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Das RKI zu Ausbrüchen von hochpathogener aviärer Influenza A(H5N8) und A(H5N5) bei Geflügel und Wildvögeln

Am 8.11.2016 hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) eine Infektion von Wildvögeln mit hochpathogener aviärer Influenza vom Subtyp A(H5N8) in Schleswig-Holstein bestätigt. Seitdem ist das Virus bei Wildvögeln und Geflügel in fast allen Teilen Deutschlands und in zahlreichen Ländern Europas nachgewiesen worden. Am 24.1.2017 wurden bei einem Wildvogel und in einem Gegflügelbestand in Schleswig-Holstein zudem hochpathogene aviäre Influenzaviren vom Subtyp A(H5N5) festgestellt. Dieser Subtyp ist auch bei Wildvögeln in anderen europäischen Ländern aufgetreten. Nach Angaben des FLI handelt es sich hierbei wahrscheinlich um ein reassortiertes Influenzavirus auf Basis des ursprünglichen A(H5N8). Das Auftreten solcher Reassortanten sei nicht überraschend, die Risikoeinschätzung und die empfohlenen Maßnahmen änderten sich dadurch nicht, schreibt das FLI auf seiner Webseite (Link siehe unten).

Aufgrund der Verbreitung von A(H5N8) geht das FLI derzeit von einem hohen Eintragsrisiko in Nutzgeflügel und in Vogelbestände in zoologischen Haltungen durch direkte und indirekte Kontakte zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel aus. Auf seinen Internetseiten stellt das FLI eine aktuelle Risikoeinschätzung zum Auftreten von A(H5N8) und A(H5N5) zur Verfügung. Dort ist auch die aktuelle Situation zu Befunden bei Wildvögeln bzw. Geflügel abrufbar (Link siehe unten).

Das Influenzavirus A(H5N8) war lange nur bei Wildvögeln und Geflügel in Asien registriert worden. Im November 2014 trat das Virus erstmals in Europa auf, zunächst bei Geflügel und vereinzelt auch bei Wildvögeln in Deutschland, später in anderen europäischen Ländern. Auch in Asien und Nordamerika wurden damals Infektionen mit A(H5N8) bei Wildvögeln und in Geflügelbeständen bestätigt. Der Subtyp A(H5N5) zirkuliert seit Dezember 2016 in Wildvögeln; das Virus wurde nun erstmals auch in einen Geflügelmastbetrieb eingetragen.

Humane Erkrankungen mit aviärer Influenza

Seit 2003 wurden weltweit über 1.000 humane Erkrankungen mit aviärer Influenza identifiziert. Bis 2012 waren dies in den allermeisten Fällen hochpathogene Influenza A(H5N1)-Viren in Asien und Ägypten (regelmäßige Berichte seit 2003) und Infektionen durch die für Vögel niedrig pathogenen Influenza A(H7N9)-Viren in China, die seit 2013 auftreten. Es gibt weiterhin keine Hinweise für eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung mit aviären Influenzaviren (weitere Informationen im "Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2015/16", ab Seite 87, Link siehe unten).

Nach bisherigen Erfahrungen scheint es nur bei engem Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln sowie deren Produkten oder Ausscheidungen zur Übertragung der Viren vom Tier auf den Menschen zu kommen (siehe auch die Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zur Vogelgrippe, Link siehe unten).

Humane Erkrankungen mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus des Subtyps A(H5N8) und des Subtyps A(H5N5) sind bisher nicht beobachtet worden, können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Beim Einsatz adäquater Schutzmaßnahmen sind Übertragungen auf den Menschen jedoch unwahrscheinlich. Auch im Zusammenhang mit bekannten Ausbrüchen beim Geflügel durch mit diesem Virus verwandte Geflügelpestviren in Südkorea, Japan oder China wurden bisher keine humanen Erkrankungen berichtet. Wer einen kranken oder verendeten Wildvogel findet, sollte einen direkten Kontakt vermeiden und sich an die zuständige Veterinärbehörde wenden.

Das Robert Koch-Institut hat auf seinen Internetseiten Empfehlungen zur Prävention bei Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko durch (hochpathogene) aviäre Influenza A/H5 veröffentlicht. Danach sind besondere Vorsichts- und Schutzmaßnahmen für Personen empfohlen, die vor, während oder zur Bewältigung eines Ausbruchs hochpathogener aviärer Influenza engen Kontakt zu den erkrankten oder verendeten Vögeln hatten oder haben können. Die Empfehlungen werden von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort in Kooperation mit den Veterinärbehörden umgesetzt. Ein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung besteht nicht.

Weitere ausführliche Informationen zur aviären Influenza sind auf den Internetseiten des RKI zusammengestellt (Infektionskrankheiten A-Z).

Stand: 25.01.2017

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