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Handreichung des Robert Koch-Instituts für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Empfehlungen zum Umgang mit Personen mit der Meldung "erhöhtes Risiko" einer SARS-CoV-2-Infektion entsprechend der Corona-Warn-App

1. Hintergrund

Ab dem 16. Juni 2020 steht die Corona-Warn-App (CWA) zur freiwilligen Nutzung zur Verfügung. Die CWA kann einen wichtigen Beitrag zum frühzeitigen Unterbrechen der Infektionsketten leisten. Sie hilft Risiko-Begegnungen mit Corona-positiv getesteten Personen zu erkennen, beispielsweise in Alltagssituationen wie Restaurantbesuchen oder längeren Aufenthalten in öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie kann damit eine wichtige Ergänzung zur Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter sein.

Die Corona-Warn-App benachrichtigt die Nutzerin/den Nutzer, wenn sie sich in der Vergangenheit für eine bestimmte Zeit in der Nähe einer Corona-positiven Person aufgehalten haben. Je nach Art der Risiko-Begegnung mit einer Corona-positiven Person wird das Infektionsrisiko bewertet. Die App unterscheidet zwischen niedrigem und erhöhtem Risiko und gibt gleichzeitig Handlungsempfehlungen. Bei der Meldung erhöhtes Infektionsrisiko wird der Nutzerin/dem Nutzer der Tag der Risiko-Begegnung mitgeteilt.

Bei erhöhtem Infektionsrisiko erhält die Nutzerin/der Nutzer eine Mitteilung in der CWA, sich, wenn möglich, nach Hause zu begeben und Begegnungen zu reduzieren sowie Verhaltenshinweise bei auftretenden Symptomen zu beachten. Die Nutzerin bzw. der Nutzer wird aufgefordert, weitere Schritte mit der Hausärztin/dem Hausarzt, dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst bzw. dem örtlichen Gesundheitsamt abzustimmen.

2. Handlungs­empfehlungen zum Umgang mit Personen mit der Meldung "erhöhtes Risiko" einer SARS-CoV2-Infektion entsprechend der Corona-Warn-App

2.1. Symptomatische Patientinnen/Patienten

Patientinnen/Patienten mit CWA-Warnung und Symptomen einer SARS-CoV-2-Infektion sollen genau wie symptomatische Patientinnen / Patienten mit Kontakt mit bestätigtem Fall ärztlich behandelt werden:

  • Patientinnen/Patienten mit CWA-Warnung und Symptomen einer SARS-CoV-2-Infektion soll eine sofortige PCR-Testung auf SARS-CoV-2 unbedingt empfohlen werden.
  • Die/der behandelnde Ärztin/Arzt soll der Patientin/dem Patienten folgende Hinweise geben:

    • Ein negatives PCR-Testergebnis schließt eine Infektion zum Zeitpunkt der Testung nicht sicher aus. Bei weiterhin bestehendem klinischem Verdacht, kann eine erneute Testung notwendig sein.
    • Einhaltung der AHA-Regeln. A: Abstand halten (mind. 1,5 m), H: Hygiene beachten (Hust- und Niesregeln, Händewaschen), A: Alltagsmasken tragen.
    • Reduktion der Kontakte für 14 Tage seit letzter aufgezeichneter Risiko-Begegnung.
    • Meldung an das zuständige Gesundheitsamt als meldepflichtiger Verdachtsfall.

2.2. Asymptomatische Personen mit CWA-Meldung "Erhöhtes Risiko"

2.2.1. Empfehlungen zum Gespräch in der Praxis für die Einschätzung eines relevant erhöhten Infektions- oder Weiterverbreitungsrisikos

Mit Personen mit CWA-Warnung "Erhöhtes Risiko" jedoch ohne Symptome soll ein ärztliches Gespräch geführt werden, in dem versucht wird, die Kontaktsituation und das Weiterverbreitungsrisiko zu klären:

  • Bestand am Tag der letzten Risiko-Begegnung entsprechend CWA-App ein enger Kontakt mit einer oder mehreren Personen (z.B. mind. 15 min Kontakt mit zugewandten Gesichtern und Abstand unter 1,5 m) ggf. auch in der Öffentlichkeit z.B. Teilnahme an Feierlichkeiten oder ähnliches?
  • Hat die gewarnte Person Kontakte mit Risikogruppen? Dies ist z.B. bei Personen der Fall, die in medizinischen, Alten- oder Pflegeeinrichtungen tätig sind oder in einem Haushalt mit Risikogruppen (ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen) leben.
  • Arbeitet die Person im pädagogischen Bereich, wie z.B. Kitas oder Schulen oder in anderen Gemeinschaftseinrichtungen oder in Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung oder sonstige Massenunterkünften wie z.B. im Justizvollzug.

2.2.2. Entscheidung über Testveranlassung

Wenn die Ärztin/der Arzt zum Schluss kommt, dass ein relevant erhöhtes Infektions- oder Weiterverbreitungsrisiko besteht oder die Kontaktsituation aufgrund fehlender Informationen unklar ist, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Anbieten einer sofortigen PCR-Testung auf SARS-CoV-2 mit dem Hinweis, dass ein negatives PCR-Testergebnis eine erfolgte Übertragung und Infektion zum Zeitpunkt der Testung nicht ausschließt.
  • Einhaltung der AHA-Regeln. A: Abstand halten (mind. 1,5m), H: Hygienebeachten (Hust- und Niesregeln, Händewaschen), A: Alltagsmasken tragen.
  • Reduktion der Kontakte für 14 Tage seit letzter aufgezeichneter Risiko-Begegnung.
  • Hinweis, dass die Person sich persönlich als Person mit relevant erhöhtem Risiko oder unklarem Risiko beim örtlichen Gesundheitsamt melden soll. Nur das Gesundheitsamt kann eine mögliche Quarantäne anordnen.
  • Keine Meldung als Verdachtsfall

Wenn die Ärztin/der Arzt zum Schluss kommt, dass trotz der CWA-Meldung "erhöhtes Risiko" kein relevant erhöhtes Infektions- oder Weiterverbreitungsrisiko besteht, sind folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Keine Durchführung einer PCR-Testung auf SARS-CoV-2.
  • Einhaltung der AHA-Regeln. A: Abstand halten (mind. 1,5 m), H: Hygienebeachten (Hust- und Niesregeln, Händewaschen), A: Alltagsmasken tragen.
  • Reduktion der Kontakte für 14 Tage seit letzter aufgezeichneter Risiko-Begegnung.
  • Keine Meldung als Verdachtsfall.

Stand: 24.06.2020

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