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Serologische Untersuchungen von Blutspenden auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 (SeBluCo-Studie)

Zwischenauswertung Datenstand 30.06.2020

Zusammenfassung

Die Erfassung des Anteils der Bevölkerung, der bereits Kontakt zu SARS-CoV-2 hatte, ist wichtig, um den weiteren Verlauf der Epidemie in Deutschland abzuschätzen und Maßnahmen zum Bevölkerungsschutz zu planen.

Deshalb wurde bereits im März 2020 vom Robert Koch-Institut eine Studie geplant, die in der Lage ist, schnell Daten von einer großen Anzahl an Personen in Deutschland auf das Vorliegen von Antikörpern zu erheben und so wertvolle Daten zu liefern, mit deren Hilfe sich abschätzen lässt, wie weit SARS-CoV-2 bereits in der Bevölkerung verbreitet ist. In Zusammenarbeit mit 13 Blutspendediensten konnte so bereits ab April mit der kontinuierlichen Gewinnung von Blutproben Erwachsener aus ganz Deutschland begonnen werden. Diese wurden mittels IgG-ELISA auf das Vorliegen von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 untersucht (Seropositivität). Bislang wurden ca. 20% des vorgesehenen Studienumfangs getestet. Mit Datenstand vom 30.6.2020 wurde eine Zwischenauswertung von ca. 12.000 Proben durchgeführt, die folgende Kernergebnisse erbrachte:

Wo stehen wir in dieser Pandemie?

  • Der Anteil von seropositiven Personen unter blutspendenden Erwachsenen ist mit 1,3 % gering.
  • In der bisher in einem ergänzenden Neutralisationstest untersuchten Stichprobe hatten 30% der im ELISA positiv getesteten Personen auch nachweisbare neutralisierende Antikörper. Diese Untersuchungen sind noch nicht vollständig, so dass der Anteil von Personen mit nachweisbaren neutralisierenden Antikörpern noch nicht endgültig abgeschätzt werden kann.

Wie verteilt sich die Durchseuchung nach Geschlecht, Alter und Ort?

  • Männer (1,8%) waren signifikant häufiger von SARS-CoV-2-Infektionen betroffen als Frauen (0,8%).
  • Es wurden Unterschiede in der Altersverteilung der Seropositiven erkennbar. Die Gruppe der 40-49-Jährigen war am wenigsten betroffen. Im Vergleich dazu waren Personen der Altersgruppen 20-24 Jahre, 25-29 Jahre, 30-39 Jahre und 50-59 Jahre signifikant häufiger seropositiv.
  • Die Regionen Freiburg und München-Ost haben den höchsten Anteil an Seropositiven.

Ist eine zweite Erkrankungswelle zu erwarten?

  • Aufgrund der niedrigen Prävalenz von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 in der untersuchten Stichprobe ist vermutlich ein Großteil der Bevölkerung weiterhin für eine Infektion empfänglich. Somit könnte bei erneutem Anstieg der Übertragungen auch eine weitere Infektionswelle auftreten.
  • Dies ist ein Zwischenergebnis und daher erlauben die Daten noch keine verlässliche Abschätzung der zeitlichen und regionalen Entwicklung der Durchseuchung der untersuchten Population.
  • Die deutschlandweite Testung wird bis Ende September alle 14 Tage in der Gruppe der spendenden Personen wiederholt und fortlaufend ausgewertet. Eine zeitliche und räumliche Abschätzung der Entwicklung des Nachweises von spezifischen Antikörpern wird dann möglich sein.

Kooperationspartner der Studie:

DRK-Blutspendedienst West; Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit Blutbank; Universität Greifswald, Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin; Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Zentrum für Transfusionsmedizin und Hämotherapie; Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Institut für Transfusionsmedizin; Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Institut für Transfusionsmedizin; Universitätsklinikum Essen, Institut für Transfusionsmedizin; Haema AG; Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes; DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen, Herz- und Diabetes-Zentrum Nordrhein-Westfalen, Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin, Bad Oeynhausen; DRK-Blutspendedienst NSTOB; Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Transfusionsmedizin und Gentherapie; Nationales Konsiliarlabor für Coronaviren - Institut für Virologie, Charité, Berlin; Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Medizinische Virologie

Stand: 13.07.2020

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