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Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen

Stand: 16.4.2021

Die am 31.3.2021 veröffentlichten Änderungen erfolgten aufgrund des erhöhten Übertragungspotenzials der inzwischen in Deutschland vorherrschenden SARS-CoV-2-Variante B.1.1.7 verglichen mit den zuvor vorherrschenden Varianten. Die neuen Empfehlungen basieren auf der aktuellen Datenlage sowie Erkenntnissen aus Ausbruchsuntersuchungen und beziehen konkrete Rückmeldungen zu Erfahrungen von Seiten der Gesundheitsämter und Fachkolleg*innen ein.

Änderung am 16.4.2021 gegenüber der Version vom 13.4.2021:

  • Abschnitt 3.1.: Ergänzung von "direkter Kontakt (mit respiratorischem Sekret)" unter Punkt 2. der Kriterien zur Einstufung als enge Kontaktperson
  • Abschnitt 3.2.2.: Ergänzung hinsichtlich des Kontakts von vollständig geimpften Personen mit ungeimpften Risikogruppen nach Exposition zu einem SARS-CoV-2-Fall sowie hinsichtlich der Quarantänemaßnahmen nach Exposition durch besorgniserregende SARS-CoV-2-Varianten, siehe letzter Bulletpoint

Änderungen am 9.4. und 13.4.2021 gegenüber der Version vom 7.4.2021:

  • Kleine redaktionelle Änderungen im Abschnitt 3.2.2

Änderung am 7.4.2021 gegenüber der Version vom 31.3.2021

  • Abschnitt 3.1: Erläuterung hinsichtlich des Tragens von FFP2-Masken in Bezug auf die Kriterien zur Einstufung als enge Kontaktperson
  • Abschnitt 3.2.2: Änderung hinsichtlich der Dauer der Ausnahmen von Quarantäne-Maßnahmen für genesene Personen sowie Änderung hinsichtlich der Ausnahmen von Quarantäne-Maßnahmen für Personen mit COVID-19-Impfung
  • Redaktionelle Änderungen

Änderung am 31.3.2021 gegenüber der Version vom 5.3.2021:

  • Unter 1.3: Änderung des infektiösen Intervalls nach Symptombeginn bzw. Testdatum von 10 auf 14 Tage
  • Unter 3. Definition und Management von Kontaktpersonen: Einführung des Begriffs „enge Kontaktpersonen“ und Streichung der Kontaktpersonen Kategorie 2
  • Abschnitt 3.1.: Änderung der Kriterien zur Einstufung als enge Kontaktperson
  • Abschnitt 3.2.2: Änderungen hinsichtlich der Empfehlungen zur Testung enger Kontaktpersonen während der Quarantäne
  • Entfernen des Anhangs 2 und Umbenennung von Anhang 3 in Anhang 2
  • Weitere redaktionelle Änderungen

Infografik Kontaktpersonen­nachverfolgung (siehe auch Anhang 2)

Die Infografik ist derzeit in Überarbeitung.

1. Vorbemerkungen

1.1. Allgemeine Hinweise

  • Die Hinweise in diesem Dokument können im Rahmen einer Risikobewertung durch das zuständige Gesundheitsamt - unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele - angepasst werden.
  • Unseren Empfehlungen liegen folgende Annahmen zugrunde:

    • Die Dauer der Inkubationszeit beträgt in den meisten Fällen maximal 14 Tage.
    • Der Mittelwert/Median für die Inkubationszeit liegt bei 5-6 Tagen.
    • Die Dauer des infektiösen Zeitintervalls beträgt etwa 16 Tage (= 2 präsymptomatische + 14 symptomatische; s. Abschnitt 1.3).

1.2. Ziele

Unterbrechung von Infektionsketten, Eindämmung von Ausbrüchen

  • Zeitnahe Identifizierung von Personen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen bestätigten COVID-19-Fall angesteckt haben („Rückwärtsermittlung“) und Verhinderung größerer Übertragungsgeschehen aufgrund einer vom bestätigten Fall hervorgerufenen Übertragungssituation („Vorwärtsermittlung“)
  • Nach Möglichkeit umgehende Quarantänisierung enger Kontaktpersonen bestätigter Fälle, um weitere Infektionen zu verhindern
  • Schnelle Erkennung und Isolierung weiterer COVID-19-Fälle
  • Prioritäre Verhinderung der Ausbreitung in Risikogruppen und bei medizinischem Personal (Reduktion schwerer bzw. tödlich verlaufender Erkrankungen)

1.3. Bemessung des infektiösen Zeitintervalls für den bestätigten Fall

Personen, die mit einem bestätigten COVID-19-Fall im infektiösen Zeitintervall Kontakt hatten, werden als „Kontaktperson“ bezeichnet. Im Folgenden wird beschrieben, wie sich das infektiöse Zeitintervall bemisst, wenn ein Fall (a) symptomatisch bzw. (b) asymptomatisch ist.

(a) Infektiöses Zeitintervall für symptomatische Fälle mit bekanntem Symptombeginn

Bemessung des infektiösen Zeitintervalls für symptomatische Fälle mit bekanntem Symptombeginn = 2 Tage vor Auftreten der ersten Symptome bis mindestens 14 Tage nach Symptombeginn; bei schwerer oder andauernder Symptomatik ggf. auch länger.

(b) Infektiöses Zeitintervall für asymptomatische Fälle

  • Wenn für den Fall keine weiteren Informationen zu dessen Infektionsquelle bzw. zum Infektionszeitpunkt vorliegen und es sich nicht um eine besondere Risikosituation bzw. ein Risikosetting handelt, wird das Datum der Probennahme für den positiven Labornachweis als Näherung für den fehlenden Symptombeginn angenommen.

    Bemessung des infektiösen Zeitintervalls für asymptomatische Fälle mit unbekanntem Infektionsdatum = 2 Tage vor Probennahme-Datum bis 14 Tage nach Probennahme-Datum.
  • Wenn bekannt oder sehr wahrscheinlich ist, zu welchem Zeitpunkt oder bei welchem Ereignis sich der asymptomatische Fall angesteckt hat, gilt:

    Bemessung des infektiösen Zeitintervalls für asymptomatische Fälle mit bekanntem Infektionsdatum = ab Tag 3 nach Exposition des Falls bis Tag 19 nach Exposition.

2. Priorisierung der Ermittlungen durch das Gesundheitsamt

2.1. Rückwärts- und Vorwärtsermittlung

  • Bei der sog. Rückwärtsermittlung wird die Infektionsquelle (in Bezug auf den Fall) ermittelt und deren Übertragungspotential bewertet. Der Zeitraum für die Rückwärtsermittlung beträgt - analog zur Inkubationszeit - ab Symptombeginn rückblickend 14 Tage.
  • Bei der sog. Vorwärtsermittlung wird das vom Fall selbst (ab zwei Tage vor Symptombeginn bis zum Zeitpunkt seiner Isolation) ausgehende Übertragungspotential erfragt und bewertet.

Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen: Vorwärts- und Rückwärtsermittlung Abb. 1: Vorwärts- und Rückwärtsermittlung; Symptombeginn = Tag 0

Bei der Vorwärtsermittlung und Rückwärtsermittlung sind folgende Schritte zu beachten:

  • Risikobewertung:

    • Einmalige vs. fortdauernde Exposition
    • Beurteilung des Infektionsumfelds/Settings (z.B. Räumlichkeit, Dauer des Aufenthalts, Personendichte, Lüftungsverhältnisse, Aktivitäten, Hinweise auf Aerosolübertragung)
  • Ggf. Einbindung des Veranstalters oder einer anderen Schlüsselperson (z.B. zur Erstellung einer Kontaktpersonenliste; schnelle Informationsweiterleitung)
  • Fallsuche (ggf. Kommunikation mit anderen Gesundheitsämtern)

2.2. Fokussierung auf Situationen mit hohem Übertragungspotential (Superspreading-Events, Clustererkennung) bzw. mit Beteiligung von Risikogruppen

  • Übertragungen von SARS-CoV-2-Infektionen treten nicht gleichmäßig verteilt auf: Einige Personen stecken viele weitere Menschen an; auf der anderen Seite gibt es viele infizierte Personen, die keine oder nur wenige weitere Menschen anstecken (Überdispersion).
  • Situationen, in denen es zur Ansteckung mehrerer Personen gekommen sein kann (beispielsweise Busreisen, gemeinsame Feiern), oder Übertragungsereignisse, in denen Risikogruppen involviert sind, müssen priorisiert und vom Gesundheitsamt näher untersucht werden.

