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Zusatzuntersuchung "Psychische Gesundheit"

DEGS1 wurde, wie bereits der BGS98, durch eine Modulstudie zur psychischen Gesundheit ergänzt.

Inhalte

In dieser Zusatzuntersuchung wurden die Probanden mit einem international anerkannten Interview zu psychischen Störungen, Beeinträchtigungen, Belastungen und Beschwerden befragt.

Darüber hinaus enthielt die Untersuchung Fragen zur medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung. Hierdurch können das Ausmaß der Krankheitslast, der Zusammenhang von körperlichen Erkrankungen und psychischen Belastungen, sowie essentielle versorgungsrelevante Aspekte untersucht werden.

Bestandteile der Zusatzuntersuchung psychische Gesundheit sind:

  1. Umfassende und diagnostisch differenzierte Erfassung psychischer Störungen und Symptome, sowie deren Beginn, Dauer und Ausprägung
  2. Spezifische Berücksichtigung psychischer Morbiditätsstrukturen bei Älteren (65 Jahre und älter)
  3. Aktualisierte Versorgungs- und Bedarfsabschätzung vor dem Hintergrund des Wandels in der Versorgungslandschaft und dem Inanspruchnahmeverhalten
  4. Differenzierte Beschreibungen von assoziierten Beeinträchtigungen und Funktionseinschränkungen durch psychische Störungen und Beschwerden
  5. Identifikation von Veränderungen im Morbiditätsspektrum des BGS98-MHS Panels (z.B. Inzidenz und Remission, Behandlungskarrieren, Prädiktoren für gesundes psychisches Altern)
  6. Untersuchung von Wechselwirkungen zwischen psychischen Störungen und körperlichen Erkrankungen (Krankheitsdynamik, Lebensqualität und eingeschränkten Rollenfunktionen)
  7. Veränderungen im Bereich der seelischen Gesundheit in der Bevölkerung seit 1998

Darüber hinaus wurden Instrumente für zukünftige Surveys erprobt und für die RKI-Kompetenzplattform Psychische Gesundheit weiter entwickelt.

Erstmalig wurde das Interview durch eine standardisierte neuropsychologische Untersuchung erweitert. Die Erforschung der neuropsychologischen Leistungsfähigkeit über verschiedene Alters- und Morbiditätsgruppen hinweg wird hierdurch ermöglicht. Letzteres hat vor dem Hintergrund des demographischen Wandels eine hohe Bedeutung.

Die Inhalte der Studie wurden mit anerkannten Wissenschaftlern im Bereich Public Mental Health und fachlichen Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) abgestimmt.

Durchführung

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von DEGS1 wurden zur Zusatzuntersuchung eingeladen. In Erweiterung des Vorgehens im BGS98 wurden auch ältere Personen (im Alter von 65 bis 85 Jahren) einbezogen.

Ein besonderes Charakteristikum der Studie ist die längsschnittliche Perspektive. Es wurde angestrebt, in möglichst großem Umfang Probanden der 1998er-Untersuchung wieder zu erreichen. Darüber hinaus soll die aktuelle Untersuchung die Basis für weitere prospektive Untersuchungen darstellen.

Das Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Technischen Universität Dresden wurde mit der Durchführung der Studie beauftragt. Laufzeit der Studie war von September 2009 bis April 2012.

Ergebnisse

Erste Ergebnisse der Zusatzuntersuchung sollen auf dem DEGS1-Symposium im Juni 2012 präsentiert werden. Weitere Studienergebnisse sind ab dem Jahr 2013 verfügbar und können dann in den weiteren gesundheitspolitischen Gestaltungsprozess einbezogen werden.

Ansprechpartner: Dr. phil. Ulfert Hapke (Fachgebiet 22)

Stand: 20.03.2012

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