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Die Tuberkulose ist auf der politischen Agenda

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

Die Tuberkulose gehört mit 1,7 Millionen Todes­fällen zu den zehn häufigsten Todes­ursachen weltweit. "Auch wenn die Erkrankungs­zahlen in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals seit einigen Jahren wieder leicht gesunken sind, müssen wir die Anstrengungen in der Tuberkulose­kontrolle verstärken", sagt Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. "Ein Rückgang der Erkrankungs­zahlen von jährlich zehn Prozent ist erforderlich, um die internationalen Eliminations­ziele zu erfüllen", betont Wieler.

In Deutschland stehen moderne und effektive Maßnahmen zur Verfügung, um Tuber­kulose rasch zu diagnos­tizieren, zu heilen und so Folge­infektionen zu vermeiden. Dies gelingt aber nur, wenn es niedrig­schwellige Angebote für Erkrankte gibt und Ärzte bei Symptomen wie länger bestehendem Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichts­abnahme auch an Tuberkulose denken. Wichtige Grundlage für die optimale Patienten­versorgung sind die von den Fachgesellschaften 2017 veröffentlichten Leitlinien für Erwachsenen- und Kindertuberkulose.

Dem Robert Koch-Institut wurden nach vorläufigen Daten für 2017 insgesamt 5.486 Tuberkulose-Fälle übermittelt, nach 5.949 im Jahr 2016 und 5.834 in 2015 (Datenstand 1.3.2018). Eine ausführliche Auswertung für 2016 enthält der Ende vergangenen Jahres veröffent­lichte jährliche Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose. Die aktuelle Situation und Heraus­forderungen, national wie international, sind Schwerpunkt­thema in der aktuellen Ausgabe 11/2018 des Epi­demio­logischen Bulletins.

Neben best­möglicher Diagnostik und Patienten­versorgung ist für eine erfolgreiche Tuberkulose­kontrolle auch ein ausreichend ausgestatteter Öffentlicher Gesundheits­dienst entscheidend. Eine aktive Fallsuche ist essentiell, um Erkrankungs­fälle und Neu­infek­tionen zu finden und eine Verbreitung zu vermeiden. Das Gesundheitsamt ermittelt enge Kontakt­personen von Patienten mit infektiöser Lungen­tuberkulose und veranlasst bei Bedarf eine weiter­gehende Untersuchung oder präventive Therapie.

Hier kann der Einsatz der Gesamtgenom­sequen­zierung entscheidend dazu beitragen, infektions­epidemiologische Zusammen­hänge frühzeitig zu erkennen und Übertragungs­wege aufzuklären. "Gerade für Länder mit vergleichs­weise wenigen Tuberkulose-Erkran­kungen wie Deutschland gewinnt der Einsatz molekularer Methoden zur frühen Erkennung von Infektions­ketten und resistenten Erregern zunehmend an Bedeutung", sagt Lothar H. Wieler.

Austausch und Vernetzung, insbesondere auf der Tagung "Tuberkulose aktuell", ermög­lichen es, vorhandene Expertise besser zu nutzen und die Tuberkulose­kontrolle weiterzu­entwickeln. Die Tagung in Berlin wird wieder vom Bundes­ministerium für Gesundheit unterstützt. Veranstalter sind das Forschungs­zentrum Borstel, das Deutsche Zentral­komitee zur Bekämpfung der Tuberkulose und das Robert Koch-Institut.

Die Tuberkulose­überwachung und -kontrolle ist nicht nur eine Priorität des Robert Koch-Instituts, sondern steht derzeit zu Recht so hoch wie nie auf der internationalen politischen Agenda. Nach einem Ministertreffen in Moskau Ende vergangenen Jahres wird die Tuberkulose im Herbst 2018 erstmals Thema in der General­versammlung der Vereinten Nationen sein. Am 20. März 2018 findet am RKI eine gemeinsame Veranstaltung von WHO-Regionalbüro Europa und BMG für Botschafter sowie staatliche und nicht-staatliche Organisationen statt.

Weitere Informationen: www.rki.de/tuberkulose

Stand: 15.03.2018

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