    • Die Ermittlung eines schon bestätigten oder potentiellen Ausbruchsgeschehens ("Herd"; Cluster; Superspreading-Events) hat Vorrang vor Einzelfällen.
    • Ereignisse bei oder im Kontext von Risikogruppen oder medizinischem Personal (z.B. Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser) haben Vorrang vor anderen Situationen.
  • Bei Bekanntwerden eines Infektionsgeschehens in einem Risikosetting müssen Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, um die Infektionskette rasch und wirksam zu unterbrechen (z.B. vorsorgliche Gruppenquarantäne, Identifizierung weiterer Fälle bzw. Kontaktpersonen, ad hoc-Testung von symptomatischen und asymptomatischen Exponierten).

3. Definition und Management von engen Kontaktpersonen mit erhöhtem Infektionsrisiko

Es werden enge Kontaktpersonen ermittelt, die ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung haben. Die Kriterien sind nachfolgend beschrieben und orientieren sich an folgenden Kriterien: (1) Abstand zum gemeldeten Fall, (2) Dauer der Exposition, (3) Tragen von Schutzmasken (durch Fall bzw. Kontaktperson), und (4) Aufenthalt in einem Raum mit möglicherweise infektiösen Aerosolen. Aufgrund der geänderten Kriterien für die Einstufung von Kontaktpersonen eines bestätigten COVID-19-Falls in enge Kontaktpersonen, die ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, entfällt die bisherige Einteilung von Kontaktpersonen in Kategorie 1 und Kategorie 2.

3.1. Definition enger Kontaktpersonen

Kontaktpersonen zu einem bestätigten COVID-19-Fall werden bei Vorliegen mindestens einer der folgenden Situationen als enge Kontaktpersonen (mit erhöhtem Infektionsrisiko) definiert:

  1. Enger Kontakt (<1,5 m, Nahfeld) länger als 10 Minuten ohne adäquaten Schutz# (adäquater Schutz = Fall und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt MNS [Mund-Nasen-Schutz] oder FFP2-Maske).
  2. Gespräch mit dem Fall (Face-to-face-Kontakt, <1,5 m, unabhängig von der Gesprächsdauer) ohne adäquaten Schutz# (adäquater Schutz = Fall und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt MNS [Mund-Nasen-Schutz] oder FFP2-Maske) oder direkter Kontakt (mit respiratorischem Sekret).
  3. Gleichzeitiger Aufenthalt von Kontaktperson und Fall im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für > 10 Minuten, auch wenn durchgehend und korrekt MNS (Mund-Nasen-Schutz) oder FFP2-Maske getragen wurde.

Abzugrenzen ist von den aufgeführten Situationen (1., 2. und 3.) das Tragen von FFP2-Masken im Gesundheitswesen/durch geschultes medizinisches Personal (als persönliche Schutzausrüstung/Arbeitsschutz [z.B. mit FIT-Test überprüft] im Rahmen der Patientenversorgung) , siehe

Organisatorische und personelle Maßnahmen für Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen während der COVID-19-Pandemie

und

Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2.

