Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

HIV/AIDS-Surveillance

Folgende Erhebungsinstrumente liefern die Datengrundlage für eine Beurteilung der HIV/AIDS-Epidemie:

Darüber hinaus befassen sich weitere Studien mit epidemiologischen Aspekten der HIV-Infektion.

AIDS-Fallregister

Seit 1982 werden die freiwilligen und anonymen Fallberichte der behandelnden Ärzte über AIDS-Erkrankungs- und Todesfälle in der Bundesrepublik Deutschland in einem zentralen Fallregister zusammengetragen und ausgewertet. Das AIDS-Fallregister liefert auch heute wesentliche Daten für die Abschätzung des Ausmaßes der HIV/AIDS-Epidemie. Die besonderen Qualitäten dieses Erhebungsinstrumentes sind, daß es auf Grund der engen Zusammenarbeit mit den meldenden Ärzten belastbare Angaben zu Alter, Geschlecht, Region des Wohnortes sowie zum möglichen Infektionsrisiko der AIDS-Patienten liefert. Darüber hinaus werden zuverlässige Informationen über die zur Diagnose AIDS führenden Erkrankungen, zur medizinischen Betreuung und Therapie sowie andere für die epidemiologische Bewertung relevanten Angaben erhoben. Ein die Anonymität wahrender Personencode ermöglicht das Erkennen von Mehrfachmeldungen und gewährleistet die richtige Zuordnung von Todesfallmeldungen. Die Vollständigkeit der Erfassung im AIDS-Fallregister der in Deutschland aufgetretenen Fälle liegt bei weniger als 50%.

HIV-Labormeldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz

Ab 1987 wurden nach der Laborberichtsverordnung (LabVO) alle in einem Bestätigungstest HIV-positiven Befunde von dem die Untersuchung durchführenden Laborarzt anonym an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Ein besonderes Problem bei der Interpretation dieser Daten zeigte sich darin, dass ein Ausschluss von Mehrfachmeldungen auf der Basis der unkodierten, nichtnamentlichen Meldungen nicht zuverlässig möglich war. Zwar gab es die Möglichkeit der ergänzenden Arztmeldung bereits. Da diese Ergänzungen der Einsender jedoch vom Laborarzt erfragt wurden und von diesem in die Erhebungsbögen eingetragen wurden, machten viele behandelnde Ärzte von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch, weil sie sich scheuten, anamnestische Angaben (beispielsweise zu sexuellen Vorlieben ihrer Patienten) an die Labore weiter zu geben. Außerdem führten die Rückfragen beim Einsender zu teilweise beträchtlichen zeitlichen Meldeverzögerungen; schlimmstenfalls sogar dazu, dass die Erstattung der Meldung völlig in Vergessenheit geriet. Im Hinblick auf die rückläufigen Zahlen von neu diagnostizierten AIDS-Fällen aufgrund einer verlängerten Inkubationszeit für AIDS infolge effektiver Therapien hat die HIV-Fallerfassung jedoch zunehmend an Bedeutung gewonnen. In der Pilotphase für das neue Infektionsschutzgesetz wurde ab Juli 1998 durch eine die Labormeldung ergänzende freiwillige Meldung des behandelnden Arztes mittels eines Durchschlages des Erhebungsbogens (sowie die freiwillige Ergänzung der fallbezogenen Verschlüsselung – RKI-Code) erfolgreich versucht, sowohl die bisher hohe Zahl an unerkannten Mehrfachmeldungen zu senken als auch die Datenqualität insgesamt zu verbessern. Diese Möglichkeit der Datenergänzung mit der Vorgabe den Durchschlag direkt an das RKI zu schicken, wo die beiden Meldebogenteile anhand einer aufgedruckten Nummer wieder zusammen geführt werden können, wurde sehr schnell und gut von den behandelnden Ärzten angenommen.
In Übereinstimmung mit den Empfehlungen des European Centre for the Epidemiological Monitoring of AIDS wurde im Rahmen des zu Beginn des Jahres 2001 in Kraft getretenen neuen Infektionsschutzgesetzes eine nicht-namentliche Labor-Meldepflicht für den Nachweis einer HIV-Infektion gesetzlich verankert. Die damit installierte HIV-Fallerfassung stützt sich auf den seit Jahren bewährten RKI-Code aus dem freiwilligen AIDS-Fallregister und die Erfahrungen mit dem Erhebungsbogen aus der LabVO.

Blutspender-Screening

Die bei der routinemäßigen Testung aller Blutspender erhobenen Daten über die Häufigkeit von HIV, HBV, HCV und Syphilis bei allen Erst- und Mehrfachspendern in Deutschland werden vierteljährlich an das FG 34 gemeldet und ausgewertet. Blutspender sind hinsichtlich der HIV-Übertragung näherungsweise repräsentativ für die allgemeine Bevölkerung unter Ausschluß von Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko.

Stand: 15.08.2012

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.