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Aktuelle Informationen zum Ebolafieber-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, Provinzen Nord-Kivu und Ituri

Karte mit dem Ebolafieber-Ausbruchsgebiet in der Demokratischen Republik Kongo, Provinzen Nord-Kivu und Ituri. Quelle: RKIKarte mit dem Ebolafieber-Ausbruchsgebiet in der Demokratischen Republik Kongo, Provinzen Nord-Kivu und Ituri Quelle: RKI

Seit Ende Juli 2018 wurden im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo mehr als 500 bestätigte und wahrschein­liche Fälle von Ebolafieber gemeldet. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheits­ministeriums sind bislang etwa zwei Drittel der Betroffenen gestorben (Link siehe unten). Der Ausbruch betrifft mehrere Gesundheitszonen in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri, er wird durch den Virusstamm Ebola Zaire verursacht.

Dies ist der zehnte diagnostizierte Ebolafieber-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Mit bislang mehr als 290 Todesfällen zählt er zu den schwersten Ebolafieber-Ausbrüchen in der Geschichte. Im Frühsommer 2018 trat die Krankheit bereits der Provinz Équateur im Nordwesten des Landes auf, die Epidemie dort wurde am 24.7.2018 für beendet erklärt (Link siehe unten). Sequenzanalysen des Virenerbguts ergaben, dass beide Ausbrüche nicht miteinander in Verbindung stehen.

Aktuelles Epidemiegebiet: Bestätigte Fälle sind bislang in den Gesundheits­zonen Beni, Butembo, Kalungata, Katwa, Kyondo, Mabalako, Masereka, Musienene, Mutwanga, Oicha und Vuhovi in der Provinz Nord-Kivu sowie in den Gesundheits­zonen Komanda, Mandima und Tchoima in der Provinz Ituri aufgetreten.

Experten des nationalen Gesundheitsministeriums, der WHO, Ärzte ohne Grenzen und weitere internationale Partner sind vor Ort, um den Ausbruch einzudämmen. In der Region wurden mobile Labore und Behandlungs­zentren errichtet. Ein Kernelement der Bekämpfungs­maßnahmen sind Impfungen mit einem weiterhin experimentellen Impfstoff, der in früheren Ausbrüchen erfolgreich eingesetzt wurde. Die Impfung wird medizinischem Personal und anderen Einsatzkräften angeboten, sowie Personen in einem breiten Kontaktumfeld von Erkrankten – mehr als 30.000 wurden bereits geimpft. Außerdem werden verschiedene experimentelle Therapeutika bei der Behandlung der Erkrankten eingesetzt und seit November 2018 in einer randomisierten Studie miteinander verglichen (Link der WHO siehe unten).

Der WHO zufolge bleibt es jedoch eine große Herausforderung, den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen (Situationsbericht von WHO Afro, 12.12.2018, Link siehe unten). In der Region finden immer wieder Kämpfe zwischen kongolesischen Sicherheits­kräften und bewaffneten Gruppen statt, was die aufsuchende Epidemiologie und die Impfungen erheblich erschwert. Am 17.10.2018 hat sich der von der WHO einberufene Notfallausschuss (Emergency Committee) dagegen ausgesprochen, eine gesundheitliche Notlage von inter­nationaler Tragweite (Public Health Emergency of International Concern, PHEIC) zu erklären (siehe Mitteilung der WHO vom 17.10.2018, Link siehe unten).

Risikoeinschätzung

Die WHO stuft das Risiko einer Ausbreitung des Ausbruchs auf nationaler und regionaler Ebene weiterhin als sehr hoch ein. Die von Ebolafieber betroffenen Regionen der Demokratischen Republik Kongo liegen im Grenzgebiet zu vor allem Uganda und Ruanda; bislang wurden alle Verdachtsfälle in diesen Ländern entkräftet. Die Nachbarländer haben sich intensiv auf eine mögliche Ausbreitung des Ausbruchs vorbereitet. Im Rahmen des EFFO-Projekts schult das RKI Ärzte und Pflegekräfte in Ruanda im Umgang mit (möglichen) Ebolafieber-Fällen. EFFO ist Teil des Global Health Protection Programme (GHPP) des Bundes­ministeriums für Gesundheit (Mitteilung des GHPP und Link zum EFFO-Projekt siehe unten).

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) stuft das Risiko, dass Ebolafieber nach Europa importiert wird und sich innerhalb Europas weiterverbreitet, als sehr gering ein (Link siehe unten).

Die Ausreise einer infizierten Person nach Deutschland ist aktuell sehr unwahrscheinlich. Dem Statistischen Bundesamt zufolge reisen von der Demokratischen Republik Kongo jeden Monat nur etwa 200 bis 500 Passagiere nach Deutschland. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die betroffene Region (Link siehe unten).

Stand: 13.12.2018

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