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Ergebnisse zur SARS-CoV-2-Seroprävalenz in der Allgemeinbevölkerung

Ergebnisse zur Seroprävalenz in der Allgemeinbevölkerung und bei Blutspenderinnen und Blutspendern liegen aus verschiedenen Studienregionen und Zeiträumen der Pandemie vor. Auch Studien mit bundesweiter Abdeckung wurden durchgeführt.

Weitere Informationen und eine Studienübersicht mit Angaben u.a. zum Studiendesign und Links zu veröffentlichten Studienprotokollen, Studienwebseiten und Ergebnismitteilungen bzw. Publikationen können im Internet aufgerufen werden: www.rki.de/covid-19-ak-studien

Ergebnisse

Seroprävalenz im Zeitraum bis Dezember 2020

  • Vor Beginn der Impfkampagne betrug die SARS-CoV-2-Seroprävalenz bei Erwachsenen in Deutschland im Frühjahr und Frühsommer 2020 in einigen Hotspots bis zu 14 %.
  • Außerhalb von umschriebenen Hotspots lag die Seroprävalenz bei Erwachsenen bundesweit unter 2 % und auch regional meist im niedrigen einstelligen Bereich.

Seroprävalenz im Zeitraum ab Beginn der Impfkampagne

Aus dem Jahr 2021 ist bei der Seroprävalenz zu berücksichtigen, ob, je nach verwendetem Antikörpertest, auch impfinduzierte Antikörper gemessen werden.

  • Die Testung von Blutspendeproben aus 28 Regionen in Deutschland (SeBluCo-Studie) zeigte im April 2021 eine Gesamtseroprävalenz von 19,2 % (von Antikörpern, die sowohl durch Infektion als auch durch Impfung gebildet werden). Die Seroprävalenz, die auf Infektionen zurückzuführen war, lag bei 6,8 %.
  • Der Anteil von infektionsinduzierten Antikörpern stieg in München bei über 14-Jährigen auf 6,5 % im März/April 2021 und auf 7,9 % im Juli/Oktober 2021 (KoCo19-Studie).
  • Unter Ungeimpften lag der Anteil von Personen mit positivem Nachweis von infektionsinduzierten Antikörpern im ersten Halbjahr 2021 in sechs Stadt- bzw. Landkreisen zwischen 4,1 % und 32,4 % (MuSPAD-Studie).

Untererfassung

  • Die serologischen Ergebnisse erlauben eine Einschätzung, wie viel Mal mehr Infektionen im Vergleich zu den bis dahin bekannten (gemeldeten) Infektionsfällen aufgetreten sind. Dieser sogenannte Untererfassungsfaktor lag im ersten Halbjahr 2020 zwischen 4 und 5 und sank ab dem Herbst 2020 in der Mehrzahl der Studien auf den Faktor 2. In einigen regionalen Studien lag der Faktor weiterhin bei 3 bis 5.

Ergebnisse für Kinder und Jugendliche

  • Ergebnisse für Kinder und Jugendliche liegen aus einigen lokalen/regionalen Studien vor, die unter Teilnehmenden an Früherkennungsuntersuchungen durchgeführt wurden, bzw. im Setting Schule, Kita oder Kinderklinik rekrutiert haben. Die Seroprävalenz außerhalb von Hotspots war 2020 niedrig einstellig, die wenigen Ergebnisse aus 2021 zeigen einen Seroprävalenzanstieg auch bei Kindern. Belastbare Schätzungen der Untererfassung bei Kindern und Jugendlichen liegen noch nicht vor.

Ein Dashboard, in dem die Ergebnisse nach weiteren Eigenschaften der Studien gefiltert werden können, befindet sich im Aufbau.

Seroepidemiologische SARS-CoV-2-Studien nach Studienort und Zeit

Seroepidemiologische SARS-CoV-2-Studien nach Studienort und Zeit

SARS-CoV-2-Seroprävalenz unter allen Teilnehmenden über die Zeit, unabhängig vom Impfstatus

SARS-CoV-2-Seroprävalenz unter allen Teilnehmenden über die Zeit, unabhängig vom Impfstatus

Anteil SARS-CoV-2-Seropositiver unter den Ungeimpften über die Zeit

Anteil SARS-CoV-2-Seropositiver unter den Ungeimpften über die Zeit

Untererfassungsfaktor, der zeigt, wie viel Mal mehr Infektionen im Vergleich zu den bislang bekannten (gemeldeten) Fällen aufgetreten sind.

