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Zielgruppeneinstiege

P 3: Epidemiologie hochpathogener Erreger

Leitung:
Fabian Leendertz
Stellvertreter:
Sebastian Calvignac-Spencer

Übertragungszyklen von Zoonose-Erregern bei Wildtieren, Haustieren und Menschen in einer ländlichen Umgebung im tropischen Afrika. Quelle: RKI

Administration

Maja Kovacev-Wegener
Ulrike Mathis

Mitarbeiter

Dr. Grit Schubert
Dr. Susanne Köhler
Dr. Livia Patrono
Etile Anoh, Dipl. Biol.
Leonce Kouadio, Dipl. Biol.
Freda Madinda, Dipl. Biol.
Arséne Mossoun, Dipl. Biol.
Abdollah Aghebat Rafat, Dipl. Biol.
Jan Gogarten, MSc. Biol.
Marina Reus, BSc. Biol.
Ariane Düx, vet
Mathilde Ethuin, vet
Tobias Gräßle, vet
Kim Grützmacher, vet
Alexander Lang, vet
Therese Löhrich, vet
Benjamin Mubemba, vet
Luke Nyakarahuka, vet
Ulla Thiesen, MTA
Kevin Merkel, CTA
Andreas Sachse, CTA
Verena Keil, stud. Assistent
Markus Ullrich, stud. Assistent

Forschung:

Unter den in den letzten Jahren und Jahr­zehnten neu auf­ge­tretenen Krank­heits­er­regern sind solche, die aus dem Tier­reich stammen (so­ge­nannte Zoo­nosen), von heraus­ragender Be­deutung hin­sicht­lich ihrer An­zahl und Patho­genität. Sie können eine ernst­hafte Be­droh­ung für die Ge­sund­heit der Be­völker­ung dar­stellen.

Unsere Arbeits­gruppe ver­eint ver­schiedene An­sätze, um den Ur­sprung und mögliche Reser­voirs, Über­tragungs­wege und evo­lutionäre Pfade zoo­notischer Er­reger zu erforschen. Wir konzen­trieren uns dabei be­sonders auf das Afrika süd­lich der Sahara, welches im Ver­gleich zu anderen Re­gionen der Welt eine un­ver­hält­nis­mäßig hohe Last an Infektions­krank­heiten zu be­wältigen hat, und gleich­zeitig ein hot­spot für das Ent­stehen neu­artiger Zoo­nosen ist. Ob­wohl diese Er­reger in der Regel in ent­legenen Gebieten der Erde mit schwach ent­wickelter Infra­struktur den Sprung auf den Menschen ge­schafft haben, ver­deut­licht die Aus­breitung von HIV, SARS-Coronavirus, Ebola­virus und H5N1, dass Zoo­nosen nicht mehr nur von lokaler Be­deutung sind, sondern eine welt­weite Be­droh­ung dar­stellen können. Aus diesem Grund ist die Er­forsch­ung der Mecha­nismen, wie sich solche Krank­heiten in Hoch-Risiko­gebieten aus­breiten, von direkter Relevanz für das globale Ge­sundheits­wesen.

I Zoonotische Erreger in tropischen Wild- und Nutztieren

AG Leitung: Dr. Fabian Leendertz

Ziel der For­schung­sarbeit ist es, das Risiko der Ent­stehung neuer Zoo­nosen in Mensch und Tier in Afrika zu unter­suchen. Wir ar­beiten da­bei eng mit lokalen For­schungs­insti­tut­ionen zu­sam­men und förd­ern den dort­igen Auf­bau von Ka­pa­zitäten zur Krank­heits­kon­trolle. Er­reger, die von nicht men­sch­lichen Pri­maten stammen, sind hier­bei im Fokus, da diese auf­grund der phylo­gene­tischen Nähe ihrer Träger zum Menschen oft leichter auf uns über­tragbar sind. Unsere Forsch­ung er­streckt sich zu­dem auf mög­liche tier­ische Wirte und Zwischen­wirte, be­sonders solche die sich in oder in der Nähe mensch­licher Sied­lungen auf­halten (z.B. Nutz- und Haus­tiere, Fleder­mäuse, Nager). Zeit­gleich er­heben wir Daten zu Um­welt- und epi­demio­logischen Fakt­oren in den Ziel­regionen. Dieser multi­faktorielle An­satz zu mensch­licher und tier­ischer Ge­sund­heit unter Ein­bezug der Um­welt (One Health) er­laubt es, mög­liche Über­trag­ungs­zyklen zwischen Mensch und Tier zu re­konst­ruieren und Quellen für Er­reger­aus­brüche zu identi­fizieren.

