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Nationale Verifizierungskommission Masern/Röteln beim Robert Koch-Institut

Die Nationale Verifizierungskommission Masern/Röteln hat die Aufgabe, den Eliminationsprozess der Masern und Röteln in Deutschland zu begleiten und unter Berücksichtigung der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgegebenen Zielkriterien und Indikatoren zu bewerten. Ferner unterstützt sie geeignete Strategien und Maßnahmen zur Erreichung und zur Überwachung der Fortschritte hinsichtlich des Eliminationszieles. Dazu stellt sie Daten zur Epidemiologie der Masern und Röteln sowie zur Immunität gegen die beiden Krankheiten in der Bevölkerung zusammen und beurteilt so den Fortschritt der Eliminierung sowie den Nutzen von Maßnahmen, die den Eliminierungsprozess unterstützen sollen.

Im Mai 2019 trat sie mit insgesamt sechs durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) berufenen Kandidatinnen und Kandidaten in die dritte Berufungsperiode. Im Dezember 2012 war die Nationale Verifizierungskommission Masern/Röteln für Deutschland erstmals berufen und die Aufgaben der Geschäftsstelle der Kommission am Robert Koch-Institut (RKI) übertragen worden. Die Erkenntnisse der Kommission werden in jährlichen Berichten zur Dokumentation und Verifizierung des Eliminationsziels zusammengefasst, die über das BMG dem Regionalbüro der WHO Europa zugehen. Die jährlichen Berichte (in englischer Sprache) zum Sachstand der Elimination an die WHO und entsprechende Kurzberichte an das BMG können auf der RKI-Website unter folgendem Link heruntergeladen werden: www.rki.de/navko-berichte

Masern- und Röteln-Eliminierung in Europa

Die Europäische Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO-EURO) verfolgt das Ziel, die Masern und Röteln zu eliminieren. Die Elimination der Masern und Röteln ist entsprechend der Definition der WHO erreicht, wenn die Mitgliedsstaaten eine Unterbrechung der endemischen Transmission der Viren für mindestens 36 Monate mit Hilfe eines qualitativ hochwertigen Surveillance-Systems nachweisen können.

Unter einer endemischen Transmission wird eine kontinuierliche Übertragung derselben Virusvariante über 12 Monate oder länger verstanden. Ein erster Schritt auf dem Weg zur Elimination ist der Nachweis, dass alle in einem Jahr beobachteten Virusvarianten kürzer als 12 Monate zirkuliert sind und damit eine endemische Transmission unterbrochen wurde. Gelingt dieser Nachweis 3 Jahre hintereinander, kann die Regionale Verifizierungskommission den Status der Elimination in diesem Land aussprechen. Grundvoraussetzung ist eine hohe Qualität der Surveillance. Der Status der Elimination kann weiter Bestand haben, auch wenn in einem Land zum Teil viele Masern- oder Rötelnfälle, verursacht durch verschiedene Virusvarianten, auftreten, so lange die jeweiligen Infektionsketten kürzer als 12 Monate sind.

In einer Resolution vom September 2010 forderte das WHO-Regionalkomitee für Europa die Mitgliedsstaaten auf, ihr politisches Engagement zu erhöhen, damit Maßnahmen, zum Beispiel zur Verbesserung der Impfquoten, getroffen werden können, um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Ferner empfahl das Komitee, nationale Verifizierungskommissionen zur Dokumentation und zur Berichterstattung der Fortschritte in Richtung der Elimination der Masern und Röteln in den einzelnen Mitgliedstaaten einzurichten.

Deutschland hat sich wiederholt zu dem Ziel der Elimination der Masern und Röteln bekannt. So unterstrich die Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) im Jahr 2011 die Relevanz dieses Zieles. Im Nationalen Impfplan der Länder (LINK) wurde zudem das Leitziel einer Senkung der Maserninzidenz unter 1 Fall/1.000.000 Einwohner festgeschrieben. Im Nationalen Aktionsplan zur Elimination der Masern und Röteln (LINK) wurden verschiedene Ziele definiert, um die Elimination so schnell wie möglich zu erreichen. Dazu gehört ein hoher Anteil an zeitgerecht geimpften Kindern. Angestrebt wurde, dass bis Ende 2018 in 90% aller Landkreise bei 15 Monate alten Kindern eine Impfquote von 95% für die 1. MMR-Impfung erreicht wird. Landkreisbezogene Daten zu Impfquoten bei 15 Monate und 24 Monate alten Kindern erhebt die KV-Impfsurveillance (www.vacmap.de). Kinder in den Schuleingangsuntersuchungen sollten zu 95% eine zweite MMR-Impfung in 90% aller Landkreise und Kommunen erhalten haben. Diese Ziele konnten bisher allerdings nicht erreicht werden. Die nach Deutschland importierten Masernviren können bei zum Teil nicht ausreichend hohen Impfquoten immer wieder leicht auf empfängliche Personen übertragen werden.

Für das Jahr 2017 haben bereits 35 der 53 Staaten der europäischen WHO-Region den Status der Elimination für die Masern wie auch für Röteln erreicht. Neun Staaten hatten eine Unterbrechung der endemischen Transmission über mindestens 12 Monate entweder der Masern oder Röteln nachweisen können. Deutschland zählte zu jenen acht Staaten, für die für das Jahr 2017 weiterhin eine endemische Transmission sowohl der Masern- wie auch der Rötelnviren angenommen werden musste.

Stand: 16.07.2019

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