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Unterstützung bei der Kontrolle des Denguefieber-Ausbruchs in Sri Lanka

Glovebox-Training an der Universität Colombo, Sri Lanka. Quelle: RKI/Andreas Nitsche

In Sri Lanka wurden bis Ende des Jahres 2017 rund 186.000 Fälle von Denguefieber gemeldet, darunter mehr als 400 Todesfälle – im Vergleich zu 2016 haben sich diese Zahlen beinahe vervierfacht. Auch 2018 wurden bereits mehr als 8.000 Infektionen mit mehreren Todesfällen verzeichnet. Das Ministerium für Gesundheit, Ernährung und Indigene Medizin in Sri Lanka hat nun das Robert Koch-Institut um Unterstützung gebeten: Im Rahmen eines SEEG-Einsatzes (Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit) helfen Fachleute des RKI, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) dabei, Patientenproben auf Dengueviren zu untersuchen. Die Expertengruppe wird personell gestützt durch das „Global Health Protection Programme“ - GHPP des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), das bereits seit 2016 nationale Strukturen beim Aufbau von Laborkapazitäten in Sri Lanka unterstützt, um vor Ort eine verlässliche Labordiagnostik zu etablieren.

Das Denguefieber ist die medizinisch bedeutendste durch Stechmücken übertragene Virusinfektion. Sie kommt in mehr als 100 tropischen und subtropischen Regionen endemisch vor, darunter in Südostasien, in den Tropen Afrikas und der Karibik. Zu Beginn der Krankheit sind die Symptome kaum von denen Grippe-ähnlicher Erkrankungen zu unterscheiden. Später entwickeln Patienten neben Fieber mit bis zu 40°C auch starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Ausschlag, der bis zu einer Woche anhalten kann. Schwere Verläufe mit Atemnot, Blutungen und Organschäden können zum Tod führen.
Der Auslöser des Denguefiebers ist ein Flavivirus, das so genannte Denguevirus, von dem vier unterschiedliche Serotypen mit jeweils zahlreichen Genotypen bekannt sind. Eine durchlebte Denguevirus-Infektion verleiht in der Regel eine lebenslange Immunität, die jedoch ausschließlich vor weiteren Infektionen mit demselben Serotyp schützen kann. Stecken sich die Betroffenen dagegen mit einem anderen Serotyp an, so ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren hämorrhagischen Verlaufs mit Todesfolge erhöht.

Eine spezifische Therapie existiert nicht. Die zeitgerechte intensivmedizinische Überwachung und Behandlung kann jedoch Leben retten. Daher kommt der rechtzeitigen und sicheren Erkennung einer Denguevirus-Infektion einschließlich der Serotypisierung eine große Bedeutung zu. In Sri Lanka zirkulieren alle vier bekannten Denguevirus-Serotypen. Um Denguefieber zu diagnostizieren, nutzen die Ärzte derzeit vor allem Schnelltests – die jedoch nicht besonders zuverlässig sind und vor allem die einzelnen Serotypen nicht unterscheiden können. Ziel der aktuellen Mission ist es daher, die Mitarbeiter des North Colombo Teaching Hospital und der Universität Colombo in die Lage zu versetzen, Denguefieber-Infektionen und die verschiedenen Serotypen mit Hilfe molekularer Methoden zu identifizieren. Dadurch können Patienten, die aufgrund einer Denguevirus-Infektion mit einem bestimmten Serotyp ein Risiko für einen schweren Verlauf haben, rascher erkannt und intensivmedizinisch betreut werden.

Im Rahmen des GHPP des BMG ist bereits in den vergangenen Jahren eine Kooperation zwischen dem Zentrum für Biologische Gefahren und Spezielle Pathogene 1 (ZBS 1, Hochpathogene Viren unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Nitsche) am Robert Koch-Institut und dem North Colombo Teaching Hospital sowie der Universität Colombo entstanden. Gemeinsam etablieren die Experten etwa Verfahren zur molekularen Diagnostik von hochpathogenen Viren in Sri Lanka, wie das Japanische-Enzephalitis-Virus oder das Denguevirus.

Seit 2016 unterstützt das BMG mit dem GHPP Partnerländer – überwiegend in Afrika – beim Aufbau von Maßnahmen zur Prävention von Epidemien. Das Programm wird durch das RKI, Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) durchgeführt. Als Schlussfolgerung aus der Ebola-Krise in Westafrika hat das BMZ in Kooperation mit dem BMG die SEEG etabliert, um Partnerländer bei der Vorbereitung und Reaktion bei Krankheitsausbrüchen von Infektionskrankheiten helfen zu können. Die SEEG ist eine Kooperation des Robert Koch Instituts (RKI), dem Bernhard Nocht Instituts für Tropenmedizin (BNITM) und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.

Stand: 06.03.2018

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