RKI-Team besucht Studienorte in Kirgistan für GHPP-Projekt Scale-Up HIVHEP

August 2023

Stand:  12.09.2023

Kick-Off Meeting und Burden of Disease Workshop am National Public Health Center.

Kick-Off Meeting und Burden of Disease Workshop am National Public Health Center.

© RKI

Anfang August war ein Team des RKI aus FG34 im Rahmen des GHPP-Projektes Scale-Up HIVHEP zum Start zweier Studien zu HIV und Hepatitis in Kirgistan. Die Woche wurde eingeleitet mit einem Kick-Off Meeting mit allen beteiligten nationalen Partner:innen am kirgisischen Public Health Institut in Bischkek und einem Workshop zur Krankheitslast (Burden of Disease) von Hepatitis B und C, der von FG24 organisiert wurde.

Mit der HIV-Studie sollen Trends in den HIV Infektionszahlen in Kirgistan über die Jahre 2021–2023 untersucht und Veränderungen zu möglichen Übertragungswegen in der Allgemeinbevölkerung sowie in Bevölkerungsgruppen mit einem erhöhten Expositionsrisiko, aufgedeckt werden. Derzeit ist der berichtete Anteil der HIV Neudiagnosen in der heterosexuellen Bevölkerung vergleichsweise hoch und die Anteile der HIV Übertragung durch intravenösen Drogengebrauch sowie durch Sex zwischen Männern gering. Jedoch besteht in diesen Risikogruppen ein großes Stigma, den vermuteten HIV Übertragungsweg anzugeben. In Kooperation mit nationalen Partnerinnen, Stakeholdern und Vertreterinnen aus der Community werden Daten anhand eines anonymen Surveys zum sexuellen Verhalten und Drogengebrauch von Personen, die mit HIV leben, gesammelt. Während Visiten in Bischkek und der Region Tschüi wurden Einzelheiten der Studie mit dem Studienpersonal diskutiert und Trainings mit Interviewern durchgeführt. Die Dynamik der Epidemie von HIV zu verstehen ist essentiell, um Stigma und Risikoverhalten im Land zu adressieren und geeignete Präventionsmaßnahmen sowie das Wissen zu sexuell übertragbaren Infektionen für Risikopopulationen zu verbessern.

Workshop des HIV-Studienteams zur Vorbereitung der Studie zu HIV-Transmissionswegen.

Workshop des HIV-Studienteams zur Vorbereitung der Studie zu HIV-Transmissionswegen.

© RKI

Die Hepatitis-Studie wird die Anteile an Zirrhose- und Leberkrebsfällen schätzen, welche sich auf Infektionen mit Hepatitis B, C und D zurückführen lassen. In Kirgistan ist die Zahl der chronischen Hepatitisfälle hoch und besonders Infektionen mit Hepatitis B und D für einen Großteil der Krankheitslast verantwortlich. Auf regionaler und nationaler Ebene werden retrospektiv und prospektiv Daten zu Hepatitis-Tests bei Zirrhose- und Lebekrebsfällen gesammelt, um den attributablen Anteil von Hepatitisinfektionen an diesen Erkrankungen zu berechnen. Auf regionaler und nationaler Ebene werden retrospektiv und prospektiv Daten zu Hepatitis-Tests bei Zirrhose- und Lebekrebsfällen gesammelt, um den attributablen Anteil zu berechnen. Bei Visiten in den sechs Studienzentren in Bischkek, Osch und Dschalalabad wurden die Studien- und Erhebungsmethoden getestet und das Instrument zur Datenerhebung angepasst. Diese Studie wird die Notwendigkeit einer verbesserten Überwachung von Hepatitis und der damit verbundenen Sterblichkeit hervorheben und die Wichtigkeit von Prävention und des frühen Zugangs zu Diagnose und Behandlung betonen.

Treffen des Hepatitis-Studienteams mit Mitarbeitenden des Nationalen Krankenhauses in Bischkek.

Treffen des Hepatitis-Studienteams mit Mitarbeitenden des Nationalen Krankenhauses in Bischkek.

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