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Serologische Untersuchungen von Blutspenden auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 (SeBluCo-Studie)

Zwischenauswertung Datenstand 05.11.2020

Zusammenfassung

Die Erfassung des Anteils der Bevölkerung, der bereits Kontakt zu SARS-CoV-2 hatte, ist wichtig, um den weiteren Verlauf der Epidemie in Deutschland abzuschätzen und Maßnahmen zum Bevölkerungsschutz zu planen.

In der SeBluCo-Studie untersucht das RKI in Kooperation mit 13 Blutspendediensten und zwei virologischen Instituten seit April in 28 Regionen bundesweit alle 14 Tage ca. 5.000 Proben von Blutspenderinnen und Blutspendern auf das Vorliegen von Antikörpern gegen SARS-CoV-2.

Diese werden mittels IgG-ELISA auf das Vorliegen von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 untersucht (Seropositivität). Bislang wurden ca. 80% des vorgesehenen Studienumfangs getestet und ausgewertet. Mit Datenstand vom 05.11.2020 wurde eine Zwischenauswertung von knapp 50.000 Proben durchgeführt, die folgende Kernergebnisse erbrachte:

Wo stehen wir in dieser Pandemie?

  • Der Anteil von Personen mit spezifischen Antikörpern gegen SARS-CoV-2 unter blut-spendenden Erwachsenen ist mit 1,35 % weiterhin gering. Dabei wurde eine Anpassung für die Testperformance berücksichtigt. Die nicht adjustierte Prävalenz (krude Prävalenz) beträgt 1,78%.
  • Bisher liegen von 87% der initial im ELISA positiv getesteten Proben (759/873) Ergebnisse aus den ergänzenden Neutralisationstests vor. Von diesen hatten ca. 35% (263/759) auch nachweisbare neutralisierende Antikörper.

Wie verteilt sich die Durchseuchung nach Geschlecht, Alter und Ort?

  • Die Seroprävalenz war bei Männern signifikant höher als bei Frauen (1,66 bzw. 0,96%).
  • Es wurden Unterschiede in der Altersverteilung der Seropositiven erkennbar. Die drei jüngsten Altersgruppen (18-29 Jahre) der SeBluCo-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer zeigen nach Auswertung von ca. 80% der erwarteten Studiendaten die höchste adjustierte Prävalenz.
  • Die Regionen Bayern Süd-Ost und Freiburg haben weiterhin den höchsten Anteil an Seropositiven.

Wie wird der weitere Verlauf der Pandemie in Deutschland sein?

  • Aufgrund der niedrigen Prävalenz von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 in der untersuchten Stichprobe ist vermutlich ein Großteil der Bevölkerung weiterhin für eine Infektion empfänglich. Somit könnten im Rahmen des aktuellen Anstiegs der Infektionszahlen noch ein großer Anteil der Bevölkerung infiziert werden.
  • Bislang wurden bereits 48.976 Proben und damit ca. 80% des vorgesehenen Studienumfangs untersucht. Eine vorläufige Abschätzung zur zeitlichen und regionalen Entwicklung der Durchseuchung der untersuchten Population ist jetzt möglich.
  • Die deutschlandweite Testung wird in der aktuellen Förderperiode bis Mitte November alle 14 Tage in der Gruppe der spendenden Personen wiederholt und fortlaufend ausgewertet. Angesichts der steigenden Infektionszahlen wird eine Fortsetzung der Studie bis Ende April 2021 für wichtig erachtet, da nur durch die kontinuierliche Messung der Antikörperprävalenz eine Abschätzung der Durchseuchung der Population der gesunden erwachsenen Bevölkerung möglich ist.

Blutspenderinnen und Blutspender unterstützen Surveillance

  • Blutspenderinnen und Blutspender sind gesunde erwachsene Personen zwischen 18 und ca. 72 Jahren. Die Restproben der Blutspende werden zufällig ausgewählt und anonym untersucht. Von den spendenden Personen werden Geburtsjahr, Geschlecht und Wohnregion erfasst. So kann die unterschiedliche Teilnahme von Altersjahrgängen innerhalb dieser Gruppe durch Gewichtungsverfahren angepasst werden und Aussagen zur Allgemeinbevölkerung getroffen werden.

Bisher wurden knapp 50.000 Spenden untersucht.

  • Damit ist die SeBluCo-Studie bislang die größte SARS-CoV-2-Serostudie in Deutschland und zählt auch international zu den größten bislang durchgeführten Studien. Die Studie wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

Kooperationspartner der Studie:

DRK-Blutspendedienst West; Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit Blutbank; Universität Greifswald, Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin; Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Zentrum für Transfusionsmedizin und Hämotherapie; Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Institut für Transfusionsmedizin; Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Institut für Transfusionsmedizin; Universitätsklinikum Essen, Institut für Transfusionsmedizin; Haema AG; Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes; DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen, Herz- und Diabetes-Zentrum Nordrhein-Westfalen, Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin, Bad Oeynhausen; DRK-Blutspendedienst NSTOB; Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Transfusionsmedizin und Gentherapie; Nationales Konsiliarlabor für Coronaviren - Institut für Virologie, Charité, Berlin; Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Medizinische Virologie

Stand: 26.11.2020

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