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Risikobewertung zu COVID-19

Änderungen gegenüber der Version vom 29.6.2022: Herabstufung auf „moderat“; redaktionelle Anpassungen.

Risikobewertung

Das Robert Koch-Institut schätzt die derzeitige Gefährdung durch COVID-19 für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als moderat ein. Übertragung, Krankheitsschwere und Ressourcenbelastung des Gesundheitswesens durch COVID-19 gehen zurück.

Dies liegt unter anderem an einer geringeren Krankheitsschwere der durch die aktuell in Deutschland vorherrschenden Omikron-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten Infektionen. Darüber hinaus besteht durch Infektion, aber vor allem Impfung eine breite Bevölkerungsimmunität. Aktuell tragen jedoch zusätzlich zu COVID-19 die epidemische Ausbreitung von saisonaler Influenza und RSV-Erkrankungen (Respiratorischen Synzytialviren) in der Bevölkerung zur Krankheitslast durch akute respiratorische Erkrankungen bei. Die weitere Entwicklung dieser Situation muss bei der Bewertung der Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung insgesamt und fortlaufend berücksichtigt werden. Bei einer Verschlechterung der Situation (etwa durch das Auftreten einer neuen Variante von SARS-CoV-2 mit veränderten Eigenschaften) ist eine Wiederhochstufung der Risikobewertung nicht ausgeschlossen.

Verschiedene Gruppen der Bevölkerung sind unterschiedlich stark von akuten Atemwegserkrankungen (ARE) betroffen. Insbesondere ältere Menschen und Menschen mit besonderen Risiken aufgrund chronischer Erkrankungen sind nach wie vor am stärksten durch schwere COVID-19-Erkrankungen gefährdet; in jüngeren Altersgruppen dominieren andere Erreger.

Ziel ist es, vermeidbare schwere Erkrankungen und Todesfälle sowie mögliche Langzeitfolgen durch COVID-19 zu minimieren und weiterhin allen Menschen die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Hintergrund

SARS-CoV-2 zirkuliert weiterhin in der Bevölkerung. Das Virus kann sich verbreiten, wo Menschen ohne Schutzmaßnahmen zusammenkommen, insbesondere in geschlossenen Räumen. Der Anteil schwerer Erkrankungen und Todesfälle ist jedoch nicht mehr so hoch wie in früheren Erkrankungswellen der COVID-19-Pandemie. Das größte Risiko für schwere Erkrankungen betrifft Menschen höheren Alters, mit Vorerkrankungen oder unzureichendem Immunschutz. Insbesondere der Eintrag von Infektionen in Alten- und Pflegeheime und in Krankenhäuser sollte daher weiterhin soweit wie möglich vermieden werden. Auch die Erreger von Influenza und RSV-Erkrankungen verbreiten sich bei direktem Kontakt, insbesondere in Innenräumen, effektiv von Mensch zu Mensch.

Jüngere, gesunde Menschen haben zwar ein geringeres Risiko für schwere Erkrankungen und Todesfälle, können jedoch weiterhin Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion entwickeln. Die Vermeidung einer Infektion ist damit grundsätzlich sinnvoll.

Empfehlungen

Bei Symptomen einer neu auftretenden Atemwegserkrankung wie z.B. Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten wird – unabhängig vom Impfstatus und Erregernachweis – weiterhin empfohlen, Kontakte zu meiden und bei Bedarf die hausärztliche Praxis zu kontaktieren. Diese Empfehlung gilt für alle akuten Atemwegserkrankungen. Aktuelle Empfehlungen des Bundes für nachweislich mit SARS-CoV-2 infizierte Personen sowie ihre engen Kontaktpersonen finden sich unter: www.rki.de/covid-19-absonderung.

Die Impfung gegen COVID-19 bietet einen guten Schutz vor schwerer Erkrankung und Hospitalisierung durch COVID-19, dies gilt auch für die Omikron-Variante. Die Schließung von Impflücken und Auffrischimpfungen entsprechend den STIKO-Empfehlungen (www.rki.de/covid-19-impfempfehlung) sind daher weiterhin sehr wichtig. Ein besonders guter Schutz scheint bei Vorliegen einer hybriden Immunität (Impfung plus Infektion) zu bestehen, weshalb auch weiterhin ungeimpften Menschen empfohlen wird, sich impfen zu lassen.

Die Schutzwirkung der COVID-19-Impfung und Infektion gegenüber einer (neuen) Erkrankung lässt allerdings nach wenigen Monaten nach, sodass es weiterhin sinnvoll ist, zur Reduktion des Infektionsrisikos Abstand zu halten, Hygiene zu beachten, in Innenräumen Masken zu tragen und regelmäßig zu lüften. Diese allgemeinen Maßnahmen helfen auch gegen Übertragungen anderer akuter Atemwegserreger und reduzieren die Krankheitslast durch ARE insgesamt. Zum Schutz vor schweren Erkrankungen durch Influenza steht ebenfalls eine Schutzimpfung zur Verfügung, die entsprechend der Empfehlungen der STIKO auch noch zum jetzigen Zeitpunkt umgesetzt werden sollte. Für besonders gefährdete Gruppen stehen darüber hinaus Arzneimittel zur Behandlung von COVID-19, zur Prävention und Behandlung der Influenza sowie eine passive Immunisierung gegen RSV für Säuglinge und Kinder entsprechend der Empfehlungen der Fachgesellschaften zur Verfügung.