Nähere Informationen zur Risikobewertung bei engem Kontakt und bei der Übertragung durch Aerosole finden sich in Anhang 1

3.1.1. Beispielhafte Konstellationen für enge Kontaktpersonen

  • Personen aus demselben Haushalt
  • Personen mit direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten, insbesondere zu respiratorischen Sekreten eines Falls, wie z.B. durch Küssen, Anhusten, Anniesen, Kontakt zu Erbrochenem, Mund-zu-Mund Beatmung, etc.
  • Personen, die infektiösen Aerosolen im Raum ausgesetzt waren (z.B. Feiern, gemeinsames Singen oder Sporttreiben in Innenräumen ohne adäquate Lüftung). Hier bietet ein MNS/FFP2-Maske (außer im Gesundheitswesen/bei geschultem medizinischen Personal) keinen ausreichenden Schutz vor Übertragung.
  • Personen, die auf einer Flugreise gegenüber einem bestätigten COVID-19-Fall exponiert waren, unabhängig vom Tragen eines MNS/FFP2-Maske:

    • Passagiere, die in derselben Reihe wie der bestätigte COVID-19-Fall oder in den zwei Reihen vor oder hinter diesem gesessen hatten, unabhängig von der Flugzeit.
    • Crew-Mitglieder oder andere Passagiere, sofern eines der oben genannten anderen Kriterien zutrifft (z.B. längeres Gespräch; o.ä.).
    • In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit entsprechender Daten und einer Bewertung durch die Behörden vor Ort wird empfohlen, eine Kontaktpersonennachverfolgung zu initiieren, wenn der Flug innerhalb der letzten 14 Tage stattgefunden hat (maximale Dauer der Inkubationszeit).
  • Optional (nach Ermessen des Gesundheitsamtes, auch im Hinblick auf die Praktikabilität): Personen mit Aufenthalt mit dem bestätigten COVID-19-Fall in einem Raum (auch für eine Dauer < 10 Minuten), oder schwer zu überblickende Kontaktsituation (z.B. Schulklassen, gemeinsames Schulessen, Gruppenveranstaltungen) und unabhängig von der individuellen Risikoermittlung

3.2. Empfohlenes Management von engen Kontaktpersonen

3.2.1. Hinweise zur Ermittlung von engen Kontaktpersonen

  • Das Gesundheitsamt ermittelt gemäß §25 IfSG die persönlichen Daten der Kontaktpersonen, bei Veranstaltungen zusätzlich die Kontaktdaten des Veranstalters.
  • Priorität haben Übertragungsereignisse mit hohem Ansteckungsrisiko und/oder bei denen Risikogruppen involviert waren (siehe Abschnitt 2.2.).
  • Die Information der engen Kontaktpersonen über ihre Quarantäne, die Übertragungsrisiken und das Krankheitsbild kann ggf. delegiert werden (beispielsweise kann der Fall die ihm bekannten engen Kontakte umgehend informieren).

3.2.2. Hinweise zur Anordnung der Quarantäne

Enge Kontaktpersonen müssen sich unverzüglich für 14 Tage häuslich absondern (Quarantäne) - gerechnet ab dem letzten Tag des Kontaktes zum bestätigten COVID-19-Fall##.

  • Das Angebot einer Quarantäne außerhalb des Haushalts kann durch das Gesundheitsamt erwogen werden, um das Ansteckungsrisiko weiterer Personen innerhalb des Haushalts zu minimieren.
  • Die Quarantäneanordnung gilt nur für ermittelte enge Kontaktpersonen; für Haushaltsmitglieder dieser Kontaktpersonen muss keine Quarantäne angeordnet werden. Allerdings ist es wichtig, dass die Haushaltsmitglieder informiert werden und sich als Kontakte von engen Kontaktpersonen eines COVID-19-Falls an bestimmte Verhaltensregeln im Haushalt halten (www.rki.de/covid-19-quarantaene) sowie ihre eigenen Kontakte minimieren.

    Ermittelte enge Kontaktpersonen sollten auch ihre eigenen engen Kontakte außerhalb des Haushalts informieren, mit der Bitte ebenfalls auf Krankheitssymptome zu achten und Kontakte zu minimieren, für den Fall, dass die ermittelte enge Kontaktperson vor oder während der Ermittlungen durch das Gesundheitsamt bereits infiziert war und prä- oder asymptomatisch SARS-CoV-2 übertragen hat.

