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Telemedizin als reaktives Kriseninterventions-Tool: Subjektive Benutzerfreundlichkeit der Televisitenroboter in der Beratung zur Behandlung intensivpflichtiger COVID-19-Patient*innen in Deutschland.

Hintergrund

Zu Beginn der COVID-19-Pandemie wurde eine extreme Belastung der intensivmedizinischen Kapazitäten beobachtet. Anzahl und Erfahrung des Fachpersonals bei der Behandlung von kritisch erkrankten COVID-19-Patient*innen beeinflussten die Qualität der Patientenversorgung. Es gab eine erhebliche Diskrepanz zwischen intensivmedizinischen Zentren in Kliniken der Maximalversorgung und kleineren Krankenhäusern.

Als Möglichkeit eines reaktiven Kriseninterventionstools wurde die im Rahmen der „Enhanced Recovery after Intensive Care“ (ERIC) Studie untersuchte intensivmedizinische Beratung mittels Telemedizin (Spies et al., 2023) weiterentwickelt und im Projekt "Stärkung der intensivmedizinischen Behandlung von COVID-19-Patienten in belasteten Krankenhäusern durch telemedizinische Beratung – Telemedicine Intensive Care Unit" (TICU) deutschlandweit angewendet. Ziel war die Bereitstellung intensivmedizinische Kompetenz in belasteten Krankenhäusern mittels Visitenroboter. Die Akzeptanz und Funktionalität dieser Beratung beim beteiligten Gesundheitspersonal ist bisher nicht bekannt und wurde im Rahmen des Projektes TICU untersucht.

Methode

Mittels eines auf dem System Usability Scale (max. Akzeptanz >SUS 90,9) basierenden Fragebogens zur Akzeptanzforschung wurde eine Befragung des eingebundenen medizinischen Personals in den angeschlossenen TICU-Kliniken durchgeführt, um eine subjektiv empfundene Benutzerfreundlichkeit der telemedizinischen Beratung zu bestimmen.

Ergebnisse

Es erfolgte eine Auswertung von 11 Fragebögen teilnehmender Personen, die alle ärztlich und zu 64 % in Krankenhäusern mit bis zu 500 Betten tätig waren. Das Ergebnis der allgemeinen Nutzerfreundlichkeit der medizinischen Beratung anhand von Visitenrobotern ergab einen SUS-Wert von 91,4 (SD 8,7, 95% KI 88,8–93,9). Alle befragten Personen gaben an, dass die Entscheidungsfindung bei schwierigen Fragen durch die telemedizinische Beratung selbst bei kurzfristiger Anforderung optimal unterstützt werden konnte (Abb. 1). Dabei standen subjektiv vor allem die Verbesserung der Patientensicherheit sowie die Optimierung der Behandlung der Patienten*innen im Vordergrund (Abb.2). Obwohl die telemedizinische Beratung nicht bei allen befragten Personen (n=2) als eine Reduktion der Arbeitsbelastung wahrgenommen wurde, überwog die grundsätzlich positive Haltung gegenüber dieser neuartigen Form der Konsultation (Abb. 3).

Diskussion

Die telemedizinische Beratung zur Behandlung intensivpflichtiger COVID-19-Patient*innen konnte in Deutschland erfolgreich etabliert werden und erzielte in der beschriebenen Stichprobe eine hohe Akzeptanz hinsichtlich ihres Nutzens und ihrer Praktikabilität. Dabei überwiegt der festgestellte Nutzen mögliche zusätzliche Belastungen, die durch die Einarbeitung in die neuen technischen Gerätschaften entstehen könnten. Die hohe Zustimmung zur telemedizinischen Beratung auf Intensivstationen unterstreicht das große Potenzial dieses Ansatzes als reaktives Kriseninterventionstool.

Stand: 11.04.2024

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