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Zielgruppeneinstiege

Improving Health Monitoring in Old Age (IMOA)

Entwicklung eines Rahmenkonzepts zur Erweiterung des Indikatoren-gestützten Gesundheitsmonitorings für die Bevölkerung ab 65 Jahren

Logo des Forschungsprojekts Improving Health Monitoring in Old Age (IMOA)

In den Gesundheitssurveys des Robert Koch-Instituts (RKI) konnten bislang, wie in anderen bevölkerungsbezogenen Gesundheitsstudien (z. B. Deutscher Alterssurvey DEAS, Study of Health and Retirement SHARE) hochaltrige und körperlich oder kognitiv stark eingeschränkte ältere Menschen nicht oder nicht ausreichend eingeschlossen werden. Hochaltrige Menschen, darunter beispielsweise Menschen in Pflegeeinrichtungen, sind über die etablierte Surveymethodik nur sehr schwer erreichbar.

Darüber hinaus erfordert die Heterogenität der Bevölkerung ab 65 Jahren in Bezug auf Gesundheitszustand, körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit, Lebens­umstände, Autonomie und Lebensqualität ein hoch differenziertes Vorgehen sowie sorgfältig abzuwägende Erhebungsmethoden und Instrumente. Eine Verbesserung der stark begrenzten und fragmentierten Daten- und Informations­lage in Deutschland für den rasch wachsenden Anteil hochaltriger und pflege- oder unterstützungsbedürftiger älterer Menschen ist im Rahmen wissen­schaft­licher Bestandsaufnahmen und Gutachten wiederholt angemahnt worden.

Diese Verbesserung im Sinne einer kontinuierlichen, umfassenden und gleichzeitig zielgruppensensiblen Gesundheitsberichterstattung erfordert eine Weiterentwicklung bisheriger Surveymethoden und eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme zu bestehenden Datenlücken sowie zu den für unter­schiedliche Zielgruppen geeigneten Gesundheitsindikatoren und Daten­erhebungs­methoden.

Dies ist das Anliegen eines aktuellen Projekts IMOA am RKI. Für das Gesund­heits­monitoring des RKI soll im Rahmen des durch die Robert Bosch-Stiftung geförderten Projekts ein Rahmenkonzept zur Erweiterung des Indikatoren-gestützten Gesundheitsmonitorings in Deutschland für die Bevölkerung ab 65 Jahren entwickelt werden.

Das bereits existierende bundesweite Gesundheitsmonitoring des RKI soll hierdurch an die speziellen gesundheitlichen Bedarfe älterer Menschen in Deutschland in verschiedenen Lebenssituationen angepasst werden.

Allgemeine Projektziele

  • der Aufbau einer nachhaltigen und umfassenden Gesundheitsberichterstattung für die gesamte Bevölkerung ab 65 Jahren,
  • die Schließung bisherige Datenlücken, insbesondere im Hinblick auf die Situation gesundheitlich bereits eingeschränkter und ambulant oder in Institutionen gepflegter älterer Menschen und
  • die Abstimmung der Datenerhebung auf Zielgruppen mit besonderem Versorgungsbedarf.

Im Rahmen des Projekts erfolgen die Erarbeitung eines Rahmenkonzeptes und der methodischen Grundlagen in enger Abstimmung mit wissenschaftlichen Kooperationspartner/innen aus Gerontologie, Geriatrie, Pflegeforschung, Epidemiologie, Public Health und Surveymethodik.

Projektziele im Einzelnen

  1. Entwicklung von Kernindikatoren: Auswahl von Indikatoren, Instrumenten und Messmethoden für eine umfassende und gleichzeitig zielgruppensensible Gesundheitsberichterstattung in der Bevölkerung ab 65 Jahren.
  2. Weiterentwicklung des Stichproben- und Erhebungsdesigns: Entwicklung adaptiver Surveymethoden zur Einbindung bislang ausgeschlossener oder unterrepräsentierter Gruppen älterer Menschen.

Das Rahmenkonzept, die abgestimmten Indikatoren, die weiterentwickelte Surveymethodik und die Infrastruktur (SOPs, wissenschaftliche Netzwerke) bilden eine notwendige Voraussetzung für ein umfassendes und kontinuierliches Gesundheitsmonitoring und eine Gesundheitsberichterstattung, die der Heterogenität der Bevölkerung ab 65 Jahren gerecht werden.