II Virusevolution

AG Leitung: Dr. Sébastien Calvignac-Spencer

Das ver­gangene Jahr­zehnt be­zeugte eine sprung­hafte Ent­wick­lung von Se­quenzier­techniken und statist­ischen Ana­lyse­meth­oden, was be­sonders zum Ver­ständ­nis der Bio­logie, Aus­breit­ung und jüngerer Evolu­tions­ge­schichte sich schnell ent­wickeln­der Viren (z.B. RNA Viren wie In­fluenza­virus oder Ebola­virus) bei­getragen hat. Auch auf größeren Zeit­skalen konnte die Evolu­tion zahl­reicher Viren nach­voll­zogen werden. So kristallisierte sich bei­spiels­weise her­aus, dass viele Viren schon viel länger mit ihren Wirten assoziiert sind als bis­her an­ge­nommen. Selten jedoch kamen die ge­nan­nten Fort­schrit­te im Ver­ständ­nis der lang­frist­igen Evolu­tion von Viren in der Ge­sund­heits­for­schung zum Ein­satz. Diese Lücke, ver­suchen wir im Rah­men unserer Forsch­ung zu schließen. Wir nutzen mo­derne und his­torische Pro­ben afrika­nischer Menschen­affen und Fleder­mäuse, um an­hand der Ge­nome dieser Säuger­grup­pen und ihrer exo­genen Viren deren Co-Evo­lution nach­zu­vol­lziehen. Dazu er­forsch­en wir his­torische Wirt-Virus Assoziationen und Pro­zesse, die diese ge­stalteten, wie zum Bei­spiel Co-Divergenz und Wirts­wechsel. Unser Ziel ist es, mit diesem An­satz virale Stäm­me mit er­höhtem Potenzial, auf Säuger­arten über­zu­springen, zu identi­fizieren, neu­artige mensch­liche Viren früh­zeitig zu er­ken­nen und mögliche natür­liche Wirte von be­kan­nten, bis­her „wirts­losen“ Viren zu identi­fizieren.

III Surveillance zoonotischer Infektionen im ländlichen Afrika

AG Leitung: Dr. Grit Schubert

Das vom BMBF ge­förder­te Gesund­heits­forschungs­netz­werk ANDEMIA (Afrika­nisches Netz­werk für ver­bes­serte Diagnostik, Epi­demio­logie und Mana­gement häufig vor­kom­men­der Infektions­krank­heiten) macht es sich zur Auf­gabe, länder­über­greifend akute respira­torische, gastro­intestinale und fiebrige Er­krank­ungen, sowie die Ent­steh­ung von Anti­infekt­ivaresistenzen in sub-Sahara Afrika zu er­forschen und zu be­kämpfen. Inter­nationale Kon­sortien be­schäftigten sich bis dato selten mit solch ge­wöhn­lichen Krank­heiten. Darin liegt ein er­hebliches Ver­säumnis, da neueste Unter­such­ungen be­legen, dass solche häufig vor­kom­men­den Infektions­krank­heiten vor allem bei Kindern zu den Haupt­ursachen von Krank­heits- und Todes­fällen ge­hören. ANDEMIA ist ein gemeinsames Be­streben mehrere Ein­heiten am RKI und mehrere Afrika­nischer Partner­institute. P3 fokussiert sich hierbei auf mögliche Krank­heits­er­reger tier­ischen Ur­sprungs. Neben der Identifi­zierung von Er­regern, die lokal hinter den ge­nan­nten Syn­dromen stecken, werden wir ge­zielte Gegen­maß­nahmen ent­wickeln, wie etwa ge­zielten Anti­bio­tika­einsatz, sach­gerechte Thera­pie, Aus­bruchs­kontrolle (z.B. durch Vektor­kontrolle) und Hygiene­mana­ge­ment. Wir stellen die Hypo­these auf, dass lokal an­gepas­ste Inter­ven­tions­strategien - basierend auf Sur­veillance­daten, die klinische und Labor­daten von Stand­orten mit Unter­schieden in Um­welt und Demo­grafie ver­einen – die humane Ge­sund­heit effektiver ver­bessern als vertikale Ge­sund­heits­programme.

Stand: 05.12.2016

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