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Lassavirus-Infektion bei Kontaktpersonen des in Köln Verstorbenen nicht bestätigt

Bei zwei Kontaktpersonen des Ende Februar 2016 in der Kölner Uniklinik verstorbenen Lassafieber-Patienten hat sich die Lassavirus-Infektion nicht bestätigt. Der an Lassafieber Verstorbene war für eine Hilfsorganisation in Togo tätig und hatte sich dort infiziert. Bei einer Blutuntersuchung war bei einer Kontaktperson am 15. März die Diagnose einer Lassa-Infektion gestellt worden, so dass der Patient unter Einhaltung entsprechender Schutzmaßnahmen umgehend auf die Isolierstation der Uniklinik Frankfurt gebracht worden war.

Die zunächst als zweiter und dritter Sekundärfall angesehenen und in der Isolierstation in Düsseldorf aufgenommenen Patienten hatten im Zeitraum von Ende Februar bis Anfang März 2016 Kontakt zum Leichnam des Patienten. Sie hatten ebenfalls unter Beobachtung gestanden. Bei ihnen hatte eine aufgrund einer beginnenden Symptomatik durchgeführte Blutuntersuchung am 17. März die Diagnose einer Lassavirus-Infektion ergeben. Der ursprünglich positive Befund wurde nun zurückgenommen, da sich der Befund nicht bestätigen ließ, wie die Universitätsklinik Düsseldorf am 19. März mitgeteilt hat (www.uniklinik-duesseldorf.de).

Auf einer Isolierstation können Patienten optimal und ohne Risiko für das behandelnde medizinische Personal versorgt und medikamentös behandelt werden. Die Kontaktpersonen solcher Patienten werden engmaschig beobachtet.

Obwohl in Afrika insbesondere im medizinisch-pflegerischen Kontext durchaus Mensch-zu-Mensch-Übertragungen von Lassafieber vorkommen, ist die in Deutschland aufgetretene Übertragung ungewöhnlich. Die Umstände der Übertragung werden derzeit untersucht. Bei früheren Fällen waren unter den vielen Kontaktpersonen der außerhalb von Afrika behandelten Lassafieber-Fälle keine Sekundärerkrankungen bekannt geworden, obwohl auch diese zum Teil erst spät als Lassafieber-Fälle diagnostiziert und entsprechende Schutzmaßnahmen daher auch nicht immer durchgehend eingehalten worden waren. Allerdings wurde in Deutschland schon einmal retrospektiv eine asymptomatisch gebliebene wahrscheinliche Sekundärinfektion dokumentiert.

Bei weiteren Kontaktpersonen des verstorbenen Patienten aus Togo läuft die maximale Inkubationszeit von Lassafieber (21 Tage) nach ihrem letzten Kontakt zu dem Patienten in den nächsten Tagen ab. Sie stehen unter Beobachtung und würden beim Auftreten von Krankheitssymptomen umgehend in eine Isolierstation aufgenommen. Von keiner Kontaktperson geht aktuell eine Infektionsgefahr für die Bevölkerung aus. Lassavirus-Infizierte können erst mit dem Eintritt von Krankheitssymptomen die Infektion auf andere übertragen. Ausführliche Informationen u.a. zu Ansteckungswegen, Symptomen und Diagnostik von Lassafieber sind im RKI-Ratgeber für Ärzte abrufbar.

Im Gegensatz zu dem aus Togo ausgeflogenen Patienten, der bei seiner Ankunft in Köln bereits schwer erkrankt war, wird der in Deutschland Erkrankte frühzeitig optimal medizinisch versorgt. Der Anteil tödlicher Verläufe ist bei Lassafieber deutlich geringer als etwa bei Ebolafieber.

Stand: 19.03.2016

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