Übertragbarkeit

SARS-CoV-2 ist sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Übertragung durch Tröpfchen und Aerosole spielt eine besondere Rolle – v.a. in Innenräumen. Das Infektionsrisiko kann wirksam durch das individuelle Verhalten (s.o.) reduziert werden. Untersuchungen zeigen, dass auch die Impfungen das Risiko von Übertragungen reduzieren, insbesondere in den ersten Wochen nach einer Impfung. Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit der Übertragung haben neben Verhalten und Impfstatus auch die regionale Verbreitung und die Lebensbedingungen.

Krankheitsschwere von COVID-19

Bei der überwiegenden Zahl der Infektionen führt SARS-CoV-2 nicht zu einem schweren Krankheitsverlauf. Die durch die derzeit vorherrschenden Sublinien der Omikron-Variante verursachten Erkrankungen gehen, im Vergleich mit Infektionen durch vorher vorherrschende Varianten, mit einem geringeren Hospitalisierungsrisiko einher. Auch das Risiko, an COVID-19 zu versterben, ist deutlich geringer. Generell können bei SARS-CoV-2-Infektionen Symptome unterschiedlicher Krankheitsschwere auftreten. Langzeitfolgen (Long-COVID-19) können auch nach leichten Verläufen auftreten. Es kann jedoch auch ohne bekannte Vorerkrankungen und andere Risikofaktoren zu schweren oder lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen kommen. Die Wahrscheinlichkeit für schwere und tödliche Krankheitsverläufe steigt mit zunehmendem Alter und bei bestehenden Vorerkrankungen. Durch frühzeitige ärztliche Konsultation können individuell therapeutische Möglichkeiten in der Frühphase der Erkrankung geprüft werden (z.B. antivirale Therapie). Die Therapie schwerer Krankheitsverläufe ist komplex und die zur Verfügung stehenden Therapieansätze haben sich in klinischen Studien als wirksam erwiesen. Die größte Risikominimierung hinsichtlich eines schweren Verlaufs wird durch die Impfung gegen COVID-19 erreicht. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion wird zudem durch die Einhaltung von Infektionsschutzmaßnahmen, insb. dem Tragen einer Maske, reduziert.

Ressourcenbelastung des Gesundheitssystems

Die Belastung des Gesundheitssystems hängt maßgeblich von der regionalen Verbreitung, den betroffenen Bevölkerungsgruppen, der Zahl schwerer Erkrankungen, den vorhandenen Kapazitäten (z.B. Personalsituation), anderen Belastungen (z.B. durch eine hohe Influenza/RSV-Aktivität), Gegenmaßnahmen (z.B. Isolierung) sowie der Impfquote ab. Da die verfügbaren Impfstoffe einen guten Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung bieten, ist grundsätzlich davon auszugehen, dass eine hohe Impfquote zu einer Entlastung des Gesundheitssystems beiträgt. Aktuell trägt die epidemiologische Situation durch RSV und Influenza zur Belastung des Gesundheitssystems bei.

Grundsätzliche Aspekte der Strategie zur Pandemiebewältigung

Die drei Säulen der Strategie zur Bekämpfung von COVID-19 bestehen in Reduktion der Übertragung, Protektion (Schutz vulnerabler Gruppen, u.a. durch Impfung) und Milderung der Erkrankungsfolgen. Die Erfassung der Zahl schwerer Erkrankungen und Maßnahmen zum Schutz vulnerabler Gruppen haben in der aktuellen Situation der Pandemie weiterhin eine wichtige Bedeutung. Bei der Bewältigung der Pandemie wirken die verschiedenen Maßnahmen der Strategie zusammen und verstärken sich gegenseitig. COVID-19 trägt dauerhaft zur Krankheitslast der akuten respiratorischen Erkrankungen bei. Es wird weiterhin nötig bleiben, das Krankheitsgeschehen zu reduzieren, v.a. während der Saison akuter respiratorischer Erreger. Jede Bürgerin / jeder Bürger bzw. jede Einrichtung kann durch Reduktion der persönlichen Kontakte bei Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung, Nutzen der Impfungen (COVID-19 / Influenza) und durch Einhaltung von allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich zur Verhinderung von Erkrankungen und damit einhergehenden Langzeitfolgen beitragen.

Grundprinzipien der Risikobewertung des RKI

Das RKI passt seine Risikobewertung anlassbezogen und situativ unter Berücksichtigung der aktuellen Datenlage an. Dazu gehören:

  • Übertragbarkeit: Fallzahlen und Trends in Deutschland und in anderen Staaten
  • Krankheitsschwere: Anteil schwerer, klinisch kritischer und tödlicher Krankheitsverläufe sowie Langzeitfolgen von COVID-19 in Deutschland und in anderen Staaten
  • Ressourcenbelastung des Gesundheitssystems (ambulante und stationäre Versorgung, intensivmedizinische Kapazität) in Deutschland und in anderen Staaten unter Berücksichtigung der jeweils getroffenen Maßnahmen sowie aller Möglichkeiten der Prävention und Kontrolle

Die Risikobewertung ist die Beschreibung und Einschätzung der aktuellen Situation für die Bevölkerung in Deutschland. Die Risikowahrnehmung in der Bevölkerung fließt nicht in die Risikobewertung des RKI ein. Siehe auch Grundlagen für die Risikoeinschätzung des RKI.

Stand: 02.02.2023

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