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Aktuelle Informationen zum Ebolafieber-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, Provinzen Nord-Kivu und Ituri

Karte mit dem Ebolafieber-Ausbruchsgebiet in der Demokratischen Republik Kongo, Provinzen Nord-Kivu und Ituri. Quelle: RKIKarte mit dem Ebolafieber-Ausbruchsgebiet in der Demokratischen Republik Kongo, Provinzen Nord-Kivu und Ituri Quelle: RKI

Am 30.07.2018 berichteten die kongolesischen Gesundheitsbehörden erstmals über mindestens 12 Personen, die an einer unbekannten Erkrankung mit Ebolafieber-ähnlicher Symptomatik (Fieber, Blutungen, Erbrechen, Durchfall) im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (Provinz Nord-Kivu) verstorben sind. Der Virusstamm Ebola Zaire wurde nachgewiesen. Seitdem wurden in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri mehr als 230 bestätigte und wahrscheinliche Fälle von Ebolafieber registriert, etwa zwei Drittel der Betroffenen sind bislang daran gestorben (siehe Informationen des Gesundheitsministeriums der Demokratischen Republik Kongo, Links siehe unten).

Dies ist der zehnte diagnostizierte Ebolafieber-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo – jeder einzelne nachgewiesene Fall von Ebolafieber wird als Ausbruch angesehen. Im Frühsommer 2018 trat die Krankheit bereits der Provinz Équateur im Nordwesten des Landes auf, die Epidemie dort wurde am 24.7.2018 für beendet erklärt (Link siehe unten). Sequenzanalysen des Virenerbguts haben ergeben, dass beide Ausbrüche nicht miteinander in Verbindung stehen.

Aktuelles Epidemiegebiet: Bestätigte Fälle gibt es in den Gesundheitszonen Beni, Butembo, Kalungata, Mabalako (speziell dem Ort Mangina), Masereka und Oicha in der Provinz Nord-Kivu sowie Komanda, Mandima und Tchoima in der Provinz Ituri.

Experten des nationalen Gesundheitsministeriums, der WHO, Ärzte ohne Grenzen und weitere internationale Partner sind vor Ort, um den Ausbruch einzudämmen. In der Region wurden mobile Labore und Behandlungszentren errichtet. Ein Kernelement der Bekämpfungsmaßnahmen sind Impfungen mit einem weiterhin experimentellen Impfstoff, der in früheren Ausbrüchen erfolgreich eingesetzt wurde. Die Impfung wird medizinischem Personal und anderen Einsatzkräften angeboten, sowie Personen in einem breiten Kontaktumfeld von Erkrankten – mehrere tausend wurden bereits geimpft. Nach Angaben des nationalen Gesundheitsministeriums werden zudem verschiedene experimentelle Therapeutika bei der Behandlung von Erkrankten eingesetzt.

Die Kontrollmaßnahmen tragen zwar zur Eindämmung bei, die Ausbruchsbekämpfung wird der WHO zufolge jedoch erheblich erschwert – unter anderem durch Kämpfe zwischen kongolesischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen in der Region. Das Risiko für eine weitere Ausbreitung der Krankheit im Land und in der Region bleibe weiterhin bestehen. Am 17.10.2018 hat sich der von der WHO einberufene Notfallausschuss (Emergency Committee) dagegen ausgesprochen, eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (Public Health Emergency of International Concern, PHEIC) zu erklären. Die Bekämpfungsmaßnahmen müssten jedoch intensiviert und die Situation vor Ort weiter genau beobachtet werden, da sich die Situation ansonsten wahrscheinlich erheblich verschlechtern würde (siehe Mitteilung der WHO vom 17.10.2018 und WHO Disease Outbreak News vom 18.10.2018, Links siehe unten).

Risikoeinschätzung

Die WHO stuft das Risiko einer Ausbreitung des Ausbruchs auf nationaler und regionaler Ebene als sehr hoch ein. Die von Ebolafieber betroffenen Regionen der Demokratischen Republik Kongo liegen im Grenzgebiet zu vor allem Uganda und Ruanda. Die Nachbarländer haben sich intensiv auf eine mögliche Ausbreitung des Ausbruchs vorbereitet. Bislang wurden jedoch alle Verdachtsfälle in diesen Ländern entkräftet. Im Rahmen des EFFO-Projekts hat das Robert Koch-Institut Ärzte und Pflegekräfte im Umgang mit (möglichen) Ebolafieber-Fällen geschult. EFFO ist Teil des Global Health Protection Programme (GHPP) des Bundesministeriums für Gesundheit (Mitteilung des GHPP und Link zum EFFO-Projekt siehe unten).

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) stuft das Risiko, dass Ebolafieber nach Europa importiert wird und sich innerhalb Europas weiter verbreitet, als sehr gering ein (Link siehe unten).

Die Ausreise einer infizierten Person nach Deutschland ist aktuell sehr unwahrscheinlich. Dem Statistischen Bundesamt zufolge reisen von der Demokratischen Republik Kongo jeden Monat nur etwa 200 bis 500 Passagiere nach Deutschland. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die betroffene Region (Link siehe unten).

Stand: 22.10.2018

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