungsstudien und Versorgungsdaten

Quellen:

Robert Koch-Institut, Studie Bundes-Gesundheitssurvey 1998, Zusatzsurvey "Psychische Störungen“ (Erhebung 1997-1999) und Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, Zusatzmodul "Mental Health" (DEGS1-MH, Erhebung 2009-2012)

Zentralinstitut der Kassenärztlichen Versorgung in Deutschland, Abrechnungsdaten der ambulanten Versorgung der Jahre 2009 und 2017

Weitere Informationen (in Englisch)

Für die Ergebnisse aus Bevölkerungsstudien:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6302526/

Für die Ergebnisse aus Versorgungsdaten:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0165032719325716

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