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Bekämpfung der Lungenpest auf Madagaskar
im Herbst 2017

Mundschutz ist bei engem Kontakt mit Verdachtsfällen Pflicht: RKI-Infektiologin Bettina Ruehe auf dem Weg in ein Krankenhaus in Madagaskar. Quelle: Ariane Halm/RKI

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Ende August 2017 ist auf Madagaskar eine große Lungenpest-Epidemie ausgebrochen. Die Krankheit wird durch Yersinia pestis-Bakterien ausgelöst, die von infizierten Nagern über Flöhe auf Menschen übertragen werden. Madagaskar ist eines der wenigen Länder weltweit, in denen die Pest noch regulär vorkommt. Während der Regenzeit, zwischen September und April, treten immer wieder Pestfälle auf, in erster Linie Beulenpest. Der Ausbruch im Herbst 2017 war jedoch besonders, weil ungewöhnlich viele Fälle von Lungenpest registriert wurden – eine Form der Erkrankung, die leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden kann und ohne Behandlung zum Tod führt. Außerdem wurden Pest-Infektionen nicht wie sonst in entlegenen Gebieten im Hochland der Insel, sondern auch in der Hauptstadt Antananarivo und in der größten Hafenstadt Toamasina gemeldet. Das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs blieb lange unklar, doch die Befürchtung war groß, dass sich die Lungenpest unkontrolliert ausbreiten könnte.

Auf Anfrage des Global Outbreak Alert & Response Network (GOARN) der Weltgesund­heits­organisation (WHO) sind zwei RKI-Wissen­schaft­lerinnen nach Madagaskar gereist, um die lokalen WHO-Teams bei der Ausbruchs­bekämpfung zu unterstützen. Die Infektiologin Bettina Ruehe und die Infektions­epidemiologin Ariane Halm waren von Ende Oktober bis Ende November 2017 in den Regionen Haute Matsiatra und Vakinankaratra unterwegs: Gemeinsam mit ihren afrika­nischen Kollegen schulten sie Ärzte und Kranken­schwestern darin, Fälle von Lungenpest zu erkennen, gingen Pest-Verdachts­fällen nach und suchten Kontakt­personen auf. Sie halfen auch bei der Verteilung von Medika­menten, Schutz­ausrüstung und Schnelltests zur Pest-Diagnostik.

Seit Ende November 2017 ist der Ausbruch unter Kontrolle. Der WHO zufolge wurden mehr als 2.400 mögliche Pestfälle (Beulenpest und Lungenpest) gezählt, etwas mehr als 200 Patienten sind gestorben. Über 7.000 Kontakt­personen wurden nachverfolgt und vorsorglich mit Antibiotika behandelt. Der vorerst letzte bestätigte Lungenpest-Fall auf Madagaskar wurde am 19. November 2017 gemeldet. Die aktuelle Pest-Saison ist jedoch noch nicht vorbei; Fachleute gehen davon aus, dass auch in den kommenden Jahren Beulen- und Lungen­pestfälle auf Madagaskar auftreten werden.

Stand: 09.01.2018

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