Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK

Optionen zur vorzeitigen Tätigkeitsaufnahme von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern bei relevantem Personalmangel

Infografik: in Überarbeitung

Änderungen gegenüber der Version vom 8.7.2020: Dieses Dokument ersetzt das Dokument "Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern bei Personalmangel" vom 08.07.2020. Neu: Fokussierung auf die Situation mit relevantem Personalmangel. Für alle anderen Situationen gelten die Empfehlungen zum Management von Kontaktpersonen unter www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen.

I. Hintergrund

Während der gegenwärtigen COVID-19-Pandemie konkurrieren beim Umgang mit Kontaktpersonen unter medizinischem Personal folgende Ziele miteinander:

  1. Die Absonderung/Quarantäne von medizinischem Personal mit Kontakt zu einem COVID-19-Fall, um bei evtl. Infektion das Risiko von Übertragungen zu minimieren (Infektionsschutz) und
  2. die Gewährleistung der akutmedizinischen Versorgung (Aufrechterhaltung der Kapazitäten).

Ist die adäquate Versorgung der Patientinnen und Patienten durch Personalengpässe nicht mehr möglich, kann es notwendig sein, die bestehenden Empfehlungen zum Umgang mit Kontaktpersonen (www.rki.de/covid-19-kontaktpersonen) und positiv auf SARS-CoV-2 getestete Personen für medizinisches Personal anzupassen.

Die folgenden Handlungsoptionen sollen nur in Situationen zur Anwendung kommen, in denen ein relevanter Personalmangel (adäquate Versorgung der Patientinnen und Patienten nicht gewährleistet) vorliegt und andere Maßnahmen zur Sicherstellung einer angemessenen Personalbesetzung ausgeschöpft sind.

Maßnahmen wären z.B. das Absagen elektiver Behandlungen, die interne und externe Verlegung in andere Kliniken und Rekrutierung von Personal.

Die folgenden Hinweise eröffnen Möglichkeiten zur Anpassung vor Ort. Diese Anpassungen sollten gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und unter Berücksichtigung der angestrebten Schutzziele vorgenommen werden.

II. Mögliche Anpassung der Empfehlungen für Kontaktpersonen unter medizinischem Personal in Situationen mit relevantem Personalmangel

Liegt eine Situation mit relevantem Personalmangel in der Krankenversorgung vor, können Kontaktpersonen unter medizinischem Personal unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig wieder zur Arbeit zugelassen werden. Diese Unterscheidung gilt für die Arbeitssituation. Außerhalb ihrer medizinischen Tätigkeit unterliegen Beschäftigte in Krankenhäusern und Arztpraxen weiterhin den allgemeinen Empfehlungen zum Management von Kontaktpersonen in der Allgemeinbevölkerung. Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit ist medizinischem Personal in dieser Situation erlaubt. Auf keinen Fall dürfen aber in der Quarantänezeit z.B. Veranstaltungen, Geschäfte oder Restaurants besucht werden.

Optionen zum Management von Kontaktpersonen Kategorie I

Bei relevantem Personalmangel in der Krankenversorgung kann bei Kontaktpersonen der Kategorie I eine Bewertung des Expositionsrisikos vorgenommen werden und vom Gesundheitsamt Abweichungen des allgemeinen Kontaktpersonenmanagements mit dem Ziel der vorzeitigen Tätigkeitswiederaufnahme gestattet werden. Die Bewertung kann unabhängig davon erfolgen, ob der Kontakt in der privaten oder beruflichen Umgebung stattgefunden hat:

Mögliche Anpassung der Empfehlungen für Kontaktpersonen unter medizinischem Personal mit hohem Expositionsrisiko (Kategorie Ia), z.B. relevante Exposition zu Sekreten, Exposition gegenüber Aerosolen von COVID-19-Fällen (z.B. im Rahmen einer Bronchoskopie ohne adäquate Schutzkleidung).

  • Die ersten sieben Tage nach Exposition: unverändert häusliche Quarantäne
  • Tag 8-14 nach Exposition bei anhaltender Symptomfreiheit:

    • die häusliche Quarantäne kann zum Zweck der Tätigkeitsaufnahme aufgehoben werden,
    • Arbeiten NUR mit MNS möglich,
    • wenn möglich kein Einsatz in der Versorgung besonders vulnerabler Gruppen
  • So früh wie möglich SARS-CoV-2 Testungen, z.B. an Tag 1 der Ermittlung und zusätzlich 5–7 Tage nach Erstexposition und wenn möglich wiederholt bis 14 Tage nach Exposition
  • Selbstbeobachtung + Dokumentation (bis 14 Tage nach Exposition)
  • Beim Auftreten von Symptomen:

Mögliche Anpassung der Empfehlungen für Kontaktpersonen unter medizinischem Personal mit begrenztem Expositionsrisiko (Kategorie Ib): alle KP1, die nicht unter 1a fallen; grundsätzlich gilt: je länger und enger der Kontakt, desto höher das Risiko

  • Tag 1-14 nach Exposition und Symptomfreiheit

    • die häusliche Quarantäne kann zum Zweck der Tätigkeitsaufnahme aufgehoben werden
    • Arbeiten NUR mit medizinischem MNS möglich
    • Wenn möglich kein Einsatz in der Versorgung besonders vulnerabler Gruppen
  • So früh wie möglich SARS-CoV-2 Testungen, z.B. an Tag 1 nach Ermittlung und zusätzlich 5–7 Tage nach Erstexposition und wenn möglich wiederholt bis 14 Tage nach Exposition
  • Selbstbeobachtung + Dokumentation (bis 14 Tage nach Exposition)
  • Beim Auftreten von Symptomen:

Optionen zum Management von Kontaktpersonen Kategorie II (privates Umfeld) und III (berufliches Umfeld)

  • Einsatz in der Patientenversorgung möglich
  • Patientenversorgung mit medizinischem Mund-Nasen-Schutz
  • Tägliches Selbstmonitoring Beim Auftreten von Symptomen:

Handlungsoptionen für Medizinisches Personal mit Symptomen vereinbar mit einer COVID-19-Infektion

Prinzipiell gilt, medizinisches Personal mit Krankheitssymptomen bleibt der Arbeit fern und nimmt diese erst nach Symptomfreiheit von mind. 48 Stunden wieder auf. Medizinisches Personal sollte bei Krankheitssymptomen eine Testung auf SARS-CoV-2 erhalten. Bei positivem Test siehe „SARS-CoV-2-positives medizinisches Personal“.

In Situationen mit relevantem Personalmangel kann medizinisches Personal mit Symptomen bei negativem Testergebnis und Arbeitsfähigkeit die Krankenversorgung mit medizinischem Mund-Nasen-Schutz wieder aufnehmen.

Handlungsoptionen für Medizinisches Personal mit COVID-19-Infektion (positiv auf SARS-CoV-2 getestet)

SARS-CoV-2 positives Personal wird nicht in der Krankenversorgung eingesetzt. Voraussetzung für Wiederaufnahme der Tätigkeit:

Stand: 09.09.2020

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.