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Ergänzung und aktuelle Einordnung der RKI-Empfehlungen „Präventionsmaßnahmen in Schulen während der COVID-19 Pandemie“ aus Oktober 2020

Hinweis zu den Isolations- und Quarantäneregelungen: Ab 2.5.2022 gelten geänderte Empfehlungen des Bundes, abrufbar unter www.rki.de/covid-19-absonderung.

Die den RKI-Empfehlungen zugrundeliegende Datenlage entspricht dem Stand aus Oktober 2020. Die Überlegungen und generischen Empfehlungen zu infektionspräventiven Maßnahmen sind als grundlegende Hinweise zu verstehen, die unverändert Gültigkeit haben. Eine Bewertung der jeweils aktuellen Studienlage zu Kindern und Jugendlichen, auch für den Schulbereich, ist den Quartalsberichten der Corona-Kita-Studie und den auf den RKI-Seiten aufgeführten spezifischen Publikationen zu entnehmen (s. z.B. Epidemiologie von COVID-19 im Schulsetting).

Wir bitten auch zu beachten, dass die in der RKI-Empfehlung referenzierten RKI-Dokumente (so beispielsweise Empfehlungen zum Kontaktpersonenmanagement), die Ansätze zur Einschätzung des Infektionsgeschehens und seiner Entwicklung, sowie Test- und Impfmaßnahmen, welche die bisherigen Maßnahmen ergänzen, kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst wurden und werden (s. Dokumente auf den RKI-Seiten).

Seit Februar 2021 stehen die AWMF-S3-Leitlinie Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen und damit wissenschaftlich fundierte und konsentierte Handlungsempfehlungen für den Schulbereich zur Verfügung. Die Leitlinie wurde in einem standardisierten Leitlinienprozess unter Mitarbeit einer großen Zahl von Fachgesellschaften und Akteuren (inklusive RKI) sowie Vertreter*innen aus Schüler-, Lehrer- und Elternschaft erarbeitet. Sie ist als „lebende“ Leitlinie (living guideline) angelegt, so dass Anpassungen auf Basis aktueller Entwicklungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse vorgenommen werden können. Entsprechend dieser Leitlinie wird das Tragen einer Maske (medizinischer Mund-Nasenschutz/MNS) an Stelle eines MNB empfohlen. Eine Ergänzung der Leitlinie, u.a. zur Teststrategie an Schulen, ist vorgesehen.

Seit Publikation der RKI-Empfehlungen nehmen insbesondere folgende weitere Maßnahmen Einfluss auf das Infektionsgeschehen im Schulsetting und sind bei der Bewertung der Situation mit zu berücksichtigen:

  • die breite und niedrigschwellige Verfügbarkeit von Tests auf SARS-CoV-2 in Schulen wie auch im Schulumfeld, die dazu beitragen kann, den Eintrag bzw. die Verbreitung in Schulen zu verringern indem prä- sowie asymptomatisch Infizierte zeitnah erkannt und isoliert werden
  • die Verfügbarkeit wirksamer Impfstoffe zur weitgehenden Immunisierung der im Schulbereich Beschäftigten, der Sorgeberechtigten, des weiteren familiären Umfelds sowie von Kindern und Jugendlichen (gemäß den aktuellen STIKO Empfehlungen)
  • die gemachten Erfahrungen aller am Schulleben Beteiligten im Verlauf der Pandemie bezüglich des Verständnisses der Übertragungswege und der erfolgreichen Implementierung infektionspräventiver Maßnahmen

Diesen positiven Aspekten steht die Verbreitung deutlich stärker übertragbarer Virusvarianten gegenüber, die möglicherweise mit einem schwereren Krankheitsverlauf assoziiert sind. Gerade für das Kindes- und Jugendalter ist hier die Datenlage noch unsicher. Auch aufgrund dieser Entwicklung ist weiterhin die konsequente Umsetzung der bewährten infektionspräventiven Maßnahmen im Schulsetting sehr wichtig, um eine Verbreitung der Infektionen in diesen weitgehend ungeimpften und daher suszeptiblen Altersgruppen zu verhindern.

Infektionspräventive Maßnahmen sind als Multikomponenten-Ansatz zu verstehen und sie sollten sich am lokalen Infektionsgeschehen ausrichten. Es ist daher wichtig, dass Schulen das Infektionsgeschehen an ihrer Einrichtung zuverlässig einschätzen und zusammen mit den zuständigen Gesundheitsbehörden bewerten können. Die in Zeile 1 von Tabelle 1 genannten 7-Tages-Inzidenz-Schwellenwerte auf regionaler/Landkreisebene dienen, wie im Empfehlungstext ausgeführt, der Orientierung für die Einschätzung des (lokalen) Infektionsgeschehens. Durch die zunehmende Grundimmunität der erwachsenen Bevölkerung ist mit einer Verlagerung des Infektionsgeschehens hin zu jüngeren, nicht geimpften bzw. nicht impfbaren, Altersgruppen zu rechnen. Sofern die Inzidenz als Maßstab genutzt wird, muss sie altersspezifisch und in Zusammenschau mit den nachfolgend genannten Indikatoren berücksichtigt werden.

Erheblich an Bedeutung gewonnen haben die in Zeile 2 unter „Alternative bzw. ergänzende Indikatoren (bezogen auf lokales/regionales Infektionsgeschehen)“ genannten Indikatoren, welche die Verbreitung, Krankheitsschwere und Gesundheitsversorgungsaspekte berücksichtigen.

Darüber hinaus sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Jahreszeitliche Einflüsse (eventuelle saisonale Effekte, wie z.B. die Zunahme von anderen respiratorisch übertragbaren Atemwegsinfektionen inklusive Influenza in der Herbst-/Wintersaison, Aufenthalt in Innen- oder auch in Außenbereichen, etc.)
  • Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, die Maßnahmen zeitlich befristet (insbesondere vor und bei Schulstart nach Ferienzeiten) zu verstärken und intensiviert zu testen und grundsätzlich Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
  • Unbedingt erforderlich ist es, dass die geltenden Auflagen (Quarantäne, Testen) von Reisenden konsequent beachtet und befolgt werden.


Änderungen zur Vorversion vom 07.07.2021: redaktionelle Änderungen

Stand: 30.09.2021

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