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Das RKI zu Ausbrüchen von hochpathogener aviärer Influenza A(H5N8) und A(H5N5) bei Geflügel und Wildvögeln

Stand: 19.5.2017

Am 8.11.2016 hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) eine Infektion von Wildvögeln mit hochpathogener aviärer Influenza vom Subtyp A(H5N8) in Schleswig-Holstein bestätigt. Seitdem ist das Virus bei Wildvögeln und Geflügel in ganz Deutschland und fast allen Ländern Europas nachgewiesen worden.

Nach Angaben des FLI handelt es sich bei der aktuellen Geflügelpest-Epidemie "um die bisher schwerste und am längsten andauernde in Europa". Aktuell scheint die Epidemie in Deutschland abzuklingen. Jedoch muss dem FLI zufolge damit gerechnet werden, dass es auch weiterhin zu vereinzelten Ausbrüchen kommt. Daher sollten Biosicherheitsmaßnahmen weiterhin aufrechterhalten werden, unter anderem das Tragen von stallspezifischer Schutzkleidung, Reinigung und Desinfektion von Geräten, die mit Vögeln in Kontakt waren, und die bestmögliche Unterbindung von Kontakten zwischen Geflügel und Wildvögeln (Risikoeinschätzung vom 17.5.2017, Link siehe unten). Auf seinen Internetseiten stellt das FLI Empfehlungen und eine aktuelle Risikoeinschätzung zum Auftreten von A(H5N8) bei Wildvögeln und Geflügel zur Verfügung (Link siehe unten). Das Influenzavirus A(H5N8) war lange nur bei Wildvögeln und Geflügel in Asien registriert worden. Im November 2014 trat das Virus erstmals in Europa auf, zunächst bei Geflügel und vereinzelt auch bei Wildvögeln in Deutschland, später in anderen europäischen Ländern und in Nordamerika.

Am 23.1.2017 waren in einem Putenmastbetrieb in Schleswig-Holstein zudem hoch pathogene aviäre Influenzaviren vom Subtyp A(H5N5) festgestellt worden. Wie das FLI berichtete, war dieser Subtyp dann auch bei Wildvögeln überwiegend in Schleswig-Holstein gefunden worden. Auch bei Wildvögeln in anderen europäischen Ländern war A(H5N5) seit Dezember 2016 aufgetreten. Nach Angaben des FLI handelte es sich um ein lokal reassortiertes Influenzavirus auf Basis des ursprünglichen Influenzavirus A(H5N8). Mit der Entstehung von Reassortanten sei immer zu rechnen, wenn verschiedene hoch und niedrig pathogene Influenzaviren in einer Vogelpopulation zirkulieren. Das Auftreten solcher Reassortanten sei nicht überraschend, die Risikoeinschätzung und die empfohlenen Maßnahmen änderten sich dadurch nicht.

Humane Erkrankungen mit aviärer Influenza

Humane Erkrankungen mit dem hoch pathogenen aviären Influenzavirus des Subtyps A(H5N8) und des Subtyps A(H5N5) sind bisher nicht beobachtet worden, können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Auch im Zusammenhang mit bekannten Ausbrüchen beim Geflügel durch mit diesem Virus verwandte Influenzaviren in Südkorea, Japan oder China wurden bisher keine humanen Erkrankungen berichtet. Wer einen kranken oder verendeten Wildvogel findet, sollte einen direkten Kontakt vermeiden und sich an die zuständige Veterinärbehörde wenden. Wenn ein Kontakt mit Wildvögeln oder infiziertem Geflügel z.B. aus beruflichen Gründen aber nicht vermieden werden kann, sollten adäquate Schutzmaßnahmen getroffen werden, um das Risiko einer Übertragung auf den Menschen zu minimieren.

Das Robert Koch-Institut hat auf seinen Internetseiten Empfehlungen zur Prävention bei Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko durch (hoch pathogene) aviäre Influenza A/H5 veröffentlicht. Danach sind besondere Vorsichts- und Schutzmaßnahmen für Personen empfohlen, die vor, während oder zur Bewältigung eines Ausbruchs hoch pathogener aviärer Influenza engen Kontakt zu den erkrankten oder verendeten Vögeln hatten oder haben können. Die Empfehlungen werden von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort in Kooperation mit den Veterinärbehörden umgesetzt. Ein erhöhtes Risiko für die Allgemeinbevölkerung besteht nicht. Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle mit aviärer Influenzavirusinfektion beim Menschen sind meldepflichtig und müssen dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden (Link siehe unten).

Seit 2003 wurden weltweit über 2.000 humane Erkrankungen mit aviärer Influenza identifiziert. Bis 2012 waren dies in den allermeisten Fällen hoch pathogene Influenza A(H5N1)-Viren in Asien und Ägypten (regelmäßige Berichte seit 2003). Seit 2013 wurden außerdem mehr als 1.400 humane Fälle mit Infektion durch die für Vögel niedrig pathogenen Influenza A(H7N9)-Viren in China berichtet. In der letzten saisonalen Erkrankungswelle mit aviärer Influenza A(H7N9) im Winter 2016/17 wurde in einer chinesischen Provinz sowohl bei Geflügel, aber auch bei drei humanen Erkrankungen zusätzlich die für Vögel hoch pathogene Variante von A(H7N9) identifiziert.

Es gibt weiterhin keine Hinweise für eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung mit aviären Influenzaviren (weitere Informationen im "Bericht zur Epidemiologie der Influenza in Deutschland Saison 2015/16", ab Seite 87, und zur Risikoeinschätzung der WHO, Links siehe unten).

Nach bisherigen Erfahrungen scheint es nur bei engem Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln sowie deren Produkten oder Ausscheidungen zur Übertragung der Viren vom Tier auf den Menschen zu kommen (siehe auch die Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zur Vogelgrippe, Link siehe unten).

Weitere ausführliche Informationen zur aviären Influenza sind auf den Internetseiten des RKI zusammengestellt (Infektionskrankheiten A-Z).

Stand: 19.05.2017

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