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Empfehlungen für das Management von Kontaktpersonen zu einer an Affenpocken erkrankten Person

Stand: 19.9.2022

Begründung: Die Ermittlungen zu Affenpockenfällen und Kontaktpersonen (KP) im aktuellen Ausbruch haben folgende für das Management von KP bedeutsamen Erkenntnisse erbracht:

  • Sekundärfälle wurden nur unter KP beobachtet, die zum Indexfall engen Körperkontakt hatten, in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle im Rahmen sexueller Aktivitäten.
  • Eine Übertragung durch Tröpfchen im Rahmen nicht-intimer Kontakte erscheint unwahrscheinlich, kann aber nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
  • Es gibt bisher keine Hinweise auf eine Übertragung des Affenpockenvirus vor dem Auftreten von Symptomen.

Daraus ergibt sich, dass eine häusliche Absonderung (Quarantäne) für KP nicht erforderlich ist, solange sie frei von Symptomen sind, die auf eine Affenpocken-Infektion hindeuten. KP der Kategorien 2 und 3 einer an Affenpocken erkrankten Person sollen sich über 21 Tage (= maximale Inkubationszeit) nach dem letzten Kontakt selbst beobachten und sich im Falle des Auftretens von Symptomen, die auf Affenpocken hindeuten könnten, sofort selbst isolieren und zeitnah auf Affenpocken untersuchen lassen. KP der Kategorie 3 sollen zusätzlich regelmäßig durch das Gesundheitsamt kontaktiert werden (aktive Überwachung).

KP der Kategorie 3 sollen auf sexuelle Kontakte verzichten und den Kontakt zu vulnerablen Gruppen (immungeschwächte Personen, Schwangere und Kinder unter 12 Jahren) vermeiden.

Bei KP, die mit Imvanex oder Jynneos geimpft wurden oder eine laborbestätigte Affenpocken-Infektion durchgemacht haben, ist von einem niedrigeren Infektionsrisiko auszugehen. Allerdings gibt es noch keine belastbaren klinischen Daten zur Zuverlässigkeit der Schutzwirkung gegen eine [erneute] Infektion. Bei Personen, die zuletzt vor vielen Jahren gegen Pocken geimpft wurden, sind bereits zahlreiche Affenpockeninfektionen dokumentiert, d. h. es besteht keine ausreichende Schutzwirkung durch eine lange zurückliegende Impfung.

Deshalb gilt folgende Empfehlung:

  • Immunkompetente Personen, die zwei Impfungen mit Imvanex/Jynneos im Abstand von mindestens 28 Tagen oder mindestens eine Pockenimpfung in der Vergangenheit und eine Impfung mit Imvanex/Jynneos erhalten haben, gelten ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung als „geimpft“.
  • Immunkompetente Personen, die bereits eine laborbestätigte Affenpocken-Infektion durchgemacht haben, gelten als „genesen“.
  • Für laut dieser Definition geimpfte oder genesene KP, die eine Exposition der Kategorie 3 hatten, gelten die Maßnahmen der Kategorie 2.
  • Bei immundefizienten KP ist die Schutzwirkung von Impfung bzw. durchgemachter Affenpocken-Infektion unsicher; deshalb gelten für sie dieselben Empfehlungen wie für nicht geimpfte bzw. nicht genesene KP.

Empfehlungen für das Management von Kontaktpersonen zu einer an Affenpocken erkrankten Person (Stand: 19.9.2022) (PDF, 93 KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Änderungen gegenüber der Version vom 27.6.2022:

  • Die Empfehlung einer Quarantäne / Absonderung in häuslicher Umgebung für Kontaktpersonen entfällt.
  • Mitbewohner im Haushalt einer an Affenpocken erkrankten Person, die keine intimen Kontakte zu der/dem Erkrankten und keine Exposition zu möglicherweise infektiösem Material (z. B. bei Reinigungstätigkeiten) hatten, werden jetzt in Kategorie 2 (statt bisher Kategorie 3) eingestuft.
  • Empfehlungen für Kontaktpersonen, die bereits eine Impfung mit Imvanex oder Jynneos erhalten haben oder anamnestisch eine laborbestätigte Affenpocken-Infektion durchgemacht haben (Genesene), wurden ergänzt.

Stand: 19.09.2022

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