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Adipositasrelevante Einflussfaktoren im Kindesalter - Aufbau eines bevölkerungs­weiten Monitorings in Deutschland - Concepts & Methods - JoHM 2/2017

Adipositas gefährdet bereits im Kindesalter die Gesundheit und kann bis ins Erwachsenenalter negative gesundheitliche Folgen haben. Etwa 15% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind übergewichtig oder adipös. Systematisch erfasste, regelmäßig aktualisierte und bundesweit aussagekräftige Daten über die multifaktoriellen Ursachen kindlicher Adipositas sind in Deutschland bisher nicht gebündelt verfügbar. Deswegen wird am Robert Koch-Institut bis Ende 2017 ein bevölkerungsweites Monitoring adipositasrelevanter Einflussfaktoren im Kindesalter (AdiMon) aufgebaut. Dieser Beitrag beschreibt das methodische Vorgehen beim Aufbau des Monitorings und präsentiert den Projektstand: ein erstes Set an Kernindikatoren.

Zu Beginn wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um den aktuellen Wissensstand zu adipositasrelevanten Einflussfaktoren im Kindesalter zusammenzutragen. Anschließend wurden die identifizierten Faktoren hinsichtlich ihrer Relevanz gefiltert und geeignete Indikatoren gebildet. Für die gebildeten Indikatoren wurden Datenquellen recherchiert, die – soweit möglich – bevölkerungsweit aussagekräftige Informationen liefern, die regelmäßig erhoben werden und regionale Differenzierungen erlauben. Aktuell wird daran gearbeitet, die Auswahl der Indikatoren zu prüfen und die identifizierten Datenquellen zu erschließen. Anschließend soll die Indikatorenauswahl finalisiert und das Ergebnis auf einer Website angeboten werden.

Das bevölkerungsweite Monitoring adipositasrelevanter Einflussfaktoren im Kindesalter umfasst Indikatoren folgender Einflussbereiche: verhaltensbezogene Faktoren (z. B. körperliche Aktivität), biologische Faktoren (z. B. genetische Prädisposition), pränatale und frühkindliche Faktoren (z. B. Stillen), psychosoziale Faktoren (z. B. Gesundheitsbewusstsein der Eltern), verhältnisbezogene Faktoren (z. B. Spielplätze in der Wohnumgebung), Kontextfaktoren (z. B. Migrationshintergrund) und Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung (z. B. Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung). Als Datenquellen werden epidemiologische Studien, sozialwissenschaftliche Erhebungen, amtliche Statistiken, Routine-, Wirtschafts- und Mediendaten sowie Geoinformationssysteme erschlossen.

Der Beitrag verdeutlicht, dass ein bevölkerungsweites Monitoring aussagekräftige Informationen über die Verbreitung von Adipositas im Kindesalter und deren Ursachen liefern kann und somit die Chance bietet, Handlungsbedarfe frühzeitig zu erkennen, Ansatzpunkte für Präventionsmaßnahmen zu identifizieren und zeitliche Entwicklungen zu verfolgen.

Erscheinungsdatum 14. Juni 2017 PDF (756 KB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm)

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