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Ebola-Forschungsprojekte im Projektverbund EBOKON

Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) hat ein Konsortium initiiert, das die Ebola-Forschung verstärken und bestimmte Wissenslücken schnellstmöglich schließen soll, um damit den Kampf gegen die Epidemie zu unterstützen. Insgesamt zehn Vorhaben werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Projektverbund EBOKON bis Ende 2015 mit 2,3 Millionen Euro unterstützt.

Im Rahmen dieses Verbundes führt das Robert Koch-Institut drei Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten durch (EBOKON-Projekte 9a, 9b und 9c).

Darüber hinaus ist das Robert Koch-Institut in Form von Abteilung 3 Partner in einem weiteren EBOKON-Projekt, welches vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig geleitet wird (EBOKON-Projekt 10).

EBOKON-Projekt 9a: Untersuchungen zu einem möglichen Sekundär-Reservoir bei Tieren in Westafrika

In der gegenwärtigen Ebolafieber-Epidemie können nicht alle Toten schnell und sicher beerdigt werden und nicht alle kontaminierten Exkremente und Materialien werden fachgerecht desinfiziert. Es ist daher denkbar, dass sich Tiere (z.B. Hunde, Ratten, Fliegen) mit dem Ebolavirus infizieren und in Westafrika zu einem sekundären Reservoir werden könnten. Diese sekundäre Epidemie unter Tieren könnte dann möglicherweise, während oder nach der Epidemie unter Menschen (lokal oder regional), zu einem Wiedereintrag des Virus in die menschliche Population führen. Daher werden in diesem Teilprojekt Tiere in den von Ebolafieber betroffenen Gebieten auf Ebolaviren sowie Antikörper gegen Ebolaviren untersucht, um die beschriebenen Risiken besser einordnen zu können. Die Ergebnisse könnten dazu genutzt werden, entsprechende Präventionsmaßnahmen einzuleiten.

Ansprechpartner: Dr. Fabian Leendertz

Projektgruppe 3 "Epidemiologie hochpathogener Erreger": Ebola bei Wildtieren

EBOKON-Projekt 9b: Entwicklung einer adaptiven, interaktiven Software zur Bewertung des absoluten Ebola-Importrisikos an Knoten des weltweiten Flugverkehrsnetzes

Über den internationalen Flugverkehr ist es möglich, dass einzelne Ebolafieber-Fälle in weitere Staaten importiert werden. Dieses Risiko hängt außer von den Flugbewegungen von vielen anderen Faktoren ab (z.B. Anzahl der Fälle in Westafrika), die bislang nur ungenügend in entsprechende mathematische Modelle eingespeist sind. In diesem Teilprojekt wird ein bestehendes Modell zur Risikoabschätzung weiterentwickelt, um die Importrisiken von Staaten durch das weltweite Flugverkehrsnetz besser einschätzen zu können.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Dirk Brockmann

Projektgruppe 4 "Epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten": Risikoabschätzung des Imports von Ebola durch das weltweite Flugnetz

EBOKON-Projekt 9c: Entwicklung, Einsatz und Evaluierung eines Follow-up-Tools für Personal in Ebolafieber-Behandlungseinrichtungen und Rückkehrer aus Ebolafieber-Gebieten

Infolge der Behandlung von Ebolafieber-Patienten in Deutschland und der Entsendung von Helfern in von Ebolafieber betroffene Gebiete gibt es eine wachsende Anzahl von Personen, die unter entsprechenden Schutzvorkehrungen gegenüber Ebolaviren exponiert waren und daher ein sehr geringes, aber nicht völlig auszuschließendes Infektionsrisiko haben. Diese Personen sollen ihren Gesundheitszustand für 3 Wochen nach ihrer Rückkehr beobachten. In dem Teilprojekt EBOKON 9c wird daher ein Mobiltelefon-gestütztes Follow-Up-Netzwerk für Helfer und andere Personen, die nach Einsätzen in Ebolafieber-Gebieten zurückkehren, entwickelt, um dieses Gesundheitsmonitoring zu erleichtern.

Ansprechpartner: Dr. Hermann Claus (FG 31) und Dr. Justus Benzler (FG 32)

EBOKON-Projekt 10: Surveillance von Ebolafieber durch mobile Echtzeit-Datenübermittlung in Nigeria

Die Überwachung von Personen, die Kontakt zu Ebolavirus-Infizierten hatten, war bei den vergangenen Ebolafieber-Ausbrüchen ein essenzielles Mittel zur Eindämmung der Epidemie. In dem jetzigen Ausbruch in Westafrika ist eine vollständige Verfolgung von Kontakten aufgrund der hohen Fallzahlen nicht immer möglich. Neue Konzepte zur Identifizierung von Personen, die Kontakt zu Infizierten hatten, sind daher erforderlich. In diesem Teilprojekt wird daher der Einsatz von Smartphones zur Echtzeit-Datenübermittlung im Rahmen der Kontaktermittlung in Nigeria getestet.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Gérard Krause, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung; am RKI: Dr. Hermann Claus (FG 31)

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI): Surveillance von Ebola durch mobile Echtzeit-Datenübermittlung in Nigeria

Informationen zu den anderen EBOKON-Projekten sind auf den Internetseiten des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung erhältlich (Link siehe unten).

Stand: 08.12.2014

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