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Aktuelle Infor­ma­tionen zum Ebolafieber-Aus­bruch in der Demo­kra­tischen Republik Kongo

Karte der Demokratischen Republik Kongo mit aktuellem Ebolafieber-Ausbruchsgebiet. Quelle: RKI

Aktuelles Epidemiegebiet: Stadt Mbandaka und südlich angrenzende Gebiete Bikoro und Iboko

Seit dem 8.5.2018 ist in der Demokratischen Republik Kongo ein erneuter Ebola­fieber-Ausbruch bekannt. Die aktuell bekannten Fälle stammen aus den 3 Gesund­heits­distrikten in der Provinz Équateur im Westen des Landes, ca. 600 Kilometer Luftlinie von der Hauptstadt Kinshasa entfernt: Bikoro, Iboko und Wangata; Wangata umfasst Teile der Großstadt Mbandaka (siehe auch Ausbruchs­seiten der Weltgesund­heits­organisation, Link siehe unten).

Nach Angaben des Gesund­heits­ministeriums der Demokra­tischen Republik Kongo wurden seit Anfang April im Ausbruchs­gebiet mehr als 30 laborbestätigte Fälle von Ebola­fieber verzeichnet. Neue Fälle mit verdächtigen Symptomen kommen täglich hinzu, jedoch werden viele auch labordiagnostisch als nicht Ebola­virus-infiziert beurteilt. Mehr als zehn Betroffene sind nach­weislich an Ebola­fieber verstorben (Link zum Twitter-Account des Gesundheits­ministeriums siehe unten). Fast alle Fälle hatten - für Ebola­fieber-Ausbrüche typisch - erkenn­bare epidemio­logische Ver­bindungen unter­einander, z.B. im Rahmen der Kranken­pflege und der Teil­nahme an Beerdigungen.

Jeder einzelne nach­gewiesene Fall von Ebola­fieber zählt bereits als Aus­bruch. Dies ist der bisher neunte Ebola­fieber-Ausbruch in der Demo­kra­tischen Republik Kongo. Die aktuell betroffene Region ist weniger ab­gelegen als die letzten Ausbruchs­orte in Likati (2017) und Boende (2014). Mbandaka, am schiffbaren Teil des Kongo-Flusses gelegen, ist ein wichtiger Verkehrs­knoten­punkt und hat einen nationalen Flug­hafen. Daher hat der Aus­bruch ein größeres Potential, sich im Nah­bereich räumlich weiter auszu­breiten. In der Demokratischen Republik Kongo werden die Verkehrs­wege rund um die Aus­bruchs­region kontrolliert. Die Nachbar­länder haben ihre Wach­sam­keit entsprechend erhöht.

Das nationale Gesundheits­ministerium und das Institut National de Recherche Biomédicale (INRB) sind zunehmend besser auf Ebola­fieber-Ausbrüche ein­gestellt. Die WHO, Ärzte ohne Grenzen (MSF) und viele andere inter­nationale Partner sind seit der Ent­deckung des Ausbruchs aktiv involviert. Labore vor Ort ermög­lichen die schnelle Untersuchung von Patienten­proben. Ein Kern­element der um­fassenden Maß­nahmen sind Riegelungs­impfungen mit einem weiterhin experimentellen Impf­stoff, der in der Endphase des großen Ebolafieber-Ausbruchs in West­afrika (2014/2015) in Guinea sehr erfolgreich getestet wurde. Die Impfung wird medizinischem Personal und anderen Einsatz­kräften angeboten, sowie Personen in einem breiten Kontakt­umfeld von Erkrankten. Auch der Einsatz experimenteller Therapeutika ist geplant.

Die Aus­reise einer infizierten Person nach Deutschland ist aktuell sehr unwahr­scheinlich, vor allem, solange der Ausbruch auf die Provinz Équateur beschränkt bleibt. Dem Statis­tischen Bundes­amt zufolge reisen von der Demo­kra­tischen Republik Kongo jeden Monat nur etwa 200 bis 500 Passagiere nach Deutschland. Auch das Euro­päische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krank­heiten (ECDC) bewertet das Risiko einer Ein­schleppung und Aus­breitung des Virus in der EU aktuell als sehr gering (Link siehe unten). Von Reisen in die betroffene Region wird vom Aus­wärtigen Amt dringend abgeraten (Link siehe unten).

Stand: 31.05.2018

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