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Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem und nicht medizinischem Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen bei Personalmangel

Durch Klicken auf das Lupen-Symbol unter dem Vorschaubild kann die Infografik geöffnet werden. Die Infografik ist als PDF-Datei zum Selbstausdrucken verfügbar:

Infografik: Kontaktpersonen­nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen für Personal in Alten- und Pflegeheimen (PDF, 2 MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Änderung gegenüber der Version vom 29.7.2020: Anpassung an das Dokument "Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei respiratorischen Erkrankungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2" (www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen) in Bezug auf die Situation ohne Personalmangel.

I. Hintergrund

Während der gegenwärtigen COVID-19-Pandemie konkurrieren beim Umgang mit Kontaktpersonen unter Personal von Alten- und Pflegeeinrichtungen folgende Ziele miteinander:

  1. Die Absonderung/Quarantäne von Personal als Kontaktperson, um das Risiko von Übertragungen zu minimieren (Infektionsschutz) und
  2. die Gewährleistung der Versorgung besonders vulnerabler Personengruppen in Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Ist die adäquate Versorgung der Bewohner durch Personalengpässe nicht mehr möglich, kann es notwendig sein, die bestehenden Empfehlungen zum Umgang von Kontaktpersonen (www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen) anzupassen.

Aufgrund des mit der Anwendung der Optionen einhergehenden erhöhten Risikos der Weiterverbreitung von Infektionen mit SARS-CoV-2 dürfen die Handlungsoptionen nur angewendet werden, wenn alle anderen Maßnahmen zur Sicherstellung einer unverzichtbaren Personalbesetzung ausgeschöpft sind.

Die folgenden Hinweise eröffnen Möglichkeiten zur Anpassung vor Ort. Diese Anpassungen sollten möglichst gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele vorgenommen werden.

II. Mögliche Anpassung der Empfehlungen für Kontaktpersonen unter Personal von Alten- und Pflegeeinrichtungen an Situationen mit akutem Personalmangel

Das allgemein empfohlene „Management von Kontaktpersonen“ ist beschrieben unter www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen.

Es gelten weiterhin die dort angegebenen Kategorien von Kontaktpersonen, insbesondere:

Kategorie I:
direkter Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten oder insgesamt mindestens 15-minütiger Gesichts- ("face-to-face") Kontakt zu COVID-19-Fall, z.B. im Rahmen eines Gesprächs.

Kategorie II:
Personen, die sich im selben Raum wie ein bestätigter COVID-19-Fall aufhielten, z.B. Arbeitsplatz, jedoch keinen kumulativ mindestens 15-minütigen Gesichts- („face-to-face“) Kontakt mit dem COVID-19-Fall hatten.

Voraussetzungen für die Anwendung der unten beschriebenen Anpassungen des allgemein empfohlenen "Managements von Kontaktpersonen" sind:

