Navigation und Service

Zielgruppeneinstiege

Rauchen ist Leitthema im Bundes­gesund­heits­blatt

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

Wer raucht denn noch? Wie gefährlich sind E-Zigaretten? Wie funktionieren Tabakerhitzer? Was ist die Smokerface-Kampagne? "Rauchverhalten in Deutschland: Trends, Produkte, Prävention" ist Leitthema in der November-Ausgabe des Bundes­gesundheitsblatts. Insgesamt elf Beiträge bieten einen Überblick über Situation und Trends beim Tabakkonsum, bei elektronischen Inhalations­produkten und bei der Tabakprävention. "Würde in Deutschland niemand rauchen, wäre die wichtigste vermeidbare Ursache für chronische Erkrankungen und vorzeitigen Tod in unserem Land beseitigt", betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

In Deutschland waren nach Berechnungen des Zentrums für Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts etwa 72.000 Krebserkrankungs­fälle im Jahr 2010 dem Rauchen zuzuschreiben. Das sind etwa 23% aller Krebsneu­erkrankungen bei Männern sowie 8% bei Frauen. Es dauert mehrere Jahrzehnte, bis man Änderungen im Rauchverhalten von Bevölkerungs­gruppen in den Krebsraten erkennt.

Seit Anfang der Neunziger­jahre sinken in fast allen Altersgruppen die Anteile der Raucher, besonders deutlich ist der Rückgang in den jüngeren Altersgruppen seit Anfang der 2000er-Jahre. Die sinkenden Zahlen gehen in erster Linie auf zahlreiche tabak­präventive Maßnahmen zurück, etwa Rauchverbote in öffentlichen Bereichen. Dennoch ist aufgrund des nach wie vor hohen Raucheranteils mittelfristig weiterhin von massiven gesundheit­lichen Folgen durch den Tabakkonsum der Bevölkerung auszugehen. "Daher sollten Maßnahmen der Tabakprävention und zur Förderung des Rauchausstiegs in allen Altersgruppen weiter vorangetrieben werden", unterstreicht Lothar H. Wieler.

Tabakprävention ist Thema in vier der elf Beiträge des Leitthemas. Das WHO-Kollaborations­zentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungs­zentrum gibt einen Überblick über Präventionsaktivitäten in Deutschland und international. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erläutert ihre "rauchfrei"-Kampagne. Zwei Beiträge gehen auf erfolgreiche Praxisbeispiele ein: den "Be Smart – Dont´t Start"-Wettbewerb für Schulklassen, bei dem sich die teilnehmenden Klassen verpflichten, ein halbes Jahr lang "rauchfrei" zu sein und das Netzwerk "Aufklärung gegen Tabak", eine 2012 in Deutschland gegründete Initiative, bei der sich Medizinstudenten und Ärzte ehrenamtlich fürs Nichtrauchen engagieren. Dabei werden auch moderne Medien wie die Smokerface-App eingesetzt. Die App prognostiziert auf der Grundlage eines Selfies die negativen Veränderungen im Gesicht, die durch das Rauchen entstehen würden.

Seit einigen Jahren werden neben Tabakzigaretten auch elektronische Inhalations­produkte vermarktet, insbesondere E-Zigaretten und Tabakerhitzer. Sie setzen weniger Schadstoffe frei als herkömmliche Tabakzigaretten, bergen aber nach wie vor gesundheitliche Risiken, und auch das Suchtpotenzial bleibt bestehen. In drei Beiträgen werden die Nutzung von E-Zigaretten und Tabakerhitzern in der Bevölkerung, die subjektive Einschätzung der Gesundheitsgefahren und ein Vergleich der Emissionen von Tabakerhitzern mit denen konventioneller Zigaretten vorgestellt. Ob die elektronischen Inhalations­produkte den Einstieg in das Rauchen erleichtern oder bei der Tabakentwöhnung nutzen könnten, ist nach wie vor offen.

Stand: 09.11.2018

Zusatzinformationen

Gesundheitsmonitoring

In­fek­ti­ons­schutz

Forschung

Kom­mis­sio­nen

Ser­vice

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

© Robert Koch-Institut

Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt.