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RKI zu Ausbrüchen von hochpathogener aviärer Influenza A(H5N8) bei Geflügel

Am 5.11.2014 wurde in Mecklenburg-Vorpommern ein Ausbruch von hochpathogener aviärer Influenza (HPAI) A(H5N8) (Geflügelpest) in einem Putenmastbetrieb von den Veterinärbehörden bestätigt. Die Puten wurden gekeult und die Kadaver sicher entsorgt. Das Influenzavirus A(H5N8) wurde damit erstmals bei Geflügel in Europa identifiziert; bisher war dieses Geflügelpestvirus nur bei Wildvögeln und Geflügel in Asien (Korea, China und Japan) nachgewiesen worden.

Seitdem ist das Virus vereinzelt in Deutschland, und in anderen europäischen Ländern, in Nordamerika und in weiteren Ländern Asiens (Taiwan, Russische Föderation) aufgetreten. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern waren mehrere Geflügelbestände betroffen. Im Januar 2015 hat das Friedrich-Loeffler-Institut eine Infektion mit A(H5N8) bei Vögeln im Rostocker Zoo bestätigt; am 21.1.2015 wurde das Virus zudem bei einem Huhn aus einer Hobbyhaltung in Anklam, Mecklenburg-Vorpommern, gefunden. Die örtlichen Behörden leiteten entsprechende Bekämpfungs- und Überwachungsmaßnahmen ein.

Infektionen mit A(H5N8) wurden auch bei einzelnen Wildvögeln in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen nachgewiesen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat eine Risikobewertung zur Einschleppung sowie dem Auftreten von hoch pathogenen aviären Influenzaviren veröffentlicht (aktualisierter Stand 21.01.2015, weitere Informationen auf den Internetseiten des Friedrich-Loeffler-Instituts, Link siehe unten).

Seit 2003 wurden weltweit über 1.000 humane Erkrankungen mit aviärer Influenza identifiziert. Bis 2012 waren dies in den allermeisten Fällen hochpathogene Influenza A(H5N1)-Viren in Asien und Ägypten (regelmäßige Berichte seit 2003) und Infektionen durch die für Vögel niedrig pathogenen Influenza A(H7N9)-Viren in China, die seit 2013 auftreten. Es gibt weiterhin keine Hinweise für eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung mit aviären Influenzaviren (weitere Informationen im "Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2013/14", ab Seite 87, Link siehe unten).

Nach bisherigen Erfahrungen scheint es nur bei engem Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln sowie deren Produkten oder Ausscheidungen zur Übertragung der Viren vom Tier auf den Menschen zu kommen (siehe auch die Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zur Vogelgrippe, Link siehe unten).

Humane Erkrankungen mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus des Subtyps H5N8 sind bisher nicht beobachtet worden, können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Beim Einsatz adäquater Schutzmaßnahmen sind Übertragungen auf den Menschen jedoch unwahrscheinlich. Auch im Zusammenhang mit bekannten Ausbrüchen beim Geflügel durch mit diesem Virus verwandte Geflügelpestviren in Südkorea, Japan oder China wurden bisher keine humanen Erkrankungen berichtet.

Das Robert Koch-Institut hat auf seinen Internetseiten Empfehlungen zur Prävention bei Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko durch (hochpathogene) aviäre Influenza A/H5 veröffentlicht. Danach sind besondere Vorsichts- und Schutzmaßnahmen für Personen empfohlen, die vor, während oder zur Bewältigung eines Ausbruchs hochpathogener aviärer Influenza engen Kontakt zu den erkrankten oder verendeten Vögeln hatten oder haben können. Die Empfehlungen werden von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort in Kooperation mit den Veterinärbehörden umgesetzt. Ein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung besteht nicht.

Weitere ausführliche Informationen zur aviären Influenza sind auf den Internetseiten des RKI zusammengestellt (Infektionskrankheiten A-Z).

Stand: 26.01.2015

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