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Geschichte des Robert Koch-Instituts

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Erster Institutssitz in der Berliner Schumannstraße, Ende des 19. Jahrhunderts. Quelle:  RKI Erster Institutssitz in der Berliner Schumannstraße, Ende des 19. Jahrhunderts. Quelle: RKI

Das Robert Koch-Institut hat die Ge­sund­heit der Be­völ­ke­rung (Public Health) im Blick und ist eine der äl­tes­ten Ein­rich­tun­gen dieser Art welt­weit. Wesent­li­che Grund­la­ge seiner Ar­beit ist die For­schung. Da­durch ist das RKI in der La­ge, Ge­sund­heits­ri­si­ken ver­läss­lich ein­ord­nen zu kön­nen und Emp­feh­lun­gen zur Ver­bes­se­rung der Ge­sund­heit der Be­völ­ke­rung zu er­ar­bei­ten. Das In­sti­tut wur­de nach sei­ner Grün­dung 1891 bis 1904 von Robert Koch ge­lei­tet, dem Arzt und For­scher, der als ers­ter am Bei­spiel Milz­brand den Zu­sam­men­hang zwi­schen einem In­fek­ti­ons­er­re­ger und einer Krank­heit he­raus­fand, spä­ter den Er­re­ger der Tu­ber­ku­lo­se ent­deck­te und dafür 1905 mit dem Nobel­preis für Medizin aus­ge­zeich­net wurde.

Kochs erste Jahre in Berlin und Institutsgründung

Als Robert Koch 1880 nach Berlin kam, arbeitete er zunächst im Kaiserlichen Gesundheitsamt. Dieses war 1876 gegründet worden und hatte erst nach dem Umzug in die Luisenstraße 57 im Jahre 1879 ein chemisches und ein Hygiene-Laboratorium erhalten. Kochs erste Mitarbeiter im neuen bakteriologischen Laboratorium waren Georg Gaffky (1850-1918) und Friedrich Loeffler (1852-1915), die in dieser Reihenfolge nach seinem Ausscheiden als Direktor des Instituts für Infektionskrankheiten beide seine Nachfolger in diesem Amt wurden.
Obwohl die Gründung eines eigenen Institutes zur Erforschung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten seit 1887 erwogen wurde, gab erst der X. Internationale Medizinische Kongress 1890 in Berlin den Ausschlag, für Preußen ein Institut für Infektionskrankheiten zu etablieren. Seit der Eröffnung am 1. Juli 1891 übernahm das "Koch'sche Institut", wie es schon vor der Einweihung genannt wurde, Aufgaben für Städte und Reichsbehörden. Internationale Anfragen wurden ebenfalls beantwortet, meist waren es Gutachten auf der Grundlage experimenteller Arbeiten.
Der erste Standort befand sich neben der Charité, dem größten und ältesten Krankenhaus der Stadt Berlin. Die wissenschaftliche Abteilung wurde in einem umgebauten Wohnhaus eingerichtet, das wegen des Grundrisses "Triangel" hieß. Die Krankenabteilung war in einzeln stehenden Baracken auf dem Charité-Gelände östlich der Bahngleise untergebracht. Diese Lösung verstanden die Beteiligten als Provisorium, nicht zuletzt, weil bereits eine Vergrößerung der Charité mit neuen, zweckmäßigen Gebäuden geplant war.

Standort Nordufer

1897 erfolgte die Grundsteinlegung am heutigen Standort. Das Nordufer und dessen Umgebung lagen damals am nordwestlichen Stadtrand Berlins. Eingemeindungen seit 1861 und Bevölkerungswachstum ließen erwarten, dass der Standort im Hinblick auf die Entwicklung Berlins günstig gewählt war. Im Sommer 1900 war der Bau fertig gestellt. Auf dem weitläufigen Gelände gab es Ställe für Tiere wie Rinder, Pferde, Schafe und sogar Frettchen und Frösche.
Gleichzeitig entstand auf der anderen Straßenseite das vierte städtische Krankenhaus, das seit seiner Eröffnung im Jahr 1906 den Namen Rudolf Virchows trägt. Eine spezielle Infektionsabteilung leitete ein Arzt, der zugleich Mitarbeiter des Koch’schen Instituts war. Weitere Kooperationen ergaben sich durch die "Wutschutz"- und andere neue Abteilungen. Von 1907 bis 1948 ergänzte die Angliederung eines Medizinal-Untersuchungsamtes die Forschungsaufgaben um Leistungsangebote für Berlin.
Zum 30. Jahrestag der Entdeckung des Tuberkel-Bazillus erhielt das Institut den Namenszusatz "Robert Koch", nach dem ersten Weltkrieg verschwand das "Königliche" aus dem Namen. Von 1935 bis 1942 gehörte das "Institut für Infektionskrankheiten Robert Koch" zum Reichsgesundheitsamt. Seinen heutigen Namen trägt das Institut seit dem 1. April 1942 als es zur "Reichsanstalt" wurde (siehe auch: Das RKI im Nationalsozialismus).

Entwicklung des Instituts bis heute

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Robert Koch-Institut 1945 mit Genehmigung der Alliierten der Gesundheitsadministration der Stadt Berlin zugeordnet, behielt aber einen Sonderstatus dadurch, dass sich die Aufgaben nicht auf Berlin konzentrierten sondern weit darüber hinaus reichten. Mit den politischen Vereinbarungen der Alliierten über Berlin zeichnete sich seit 1948 eine Lösung ab. 1952 wurde das Robert Koch-Institut Bestandteil des Bundesgesundheitsamtes und blieb es bis zu dessen Auflösung 1994. Seitdem ist das Institut als obere Bundesbehörde eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Im Zuge der Auflösung des BGA wurden das AIDS-Zentrum und das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie (SozEp) und in das RKI eingegliedert; das RKI bekommt damit ein weiteres Thema: Die Epidemiologie. Die Verbreitung von Infektionskrankheiten, aber auch von nicht-übertragbaren Erkrankungen wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. 1998 erfolgte eine umfassende Reorganisation und thematische Fokussierung. Ab 2008 wurde das Institut im Rahmen des Projekts „RKI 2010“ zum Public-Health-Institut für Deutschland ausgebaut und personell aufgestockt. Inzwischen arbeiten hier 1.100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen. 2016 feierte das Institut seinen 125. Geburtstag.

Stand: 07.02.2018

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