Vorbehaltlich einer entsprechenden Finanzierung zum Ausbau des Gesund­heits­monitorings aus öffentlichen Mitteln sollen die Projektergebnisse genutzt werden, um bislang ausgeschlossene oder unterrepräsentierte Gruppen älterer Menschen in das bundesweite Gesundheitsmonitoring des RKI (2018-20) stufenweise mit einzubeziehen. Damit soll durch das Projekt sowohl für die Abteilung 2 als auch die Abteilungen 1 und 3 des RKI eine zukunftsfähige Infrastruktur für Daten­erhebungen bei Menschen im höheren und hohen Lebensalter geschaffen werden, einschließlich ambulant oder in Einrichtungen dauerhaft gepflegter älterer Menschen. Das Vorhaben wird in enger Zusammenarbeit zwischen Fachgebiet 25 (Körperliche Gesundheit) und Fachgebiet 23 (Monitoringstudien und Survey­methoden) durchgeführt.

Projektleitung

Dr. Judith Fuchs, Fachgebiet 25 „Körperliche Gesundheit“
Matthias Wetzstein, Fachgebiet 23 „Monitoringstudien und Surveymethoden“

Projektmitarbeiterinnen

Dr. Beate Gärtner, Fachgebiet 25 „Körperliche Gesundheit“
Dr. Maike Grube, Fachgebiet 25 „Körperliche Gesundheit“
Carmen Koschollek, Fachgebiet 23 „Monitoringstudien und Surveymethoden“
Dr. Denise Lüdtke, Fachgebiet 23 „Monitoringstudien und Surveymethoden“

Verantwortlich

Dr. Christa Scheidt-Nave, Fachgebiet 25 „Körperliche Gesundheit“
Dr. Antje Gößwald, Fachgebiet 23 „Monitoringstudien und Surveymethoden“

Kontakt

Bitte nutzen Sie das Kontaktformular, um dem Team von IMOA eine Nachricht zu senden. Alternativ können Sie auch eine E-Mail an IMOA(at)rki.de schicken.

Stand: 20.10.2017

Ausgewählte Publikationen

  • Fuchs J, Scheidt-Nave C et al. (2013): Indicators for healthy ageing – A debate.
    Int. J. Environ. Res. Public Health 10 (12): 6630–6644. Epub Dec 2. doi: 10.3390/ijerph10126630. mehr

  • Gaertner B, Seitz I, Fuchs J, Busch MA, Holzhausen M, Martus P, Scheidt-Nave C (2016): Baseline participation in a health examination survey of the population 65 years and older: who is missed and why?.
    BMC Geriatr. 16 (1): 21. Epub Jan 19. doi: 10.1186/s12877-016-0185-6. mehr

  • Lange C, Jentsch F, Allen J, Hoebel J, Kratz AL, von der Lippe E, Müters S, Schmich P, Thelen J, Wetzstein M, Fuchs J, Ziese T (2015): Data Resource Profile: German Health Update (GEDA) – the health interview survey for adults in Germany.
    Int. J. Epidemiol. 44 (2): 442-450. Epub May 15. doi: 10.1093/ije/dyv067. mehr

  • Scheidt-Nave C, Richter S, Fuchs J, Kuhlmey A (2010): Herausforderungen an die Gesundheitsforschung für eine alternde Gesellschaft am Beispiel „Multimorbidität“.
    Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 53 (5): 441-450. Epub Apr 9. doi: 10.1007/s00103-010-1052-9. mehr

  • Scheidt-Nave C, Kamtsiuris P, Gößwald A, Hölling H, Lange M, Busch MA, Dahm S, Dölle R, Ellert U, Fuchs J, Hapke U, Heidemann C, Knopf H, Laußmann D, Mensink GBM, Neuhauser H, Richter A, Saß AC, Schaffrath Rosario A, Stolzenberg H, Thamm M, Kurth BM (2012): German health interview and examination survey for adults (DEGS) – design, objectives and implementation of the first data collection wave.
    BMC Public Health 12 (1): 730. Epub Sep 1. doi: 10.1186/1471-2458-12-730. mehr

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