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POINT-Studie

Prävalenz von sexuell und durch Blut übertragene Infektionen & Tuberkulose unter wohnungslosen Menschen - Pilotstudie. Quelle: RKIPrävalenz von sexuell und durch Blut übertragene Infektionen & Tuberkulose unter wohnungslosen Menschen

Laufzeit: 01.01.2021 bis 31.12.2021

Das Studiendesign der POINT-Studie wurde von Akteur:innen aus Sucht- und Wohnungslosenhilfe, epidemiologischer Forschung und Infektiologie konzipiert.

Die wissenschaftliche Beratung und Datenauswertung erfolgt abteilungs- und fachgebietsübergreifend durch das Robert Koch-Institut.

Projektleitung: Viviane Bremer
Projektkoordination: Caoimhe Cawley
Finanzierung: RKI

Die praktische Durchführung vor Ort mit Datenerhebung, Ergebnismitteilung und Netzwerkarbeit erfolgt durch die kooperierenden Partner aus der Praxis (Berliner Sozialprojekte gGmbH und Fixpunkt e.V.) und wurde in Zusammenarbeit mit Checkpoint BLN, Schwulenberatung Berlin gGmbH und Berliner Aidshilfe e.V. umgesetzt.

Projektleitung: Christoph Weber (BeSog Berliner Sozialprojekte gGmbH)
Finanzierung: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Mit der POINT-Studie sollen in Deutschland erstmalig strukturiert und adressat:innengerecht Daten zum Infektionsstatus sexuell und durch Blut übertragbarer Infektionen, Tuberkulose und SARS-CoV-2 bei wohnungslosen Menschen sowie zu Risiko- und Schutzfaktoren erfasst werden. Anhand dieser Daten sollen die Maßnahmen der Prävention, Diagnostik und Therapie der Infektionen in dieser Bevölkerungsgruppe angepasst und verbessert werden. Die POINT-Studie wird 2021 in Berlin mit einem Sample von 200 Studienteilnehmenden in 5 niedrigschwelligen medizinischen Einrichtungen pilotiert.

Ziele

Primäres Ziel der Pilotstudie ist die Überprüfung der Machbarkeit des Studiendesigns hinsichtlich

  • Akzeptanz durch Teilnehmende
  • Zusammenarbeit mit dem niedrigschwelligen Hilfesystem
  • Machbarkeit der praktischen Durchführbarkeit eines Vor-Ort-Testangebots bei wohnungslosen Menschen in niedrigschwelligen medizinischen Einrichtungen in Berlin

Weitere Ziele sind:

  • Ermittlung erster Erkenntnisse zur erreichten Studienpopulation in Hinblick auf Soziodemographie, Risikoverhalten, Gesundheitszustand und medizinische Versorgung
  • Ermittlung erster Erkenntnisse zur Infektionslast von Humanem Immundefizienz-Virus (HIV), Hepatitis B Virus (HBV), Hepatitis C Virus (HCV), Syphilis, Neisseria gonorrhoeae (NG), Chlamydia trachomatis (CT), latenter tuberkulöser Infektion (LTBI), Mycobacterium tuberculosis (TB) und SARS-CoV-2
  • Optimierung des Studiendesigns für eine bundesweite Ausrollung der Studie

Zusammenfassung

Deutschland hat sich den Eliminierungszielen der WHO von HIV, Hepatitis B und C bis 2030 verschrieben und 2016 die „Strategie zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C (HBV, HCV) und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) BIS 2030“ publiziert. Zudem ist die Stadt Berlin seit 2016 der Fast Track City Initiative (UNAIDS/WHO) beigetreten. Damit nimmt sie eine Vorreiterrolle in der Umsetzung der Bekämpfung von HIV/AIDS ein.

Um globalen und nationalen Eliminierungszielen zu erreichen, hat in Deutschland vor allem die Bekämpfung von viralen Hepatitiden, HIV und STIs bei vulnerablen Gruppen Priorität. Eine besonders vulnerable, jedoch auch sehr heterogene Gruppe, sind wohnungslose Menschen. Sie sind von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen, dadurch sind Grundbedürfnisse wie eine gesicherte Unterkunft, Nahrung, Kleidung und Hygiene oft nicht gedeckt. Darunter sind Menschen, die Drogen konsumieren, sexuelle Risiken im Rahmen von Sexarbeit oder ungeschütztem Sex mit verschiedenen Menschen eingehen, in Haft waren oder aus Ländern mit einer hohen Prävalenz der entsprechenden Erkrankungen kommen.

Bislang gibt es wenig Informationen zur Prävalenz von sexuell und durch Blut übertragbaren Infektionen (STI), Tuberkulose und SARS-CoV-2 bei wohnungslosen Menschen in Deutschland. Spezifische Aufklärungs-, Test- und Präventionsprojekte in Bezug auf die genannten Infektionserkrankungen gibt es außer in der Suchthilfe kaum. Zudem haben obdachlose Menschen oft einen eingeschränkten oder keinen Zugang zu medizinischer Behandlung. Daraus ergibt sich vermutlich eine hohe Vulnerabilität für Infektionskrankheiten.

Methode

In einer multizentrischen Querschnittsstudie werden in 5 niedrigschwelligen medizinischen Einrichtungen in Berlin 200 Studienteilnehmende rekrutiert. Von allen Teilnehmenden wird eine venöse Blutprobe zur Labortestung auf HBV, HCV, HIV, Syphilis und SARS-CoV-2 entnommen. Zusätzlich wird ein Interferon-Gamma-Release Assay (IGRA, „Quantiferon-Test“) durchgeführt. Optional werden vor Ort außerdem ein Schnelltest auf HCV, HIV, Syphilis und SARS-CoV-2 durchgeführt sowie zur Bestimmung von NG und CT eine Urinprobe abgegeben.

Es erfolgt zusätzlich eine strukturierte Befragung aller Studienteilnehmenden mit Hilfe eines Fragebogens. Der Fragebogen enthält Fragen zu Soziodemographie, Verhaltensfaktoren, Gesundheitszustand und Zugang zu medizinischer Versorgung.

Im Anschluss an die Datenerhebung werden Evaluierungstreffen mit Studienteilnehmenden, Studienteams und kooperierenden niederschwelligen medizinischen Einrichtungen in Form von Gruppendiskussionen durchgeführt. Dadurch wird gewährleistet, dass verschiedene Perspektiven in der Evaluierung berücksichtigt werden, die in die Optimierung des Studiendesigns für eine mögliche nationale Ausrollung der Studie einfließen. Die Studienergebnisse werden zeitnah mit den teilnehmenden Einrichtungen geteilt und diskutiert um einen direkten Transfer der Theorie in die Praxis zu ermöglichen.

Forschungsfragen

  • Wie ist die Situation hinsichtlich sexuell und durch Blut übertragbaren Infektionen (STI), Tuberkulose und COVID-19 bei wohnungslosen Menschen in Berlin?
  • Wie muss eine Studie geplant sein, um wohnungslose Menschen zu erreichen?


Kontakt: POINT [at] rki.de

Stand: 26.07.2021

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