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Rede von Prof. Wieler zur Eröffnung des Zentrums für Zukunftstechnologien in Wildau

(24.03.2021)

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Bär, sehr geehrter Herr Minister Steinbach, sehr geehrter Herr Landrat Loge, lieber Prof. Melzer, lieber Herr Jansen, sehr geehrter Herr Weisel, sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrte, liebe Gäste und zukünftige Nutzer des Zentrums für Zukunftstechnologien hier in Wildau.

Als Präsident des Robert Koch-Instituts ist es mir eine wirklich riesengroße Freude, heute mit Ihnen zusammen dieses neue Zentrum auf dem Gelände der Technischen Hochschule in Wildau einweihen zu dürfen.

Meine Damen und Herren, hier geht ein Traum in Erfüllung, ein Traum den ich bei meiner Amtseinführung am 28. Februar 2015 formulierte: die Nutzung und Analyse großer - auch unstrukturierter - Datenmengen mit dem Ziel die Gesundheit der Menschen in unserem Land zu verbessern. Unser Robert Koch-Institut richtet im Laufe des Jahres in der gesamten obersten Etage dieses wirklich eindrucksvollen Gebäudes sein neues Zentrum für Künstliche Intelligenz in der Public-Health-Forschung ein, das ZKI-PH. Wir können damit nicht nur den für diesen Standort neu einzustellenden, sondern auch unseren jetzigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus allen Fachabteilungen des RKI endlich jene Zukunftsperspektive bieten, die wir seit nunmehr 6 Jahren avisieren: die Nutzung Künstlicher Intelligenz zum Wohle der Öffentlichen Gesundheit durch eine weitergehende Analyse von Daten nicht nur aus dem Gesundheitssystem. Damit gelingt es uns zukünftig noch besser das transdisziplinäre Feld der Öffentlichen Gesundheit, also Public Health, zu stärken und sowohl national als auch international neue Impulse der Vernetzung zu setzen. Die COVID-19-Pandemie hat es inzwischen jedem Mitmenschen verdeutlicht: Krankheitsprävention und Krankheitsschutz können nur gesamtgesellschaftlich gelingen, können nur in einem generischen Public-Health-Ansatz gelingen.

Das ZKI-PH hat das Ziel, die am RKI traditionell verankerten Expertisen in der Erforschung von Infektions- und nicht-übertragbaren Erkrankungen mit den Methoden der Künstlichen Intelligenz zu verbinden und zu erweitern. Das wird uns künftig ermöglichen, zum Beispiel Epidemien umfassender zu analysieren oder Frühwarnsysteme weiterzuentwickeln. Wir werden die Risiken von Krankheitserregern durch Kombination umfangreicher biologischer Analysen mit Ergebnissen hochauflösender laboranalytischer molekularer Technologien mit infektionsepidemiologischen, bioinformatischen und systembiologischen Analysen besser einschätzen können. Auch werden wir die Berechnung von Krankheitslasten optimieren. Und wir werden auch komplexe Zusammenhänge optimal visualisieren können. Beispiele hierfür sind Big-Data-Analysen, die automatisierte Analyse von Hochdurchsatzexperimenten in der Molekularbiologie, Bild- und Videoanalysen, die Visualisierung komplexer Public-Health-Daten, sowie die Mustererkennung und das maschinelle Lernen.

Meine Damen und Herren, das alle dient der Prävention von Krankheiten, denn unsere Aufgabe als Public Healther ist es weniger zu heilen, als vorzusorgen. Hier liegt ein immenses Potential, das in unserem Land wesentlich besser ausgeschöpft werden muss.

Das organisatorisch ins RKI eingebundene ZKI-PH wird künftig viele der in den Fachabteilungen, Projekt- und Nachwuchsgruppen des RKI angesiedelten wissenschaftlich-fachlichen Aufgaben unterstützen. Dazu gehören unter anderem die Themengebiete Infektionskrankheiten, klinische Mikrobiologie, Gesundheitsmonitoring, Informatik, Molekularbiologie, Epidemiologie, Infektionsepidemiologie, Bioinformatik, Netzwerkanalyse oder Protein- und Genomsequenzierung. Diese Fachthemen des RKI können künftig mit den im ZKI-PH angesiedelten Fachleuten sowie Methoden und Werkzeugen der KI unterstützt werden.

Die genannten Themen der KI gehen künftig vermehrt mit der Auswertung sehr großer Datenmengen einher. Dies setzt das Vorhandensein einer entsprechenden IT-Infrastruktur voraus, die wir im Laufe des Jahres hier im Zentrum für Zukunftstechnologien in Wildau schaffen. Die Arbeiten zum Aufbau der IT, aber auch z.B. zur Personalgewinnung, für den Aufbau und für die Vernetzung der Verwaltung des ZKI-PH mit der zentralen Verwaltung des RKI, sind in vollem Gange.

An unserem Standort auf dem Gelände der Technischen Universität Wildau hier im Dahme-Spreewald-Kreis des Landes Brandenburg schaffen wir rund 100 neue, qualifizierte Arbeitsplätze. Die Arbeitsplätze betreffen nicht nur die Bereiche Wissenschaft, sondern auch viele Bereiche der Verwaltung wie zum Beispiel Personal, Innerer Dienst, Bau und Technik.

Wir sehen durch diesen Standort eine ausgezeichnete Grundlage für die künftige Zusammenarbeit und für Synergien im Bereich der KI-Forschung und -Lehre zwischen dem Robert Koch-Institut und der Technischen Hochschule Wildau. Neben der bereits gelebten Kooperation mit der TH Wildau ist auch eine Kooperation mit weiteren Forschungs- und forschungsnahen Einrichtungen geplant. Dazu gehören unter anderem das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, das Zuse-Institut und das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Berlin. Aber auch weitere Institutionen der Region sehen wir als zukünftige Partner an, denn der Innovationshub 13 liegt ja quasi vor der Tür. So versprechen wir uns durch die Einrichtung der neuen Arbeitsplätze ebenso eine positive strukturfördernde Wirkung auf das Umland nicht nur im Dahme-Spreewald-Kreis. Die räumliche Nähe zu innovativen Unternehmen aus dem Bereich KI im Zentrum für Zukunftstechnologie und im weiteren Umfeld der TH Wildau sehen wir zudem als Ausgangspunkt und Chance für eine künftige gute Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen in Brandenburg an. Wir Public Healther – wir wollen Umsetzung, Implementierung. Wie kann das besser gelingen als im Windschatten einer Technischen Hochschule?

Meine Damen und Herren, ich wünsche stellvertretend für unser gesamtes RKI dem Zentrum für Zukunftstechnologien einen guten Start in eine glückliche Zukunft! In der nahen Zukunft wird uns das gelingen, wenn wir uns aktiv gegen Corona-Leugner zur Wehr setzen und – neben dem wichtigen Einsatz technologischer Hilfsmittel - mit gesundem Menschenverstand vor der SARS-CoV-2-Infektion schützen. Langfristig brauchen wir Vertrauen zueinander – und am Aufbau von Vertrauen sollten wir jeden Tag arbeiten.

Stand: 24.03.2021

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