  • Die Quarantäne für Haushaltskontaktpersonen eines bestätigten COVID-19-Falls beträgt 14 Tage – gezählt ab dem Tag des Symptombeginns des Primärfalles des Haushalts (= der bestätigte COVID-19-Fall). Darüber hinaus wird für die Haushaltsmitglieder von COVID-19-Fällen nach Ende der Quarantäne bis zum Tag 20 nach Symptombeginn des COVID-19-Falles zusätzlich eine Reduktion der Kontakte (z.B. Homeoffice, keine privaten Treffen mit haushaltsfremden Personen) empfohlen.

    Treten bei Haushaltskontaktpersonen Symptome auf, muss eine umgehende Isolierung und Testung mittels PCR-Test erfolgen (s. Punkt 3.2.5.).

  • Um prä- und asymptomatische Infektionen zu minimieren, wird eine Testung enger Kontaktpersonen so früh wie möglich nach Identifikation (möglichst an Tag 1 der Ermittlung der engen Kontaktperson) empfohlen. So können Kontaktpersonen einer noch nicht oder nie symptomatisch werdenden, aber (schon) infektiösen engen Kontaktperson frühzeitig in Quarantäne geschickt werden. Diese Testung sollte möglichst mittels eines PCR-Nachweises (nasopharyngealer oder oropharyngealer Abstrich) erfolgen. Falls das Ergebnis des PCR-Tests nicht innerhalb von 24-48h verfügbar ist, kann bei nicht symptomatischen Kontaktpersonen alternativ auch ein Antigentest durchgeführt werden.
    Zusätzlich sollte sich die enge Kontaktperson während der Quarantäne zwei Mal wöchentlich mittels Antigentest testen sowie abschließend am 14. Tag der Quarantäne. Bei positivem Ergebnis des Antigentests muss eine zeitnahe Information des Gesundheitsamtes erfolgen und das Ergebnis mittels eines PCR-Nachweises bestätigt werden. Ist auch der PCR-Test positiv, so wird die Kontaktperson zu einem Fall und es wird entsprechend den Empfehlungen für bestätigte Fälle vorgegangen (Isolierung, Ermittlung und Quarantänisierung von Kontaktpersonen). Das Ergebnis des abschließenden Antigentests am 14. Tag der Quarantäne soll dem Gesundheitsamt unabhängig vom Testergebnis immer mitgeteilt werden.
    Ein negatives Testergebnis jedweden Tests während der Quarantäne hebt das Gesundheitsmonitoring nicht auf und ersetzt oder verkürzt die Quarantäne nicht.
  • Während der Quarantäne soll ein Selbstmonitoring (Körpertemperatur, Symptome) durchgeführt werden und bei Auftreten von Symptomen eine sofortige Selbst-Isolierung und in Absprache mit dem Gesundheitsamt eine PCR-Testung erfolgen. Das Selbstmonitoring sollte nach der Quarantäne eine weitere Woche fortgesetzt werden und bei Krankheitssymptomen eine erst später nachweisbare SARS-COV-2-Infektion umgehend durch eine Testung ausgeschlossen werden.
  • Wenn es sich bei der engen (immungesunden) Kontaktperson um einen früheren PCR-bestätigten SARS-CoV-2-Fall handelt, ist – aufgrund der aktuellen Datenlage zu Reinfektionen und Kontagiosität bei erneuter Infektion – nur dann keine Quarantäne erforderlich, wenn der Kontakt innerhalb von 6 Monaten nach dem Nachweis der vorherigen SARS-CoV-2-Infektion erfolgte.
  • Vollständig gegen COVID-19 geimpfte Personen sind nach Exposition zu einem bestätigten SARS-CoV-2-Fall von Quarantäne-Maßnahmen ausgenommen, ebenso wie (immungesunde) Personen, die in der Vergangenheit eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben („Genesene“) und mit einer Impfstoffdosis geimpft sind. Nach bisherigem Kenntnisstand gilt diese Ausnahme von der Quarantäne für die aktuell in Deutschland zugelassenen und von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfstoffe. Bis zum 14. Tag nach Exposition zu dem SARS-CoV-2-Fall sollte ein Selbstmonitoring (Körpertemperatur, Symptome) erfolgen. Entwickelt die Kontaktperson trotz vorausgegangener Impfung Symptome, so muss sie sich in eine Selbstisolierung begeben und eine zeitnahe Testung veranlassen. Hinsichtlich der Quarantäne-Maßnahmen für geimpfte Patientinnen und Patienten in medizinischen Einrichtungen sowie für geimpfte Bewohnerinnen und Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen siehe Organisatorische und personelle Maßnahmen für Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen während der COVID-19-Pandemie.  
  • Vollständig geimpfte Personen sowie Genesene innerhalb der ersten sechs Monate nach vorausgegangener SARS-CoV-2-Infektion, die entweder beruflich oder privat einen engen Kontakt zu ungeimpften Risikogruppen haben (z.B. Tätigkeit in einem Pflegeheim oder Pflege von älteren Familienangehörigen), sollten nach Kontakt zu einem bestätigten SARS-CoV-2-Fall wenn möglich die berufliche Tätigkeit bzw. ihren privaten Umgang mit Risikogruppen für 14 Tage nach dem letzten Kontakt zu dem Fall einstellen.

