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Inanspruchnahme psychiatrischer und psychotherapeutischer Leistungen ist eines der Themen im Journal of Health Monitoring 4/2017

Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

Die Inanspruchnahme psychiatrischer und psychotherapeutischer Leistungen und die Gesundheit von Alleinerziehenden sind die beiden Hauptthemen der neuen Ausgabe 4/2017 des Journal of Health Monitoring. Wie häufig und warum werden ambulante psychotherapeutische und psychiatrische Leistungen in Anspruch genommen? Das haben RKI-Wissenschaftler mit Daten aus der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2014/2015“ mit mehr als 20.000 Teilnehmenden untersucht.

Demnach berichten 11,3% der Frauen und 8,1% der Männer, innerhalb eines Jahres psychotherapeutische oder psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen zu haben. Bei Befragten mit depressiver Symptomatik hatte etwa ein Drittel Kontakt zu psychotherapeutischen oder psychiatrischen Leistungserbringern. „Der Umstand, dass zwei Drittel unserer Mitmenschen mit depressiver Symptomatik keine solche Hilfe in Anspruch nehmen, ist sehr bedenklich und erfordert vermehrte Anstrengungen, hier Abhilfe zu schaffen“, sagt Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Ob Menschen mit depressiven Symptomen vorhandene Hilfen nutzen, hängt dabei auch vom Wohnort ab. In Regionen mit einer hohen Dichte von Leistungserbringern liegt der Anteil der Personen mit depressiver Symptomatik, die psychotherapeutische oder psychiatrische Hilfe nutzen, etwa 15 Prozentpunkte höher als in Regionen mit geringer Versorgungsdichte. Die Autoren diskutieren in ihrem Beitrag auch Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Versorgung.

Der zweite Focus-Beitrag geht der Frage nach, wie gesund alleinerziehende Mütter und Väter im Vergleich zu in Partnerschaft lebenden Eltern sind und inwieweit die Gesundheit von Alleinerziehenden mit dem sozioökonomischen Status, dem Erwerbsstatus sowie der sozialen Unterstützung variiert. Um diese Fragen zu beantworten wurden Daten zu den Indikatoren subjektive Gesundheit, Depressionen, Rückenschmerzen, Adipositas, Rauchen, sportliche Inaktivität und die Nicht-Inanspruchnahme der Zahnvorsorgeuntersuchung aus der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ aus 2009, 2010 und 2012 analysiert.

Bei alleinerziehenden Müttern finden sich für alle einbezogenen Indikatoren der gesundheitlichen Lage (außer Adipositas) signifikant höhere Prävalenzen als bei in Partnerschaft lebenden Müttern. Für alleinerziehende Väter trifft dies auf Depressionen, Rauchen und die Nicht-Inanspruchnahme der Zahnvorsorge zu. Während bei Frauen der im Mittel niedrigere sozioökonomische Status einen Teil der gesundheitlichen Belastung der Alleinerziehenden erklären kann, trifft dies bei Männern nicht zu.

Neben einem dritten Focus-Beitrag zu Kindern mit besonderem Versorgungsbedarf enthält die aktuelle Ausgabe mehrere Fact Sheets zu folgenden Themen: Inanspruchnahme ärztlicher und physiotherapeutischer Leistungen, Krebsfrüherkennungsuntersuchungen und Grippeschutzimpfungen sowie zur Medikamenten-Einnahme. Weiterhin werden Fakten zu gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen und dem Thema soziale Unterstützung erläutert, die aus sozialen Bindungen und Netzwerken resultiert. Soziale Unterstützung hat einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit.

Weitere Informationen: www.rki.de/journalhealthmonitoring

Stand: 13.12.2017

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