Untererfassungsfaktor, der zeigt, wie viel Mal mehr Infektionen im Vergleich zu den bislang bekannten (gemeldeten) Fällen aufgetreten sind.

Einordnung

  • Vor Beginn der Impfkampagne hatte sich in den meisten untersuchten Regionen außerhalb von Hotspots nur ein sehr geringer Anteil der Erwachsenen mit SARS-CoV-2 infiziert. Dies lässt sich anhand der in Deutschland durchgeführten seroepidemiologischen SARS-CoV-2-Studien mit Zufallsstichproben der Allgemeinbevölkerung und Blutspendeproben abschätzen.
  • Differenzierte Ergebnisse nach Alter, Geschlecht und anderen Merkmalen stehen zum Teil aus den einzelnen Studien zur Verfügung und können sich in ihrer Größenordnung und Bewertung von den Ergebnissen für die Gesamtgruppe unterscheiden. Die einzelnen Studien unterscheiden sich z. B. im Hinblick auf Gewichtung, Adjustierung für initiale Testeigenschaften und Berücksichtigung des Abfalls der Antikörperspiegel unter die Testnachweisgrenze über die Zeit (Antikörper-Waning).
  • Die geringe und im Pandemieverlauf deutlich gesunkene Untererfassung in Deutschland (von etwa Faktor 4 bis 5 auf etwa Faktor 2) zeigt, dass SARS-CoV-2-Infektionen gut im Meldesystem abgebildet werden. Dies kann als Zeichen für ein erfolgreiches Zusammenwirken von Teststrategie, Gesundheitswesen und öffentlichem Gesundheitsdienst gewertet werden. Der Untererfassungsfaktor ist abhängig vom Verlauf der Pandemie, der Verfügbarkeit von Tests, der Teststrategie und von lokalen Besonderheiten (Demografie, lokales Ausbruchsgeschehen, Testung).

Methodik

  • Identifikation seroepidemiologischer Studien zu SARS-CoV-2 in Deutschland über systematische Recherchen in Studienregistern, Medienberichten und Literaturdatenbanken einschließlich Vorveröffentlichungen seit dem Frühjahr 2020. Die übergeordnete Suchstrategie des RKI zum neuartigen Coronavirus ist kürzlich in der Fachzeitschrift GMS der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen erschienen (https://www.egms.de/static/en/journals/mbi/2021-21/mbi000494.shtml).
  • Die Seroprävalenzangaben aus den einzelnen Studien berücksichtigen in unterschiedlichem Maße die Alters- und Geschlechtsverteilung der Bevölkerung, die Testgüte (Sensitivität und Spezifität des Antikörpertests) sowie den Rückgang der Antikörper über die Zeit (sogenanntes Waning). Es wird die jeweils höchste verfügbare bzw. aus den Studienangaben errechenbare Adjustierungsstufe verwendet.
  • Nach Beginn der Impfkampagne kann die Seroprävalenz meist unterschieden werden in eine Seroprävalenz nach Impfung oder nach Infektion, entweder durch ergänzende Abfrage des Impfstatus oder durch die Wahl der Antikörpertests: Der Nachweis von Antikörpern gegen das Spike-(S-)Antigen kann sowohl auf eine Infektion als auch auf eine Impfung hinweisen. Antikörper gegen das Nukleocapsid-(N-)Antigen lassen dagegen auf eine Infektion schließen und sind bei Personen, die geimpft sind, aber noch keine Infektion durchgemacht haben, nicht zu erwarten.

Quellen

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5. Corona-Monitoring lokal (2021) Eckdaten für Straubing (aktualisiert am 15.09.2021). https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/cml-studie/Factsheet_Straubing.html (Stand: 15.09.2021)

6. Corona-Monitoring lokal (2021) Eckdaten für Berlin-Mitte (aktualisiert am 15.09.2021). https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/cml-studie/Factsheet_Berlin-Mitte.html (Stand: 15.09.2021)

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Stand: 23.11.2021

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