    Bei Verdacht auf eine Infektion des laborbestätigten Quellfalls mit einer der besorgniserregenden SARS-CoV-2-Varianten, außer der Variante B.1.1.7, ist eine erneute Quarantäne der vollständig geimpften bzw. genesenen Kontaktperson grundsätzlich immer empfohlen.

3.2.3. Hinweise zum Verhalten von engen Kontaktpersonen in Quarantäne

  • Nach Möglichkeit zeitliche und räumliche Trennung der engen Kontaktperson von anderen Haushaltsmitgliedern (z.B. keine gemeinsame Einnahme von Mahlzeiten, räumliche Trennung, getrennte Schlafplätze). Für im Haushalt lebende Kinder müssen die Quarantäneregelungen altersentsprechend angepasst werden. Beispielsweise ist eine räumliche Trennung von Kindern und Eltern (und ggf. Geschwistern) im Haushalt nur einzuhalten, wenn sie für die Eltern vertretbar ist und vom Kind gut toleriert wird.
  • Häufiges Händewaschen, Einhaltung der Nies- und Hustenregeln, häufiges Lüften
  • Alle Informationen zur Quarantäne sind im Flyer bzw. der mobilen Version „Coronavirus-Infektion und häusliche Quarantäne“ zusammengefasst (in 14 Sprachen übersetzt): www.rki.de/covid-19-quarantaene

3.2.4. Hinweise zur Gesundheitsüberwachung von engen Kontaktpersonen in Quarantäne

  • Gesundheitliches Selbstmonitoring bis zum 21. Tag nach dem letzten Kontakt zum Fall (d.h. weitere 7 Tage nach Ende der Quarantäne)
  • Tägliches Messen der Körpertemperatur
  • Zwei Mal wöchentliche Durchführung eines Antigentests während der Quarantäne sowie am 14. Tag vor Ende der Quarantäne (s.o.). Bei positivem Ergebnis des Antigentests muss eine zeitnahe Information des Gesundheitsamtes erfolgen und das Ergebnis mittels PCR-Test bestätigt werden.
  • Führen eines Tagebuchs über die Körpertemperatur und eventuelle Symptome (www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen). Bei Symptomen muss das Gesundheitsamt informiert werden (siehe folgender Abschnitt).
  • Führen eines Kontakt-Tagebuches (z.B. auf www.infektionsschutz.de und in der Corona-Warn-App)
  • Regelmäßige Information des Gesundheitsamts über den Gesundheitszustand, in Absprache mit dem Gesundheitsamt und orientierend am Einzelfall.

3.2.5. Hinweise bei Auftreten von COVID-19-Symptomen in Quarantäne

Sofortige Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt und häusliche Selbstisolation, ggf. nach Maßgabe des Gesundheitsamtes (häusliche oder ggf. eine stationäre Absonderung)

  • Diagnostik mittels PCR-Test einer geeigneten Atemwegsprobe gemäß den Empfehlungen des RKI zur Labordiagnostik (www.rki.de/covid-19-diagnostik). Ggf. ärztliche Konsultation und Therapie.
  • Bei negativem Test sollte nach Einschätzung des Gesundheitsamtes eine Testwiederholung oder nochmalige Testung am Ende der Quarantänezeit erwogen werden.

