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Sozialer Status und soziale Ungleichheit

Der Einfluss des sozialen Status auf die Gesundheit und Lebenserwartung wird durch epidemiologische Studien regelmäßig bestätigt.

Personen mit niedrigem Sozialstatus sind vermehrt von chronischen Krankheiten, psychosomatischen Beschwerden, Unfallverletzungen sowie Behinderungen betroffen. Sie schätzen ihre eigene Gesundheit schlechter ein und berichten häufiger von gesundheitsbedingten Einschränkungen in der Alltagsgestaltung.

Infolge dessen haben sie einen höheren Bedarf an Leistungen des medizinischen Versorgungssystems und an sozialer Absicherung im Krankheitsfall. Die Effekte der sozialen Benachteiligung kumulieren im Lebensverlauf und finden demzufolge auch in der vorzeitigen Sterblichkeit einen deutlichen Ausdruck.

Aktivitäten am RKI

Die soziale Ungleichheit der Gesundheitschancen und Erkrankungsrisiken ist ein Themenschwerpunkt der epidemiologischen Forschung und Gesundheitsberichterstattung am Robert Koch-Institut (RKI).

Die Daten des Gesundheitsmonitorings werden regelmäßig nach dem sozialen Status ausgewertet. Dazu wird meist auf einen am RKI entwickelten Index zurückgegriffen, der auf Angaben zum Bildungsniveau, zur beruflichen Stellung und zur Einkommenssituation basiert.

Darüber hinaus werden weiterführende Betrachtungen unter Berücksichtigung von beispielsweise dem Erwerbsstatus, der Lebensform oder der Wohnregion angestellt.

Im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung wird das Thema soziale Ungleichheit und deren Auswirkungen auf die Gesundheit auch anhand externer Datenquellen, wie zum Beispiel dem Sozio-oekonomischen Panel oder dem Mikrozensus, bearbeitet.

Forschungsprojekte und Kooperationen

Das RKI ist im wissenschaftlichen Gutachterkreis für die Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung vertreten. In diesem Zusammenhang hat das RKI wiederholt Forschungsprojekte durchgeführt, deren Ergebnisse in die Armuts- und Reichtumsberichte eingeflossen sind.

Die Ergebnisse dieser Projekte und der Aktivitäten im Rahmen der GBE haben zudem Eingang in andere Berichtswesen gefunden, z.B. die Sozialberichterstattung (Datenreport) und die Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen.

Neben zahlreichen Kooperationen mit Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen ist die AG Sozialepidemiologie, als gemeinsame Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie, der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention sowie der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie eine wichtige Plattform für externe Kooperationen.

Ausgewählte Publikationen

Soziale Ungleichheit von Lärmbelästigung und Straßenverkehrsbelastung – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)

Laußmann D, Haftenberger M, Lampert T, Scheidt-Nave C (2013) Bundesgesundheitsblatt · 56(5/6):822-831 · DOI 10.1007/s00103-013-1668-7

Sozioökonomischer Status und Gesundheit – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)

Lampert T, Kroll LE, von der Lippe E, Müters S, Stolzenberg H (2013) Bundesgesundheitsblatt · 56(5/6):814-821 · DOI 10.1007/s00103-013-1695-4

Messung des sozioökonomischen Status in der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)

Lampert T, Kroll LE, Müters S, Stolzenberg H (2013) Bundesgesundheitsblatt · 56(5/6):631-636 · DOI 10.1007/s00103-012-1663-4

Messung des sozioökonomischen Status in der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA)

Lampert T, Kroll LE, Müters S, Stolzenberg H (2013) Bundesgesundheitsblatt · 56(1):131–143 · DOI 10.1007/s00103-012-1583-3

Gesundheitliche Ungleichheit im Jugendalter – Welche Bedeutung kommt der Schulbildung zu?

Lampert T, Kuntz B (2012) in: Brähler E, Kiess J, Schubert C et al. (Hrsg) Gesund und gebildet: Voraussetzungen für eine moderne Gesellschaft. Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen, S 204-229

Armut und Gesundheit.

Lampert T (2011). In: Schott T, Hornberg C (Hrsg.), 20 Jahre Public Health in Deutschland: Bilanz und Ausblick. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S 575-597.

Soziale Ungleichheit und Gesundheit im Kindes- und Jugendalter

Lampert T (2011) Pädiatrie up2date · 6(2): 119–142 · DOI: 10.1055/s-0030-1256502

Changing health inequalities in Germany from 1994 to 2008 between employed and unemployed adults

Kroll LE, Lampert T (2011) International Journal of Public Health · 56(3): 329–339 · DOI 10.1007/s00038-011-0233-0

Unemployment, Social Support and Health Problems: Results of the GEDA study in Germany, 2009

Kroll LE, Lampert T (2011) Dtsch Arztebl Int 108 (4): 47–52

Soziale Determinanten des Tabakkonsums bei Erwachsenen in Deutschland

Lampert T (2010) Bundesgesundheitsblatt · 53:108–116 · DOI 10.1007/s00103-009-1014-2

Smoking, Physical Inactivity, and Obesity: Associations With Social Status

Lampert T (2010) Dtsch Arztebl Int 107(1-2): 1-7. DOI: 10.3238/arztebl.2010.0001

Socioeconomic Factors and Obesity

Kuntz B, Lampert T (2010) Dtsch Arztebl Int 107(30): 517-22. DOI: 10.3238/arztebl.2010.0517

Die Messung des sozioökonomischen Status in sozialepidemiologischen Studien.

Lampert T, Kroll LE (2009) In: Richter M, Hurrelmann K (Hrsg) Gesundheitliche Ungleichheit. Grundlagen, Probleme, Perspektiven. 2., aktualisierte Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, S 309-334

Soziale Ungleichheit der Lebenserwartung in Deutschland

Lampert T, Kroll LE, Dunkelberg A (2007) Aus Politik und Zeitgeschichte 42: 11–18

Soziale Ungleichheit des Rauchverhaltens in Deutschland

Lampert T, Thamm M. (2004) Bundesgesundheitsblatt · 47:1033–1042 · DOI 10.1007/s00103-004-0934-0

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