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Zielgruppeneinstiege

KABP-Studie mit HIV- und STI-Testangebot bei und mit in Deutschland lebenden Migrant/innen aus Subsahara-Afrika (MiSSA)

Projektleitung: Claudia Santos-Hövener
Studienkoordination: Carmen Koschollek, Adama Thorlie
Kooperationspartner: Münchner Aids-Hilfe e.V., Aids-Hilfe Essen e.V., Caritas Essen, Diakonie Köln, Verband für inter­kulturelle Arbeit (VIA), Regional­ver­band Berlin/Brandenburg e.V., Afrikaherz Berlin, Maisha e.V. Selbst­hilfe­gruppe afrikanischer Frauen in Deutschland, Hannöversche AIDS-Hilfe e.V.
Förderung: Bundesministerium für Gesundheit
Unterstützt durch:

  • Referat für Gesundheit und Umwelt, München;
  • Gesundheitsämter Essen, Düsseldorf, Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen;
  • Gesundheitsamt Köln;
  • Zentren für sexuelle Gesundheit und Familien­planung: Charlotten­burg-Wilmers­dorf, Berlin-Mitte, Marzahn-Hellers­dorf und Kreuz­berg-Friedrichs­hain;
  • Gesund­heits­amt Frankfurt am Main;
  • AIDS- und STD-Beratung Hannover, AIDS-Beratungs­stelle / Beratungs­stelle für sexuelle Gesund­heit Braun­schweig sowie Aids- und Sexual­beratungs­stelle Hildes­heim

Laufzeit: 1.8.2014 bis 31.12.2016

Ziele

  • Deutschlandweite Erfassung des Verhaltens, das mit einem erhöhten Infektions­risiko in Bezug auf HIV, Virus­hepatitiden (HEP) und sexuell über­trag­baren Infektionen (STI) von in Deutsch­land lebenden Afrikaner/innen asso­ziiert ist
  • Identifizierung der Präventions­bedürfnisse und -bedarfe in Bezug auf die oben genannten Infektionen
  • Abschätzung der Inan­spruch­nahme des vorhandenen HIV/HEP/STI-Test­angebotes
  • Sensibilisierung von Afrikaner/innen für die Themen HIV/HEP/STI
  • Einbindung der afrikanischen Communities
  • Bildung von Netzwerken vor Ort

Zusammenfassung

Migrant/innen aus Subsahara-Afrika (MiSSA) sind hinsichtlich der HIV-Über­tragung eine in Deutsch­land epi­de­mio­logisch relevante Gruppe, die in den letzten Jahren 10-15 % aller HIV-Erst­diag­nosen stellten. Die Mehr­heit der HIV-Infek­tionen erfolgte zwar in den Herkunfts­ländern; bis zu 33% der Infek­tionen sind aber erst in Deutsch­land erworben. HIV-Diag­nosen werden bei MiSSA erst in einem späteren klinischen Stadium als bei anderen Personen in Deutsch­land gestellt. Aus Studien ist bekannt, dass auch die Präva­lenzen von HEP/STI in einigen Herkunfts­ländern sehr hoch sind. Der Zugang zu und die Nutzung von Prä­ven­tions­maß­nahmen und Gesund­heits­dienst­leistungen durch die in Deutsch­land lebenden MiSSA sollte ver­bessert werden.

Bisher gibt es nur punktuelle Infor­ma­tionen zu Wissen, Ein­stel­lungen und Ver­halten in Bezug auf HIV/HEP/STI von in Deutsch­land lebenden Afrikaner/innen. Reprä­sen­tative Studien für die hetero­sexuelle All­ge­mein­be­völ­kerung wie "AIDS im öffent­lichen Bewusst­sein" der Bundes­zentrale für gesund­heit­liche Auf­klärung (BZgA) erreichen diese Gruppe nicht aus­reichend. Auch für Studien und Präventions­maßnahmen ist der Zugang zu dieser Gruppe erschwert. In einer Pilot­studie (Link siehe unten) wurde ein parti­zi­pa­tives Studien­design zur ziel­gruppen­spe­zi­fischen Re­kru­tie­rung etab­liert, das nun in einer parti­zi­pativ ge­stal­teten, deutsch­land­weiten, multi­zentri­schen Be­fragung von ca. 3.000 Mi­grant/in­nen (ca. 1-2% der afri­ka­nischen Be­völ­kerung) um­ge­setzt wird. Die Studie läuft über 2,5 Jahre und soll in fünf bis sechs Städ­ten/Re­gi­o­nen mit großen afri­ka­nischen Communities wie Rhein-Ruhr-Region, Berlin, München, Frank­furt am Main, Köln und ggf. Hannover durchgeführt werden und wird vom RKI in Zu­sam­me­narbeit mit Akteuren und Community-Mitgliedern vor Ort umgesetzt.

Während des Studien­verlaufs sind Afri­ka­ner/innen aus der Sub­sahara-Region und relevante Akteure in alle Studien­schritte ein­ge­bunden. Das Studien­design ist so angelegt, dass Teil­nehmer/innen für die Themen HIV/HEP/STI und aus­ge­wählte andere Aspekte der sexuellen Gesundheit, wie z.B. sexuelle Gewalt informiert und sensibilisiert werden.

Lokale Auswertungen sowie die Ent­wick­lung von Präventions­bot­schaften werden während des Studien­verlaufs mit Peer Researchern und Studien­leitung vor Ort generiert. Über­grei­fende Emp­fehlungen für die HIV/HEP/STI-Prä­ven­tion für in Deutsch­land lebende Afrikaner/innen werden zum Abschluss des Projektes unter Ein­bindung lokaler Partner/innen und Ent­scheidungs­träger, wie z.B. Ver­tre­ter/in­nen der Landes­stellen, des BMG und der BZgA, formuliert und deren Umsetzung und Imple­me­ntierung geplant.

Die Studie ist Teil des Konzepts zur Second Generation Surveillance von HIV und STI in Deutschland, in der alle Infor­ma­tionen aus beste­henden Netz­werk­strukturen im Bereich HIV/AIDS und STI zur dif­fe­ren­zierten Betrachtung von gefähr­deten Teil­gruppen heran­ge­zogen werden.

Stand: 26.11.2016

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