4. Anhänge

Anhang 1: Risikobewertung enger Kontaktpersonen
Anhang 2: Synopse Kontaktpersonenmanagement

Anhang 1: Risikobewertung enger Kontaktpersonen

A. Enger Kontakt (<1,5 m, Nahfeld) und B. Gespräch (Face-to-face-Kontakt, <1,5 m, unabhängig von der Gesprächsdauer)

Infektiöses Virus wird vom Fall über Aerosole/Kleinpartikel (hier als „Aerosol(e)“ bezeichnet) und über Tröpfchen ausgestoßen. Die Zahl der ausgestoßenen Partikel steigt von Atmen über Sprechen, zu Schreien bzw. Singen an. Während eines direkten Gesprächs sowie im Nahfeld (etwa 1,5 m) um eine infektiöse Person ist die Partikelkonzentration größer („Atemstrahl“). Es wird vermutet, dass die meisten Übertragungen über das Nahfeld erfolgen. Die Infektionswahrscheinlichkeit im Nahfeld ist niedriger, wenn Fall UND Kontaktperson durchgehend und korrekt eine Maske# (Mund-Nasenschutz [MNS] oder FFP2-Maske) getragen haben.

C. Kontakt unabhängig vom Abstand (hohe Konzentration infektiöser Aerosole im Raum)

Darüber hinaus können Virus-beladene Kleinpartikel bei mangelnder Frischluftzufuhr in Innenräumen anreichern, weil sie über Stunden in der Luft schweben (siehe auch Steckbrief des RKI). In Kleinpartikeln/Aerosolen enthaltene Viren bleiben (unter experimentellen Bedingungen) mit einer Halbwertszeit von etwa einer Stunde vermehrungsfähig. Bei hoher Konzentration infektiöser Viruspartikel im Raum sind auch Personen gefährdet, die sich weit vom Fall entfernt aufhalten („Fernfeld“). Die Aufsättigung der Aerosole mit infektiösen Partikeln hängt von der Tätigkeit der infektiösen Person ab: Atmen<Sprechen<<Schreien/Singen. Eine singende Person stößt pro Sekunde in etwa so viele Partikel aus wie 30 sprechende Personen.

In einer solchen Situation steigt das Risiko an mit

  • der Anzahl der infektiösen Personen im Raum
  • der Anzahl nicht-infektiöser Personen im Raum (raschere Durchmischung des Aerosols)
  • der Infektiosität des Falls (um den Erkrankungsbeginn herum höher als später im Erkrankungsverlauf)
  • der Länge des Aufenthalts der infektiösen Person(en) im Raum
  • der Intensität der Partikelemission
  • der Intensität der Atemaktivität (Atemfrequenz, -tiefe) der exponierten Personen (z.B. beim Sporttreiben)
  • der Enge des Raumes und
  • dem Mangel an Frischluftzufuhr (Details siehe Stellungnahme der Kommission Innenraumlufthygiene am Umweltbundesamt).

Bei gleichem Risiko ist naturgemäß die Anzahl zu erwartender Sekundärfälle größer, wenn sich mehr Personen im Raum aufhalten.

Die Exposition zu im Raum hochkonzentriert schwebenden infektiösen Partikeln kann durch MNS/FFP2-Maske (außer im Gesundheitswesen/bei geschultem medizinischen Personal) kaum gemindert werden, da die Aerosole an der Maske vorbei eingeatmet werden.

Anhang 2: Synopse Kontaktpersonenmanagement

Die Infografik ist derzeit in Überarbeitung.


# wenn folgende Bedingungen erfüllt werden: (1) MNS nach Definition wie bei BfArM oder FFP2-Maske UND (2) wenn diese durchgehend und korrekt, d.h. enganliegend und sowohl über Mund und Nase getragen wurde.

## Bei dem ersten Tag der Quarantäne handelt es sich um den Tag nach dem letzten Kontakt zum bestätigten COVID-19-Fall.

Stand: 16.04.2021

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