  1. Einweisung in korrektes Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS); Hygienemaßnahmen (u.a. Handhygiene) und weitere Schutzmaßnahmen (z.B. Vermeidung nicht unbedingt notwendiger Kontakte).
  2. Tägliche Eigenbeobachtung, zusätzlich „Erkältungssymptom-Screening“ beim Personal bei Betreten der Einrichtung
  3. Strikte räumliche und personelle Trennung in der Versorgung bei Auftreten von Fällen unter Bewohnern
Kein Personal­mangelRelevanter Personal­mangel
Kate­gorie I
(bei Symptom­freiheit)
  • In Absprache mit dem Gesund­heits­amt (GA): Reduktion der häus­lichen Ab­son­de­rung auf 7 Tage nach Ex­po­sition;
  • Danach (bei weiter bestehender Symp­tom­freiheit) normales Arbeiten mit MNS*
  • Regelmäßige Testung auf SARS-CoV-2 (bis 14 Tage nach Exposition)
  • Selbst­beobach­tung + Doku­men­tation (bis 14 Tage nach Ex­po­si­tion)
  • Strikte Ein­hal­tung aller Hygiene­empfeh­lungen insb. Händehygiene
  • Sofern die Tätig­keit dies nicht zwingend aus­schließt, unbedingt Abstand zu anderen Personen (mind. 1,5 m) halten (auch während Pausen etc.)
  • Beim Auftreten von Symp­tomen um­gehen­de Testung auf SARS-CoV-2; bei positivem Test siehe „SARS-CoV-2-po­si­ti­ves Per­sonal“
  • Weitere Maß­nahmen siehe Management Kontakt­personen
Kate­gorie II
  • Bei Symptom­freiheit normales Arbeiten mit MNS
  • Selbst­beobachtung + Doku­men­tation (bis 14 Tage nach Exposition)
  • Strikte Einhaltung aller Hygiene­empfeh­lungen insb. Hände­hygiene
  • Sofern Tätigkeit dies nicht zwingend aus­schließt, unbedingt Abstand zu anderen Personen (mind. 1,5 m) halten (auch während Pausen etc.)
  • Bei Sympto­matik: SARS-CoV-2-Testung und Vor­gehen wie Personal mit Er­käl­tungs­symp­tomen
  • Eine regelmäßige Testung auf SARS-CoV-2 unabhängig von dem Auftreten von Symptomen wird empfohlen.
  • Weitere Maß­nahmen siehe Management Kontakt­personen
Per­so­nal mit Er­käl­tungs-symp­tomen
  • Häus­liche Ab­son­derung
  • Testung auf SARS-CoV-2; bei po­siti­vem Test siehe „SARS-CoV-2 positives Per­sonal“
  • Voraus­setzung für Wieder­auf­nahme der Arbeit:
  • Symptom­freiheit seit mind. 48 Stunden
  • Normales Arbeiten mit MNS
  • Strikte Einhaltung aller Hygiene­empfehlungen insb. Hände­hygiene
  • Sofern die Tätig­keit dies nicht zwingend aus­schließt, unbedingt Ab­stand zu an­deren Personen (mind. 1,5 m) halten (auch während Pausen etc.)
  • Tes­tung auf SARS-CoV-2; bei positivem Test siehe „SARS-CoV-2-positives Personal“
SARS-CoV-2-pos. Per­sonal
  • Keine Versor­gung von Bewoh­nern/Be­treuten der Einrich­tung

Voraus­setzung für Wieder­auf­nahme der Arbeit:

* MNS = Mund-Nasen-Schutz. In der Pan­de­mie wird das Tragen von MNS bei der Ver­sor­gung und Pflege vul­nerabler Per­so­nen­gruppen grund­sätz­lich emp­foh­len. Siehe auch www.rki.de/covid-19-pflegeeinrichtungen

** Versor­gung von COVID-19-Pa­tien­ten ent­sprechend den Empfeh­lungen des RKI zu Hygiene­maßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2

III. Ergänzende Grundsätze der Versorgung in der aktuellen Situation

  • Alle weiteren Maßnahmen der Basishygiene sind ebenso zu beachten.
  • Durch das korrekte Tragen von MNS während der Arbeit kann das Übertragungsrisiko auf andere Personen reduziert werden. Cave: Masken (FFP2) mit Ausatemventil sind nicht zum Drittschutz geeignet.
  • Personal höheren Alters und mit Grunderkrankungen (siehe www.rki.de/covid-19-risikogruppen) sollte wenn möglich nicht in Bereichen arbeiten, in denen häufiger enger Kontakt zu anderen Personen vorkommt.
  • Direkten Kontakt aller Art (z.B. Treffen und Besprechungen) auf ein Minimum reduzieren bzw. direkten Kontakt unter Personal vermeiden. Kontaktreduktion auch im privaten Bereich.
  • Im privaten Bereich und auf dem Weg von oder zu der Arbeit sind die allgemeinen Verhaltensregeln und -empfehlungen zum Schutz vor COVID-19 zu beachten (AHA-Regeln: Abstand wahren, auf Hygiene achten und – da wo geboten – eine Alltagsmaske tragen; Innenräume gut lüften), siehe www.infektionsschutz.de und www.zusammengegencorona.de.

Stand: 12.10.2020

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