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GrippeWeb-Wochenbericht

Kalenderwoche 37 (12.9. – 18.9.2022), Datenstand: 21.9.2022

Zusammenfassung der 37. KW 2022

Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzte Rate von Personen mit einer neu aufgetretenen akuten Atemwegserkrankung mit Husten oder Halsschmerzen (ARE) ist in der 37. Kalenderwoche (KW) (12.9. – 18.9.2022) im Vergleich zur Vorwoche deutlich gestiegen (6,7 %; Vorwoche: 5,2 %). Die Rate der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI, definiert als ARE mit Fieber) ist im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls gestiegen (1,4 %; Vorwoche: 1,0 %). Die Gesamt-ARE-Rate und die Gesamt-ILI-Rate befinden sich im oberen Wertebereich der vorpandemischen Jahre, jedoch höher als in den Pandemiejahren (seit März 2020) zu dieser Zeit.

Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten Raten für die 37. KW 2022 beruhen auf den Angaben von 6.041 GrippeWeb-Teilnehmenden, von diesen meldeten 409 eine ARE und 95 eine ILI (Datenstand: 21.9.2022, 0:00 Uhr). Durch Nachmeldungen, die bis zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch Änderungen ergeben.

Akute Atemwegserkrankungen (ARE)

Abbildung (1). Quelle: © RKI

Abbildung (1): Vergleich der für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten ARE-Raten (gesamt, in Prozent; Linien) in den Saisons 2017/18 bis 2022/23 sowie die COVID-19-Rate (Anteil der durch PCR-Untersuchung bestätigten Fälle in Prozent der Bevölkerung; sandfarbene Fläche), die aus den Meldedaten nach IfSG berechnet wurde, dargestellt ab der 31. KW 2022 (Stand Meldedaten: 21.9.2022). In Jahren mit 53 KW wird der Wert der 53. KW aus den vorliegenden Daten berechnet, für Jahre mit 52 KW wird der Wert für die 53. KW als Mittelwert der 52. und der 1. KW dargestellt. Der schwarze, senkrechte Strich markiert die 53. KW (Jahreswechsel).
Quelle: RKI


Abbildung 1 zeigt die Gesamt-ARE-Rate in den Saisons 2017/18 bis 2022/23 sowie die COVID-19-Rate (zum Vergleich) ab der 31. KW 2022.

Mit einer ARE-Rate von 6,7 % (entsprechend 6.700 ARE-Fällen pro 100.000 Einwohner) hatten – bezogen auf die Bevölkerung in Deutschland – in der 37. KW etwa 5,6 Millionen Personen eine neu aufgetretene akute Atemwegserkrankung (mit mindestens Husten oder Halsschmerzen sowie mit oder ohne Fieber), unabhängig von einem Arztbesuch. Ein stetiger und z.T. deutlicher Anstieg der ARE-Rate ab etwa der 32. KW wurde typischerweise auch in den Jahren vor der Pandemie beobachtet, der sich dann zu einem erhöhten „herbstlichen Plateau“ nach Ende der Sommerferien bis zum Winter hin entwickelte. Die Gesamt-ARE-Rate befindet sich in der 37. KW 2022 im oberen Wertebereich der vorpandemischen Jahre und deutlich über dem Pandemiejahr 2020/21, in dem starke Kontaktbeschränkungen galten (nicht alle Vorjahre sind in Abbildung 1 abgebildet; Median der 37. KW in 2011 bis 2019: 5,3 %).

Die COVID-19-Rate wurde aus den nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten Fällen mit SARS-CoV-2-Nachweis berechnet (sandfarbene Fläche in Abbildung 1; Stand der IfSG-Meldedaten: 21.9.2022). Zum Größenvergleich wurde die COVID-19-Rate in der gleichen Abbildung wie die Gesamt-ARE-Rate dargestellt. Die wöchentlich übermittelte COVID-19-Rate (7-Tages-Inzidenz) der 37. KW betrug 273 pro 100.000, d.h. ca. 0,3 % der Bevölkerung, und entspricht etwa 230.000 neuen, übermittelten COVID-19-Fällen. Zum Vergleich: Im Vorjahr zur 37. KW lag die COVID-19-Rate bei 0,1 %.

Im Gegensatz zu den ersten pandemischen Phasen seit März 2020 wird der Verlauf der Gesamt-ARE-Rate seit dem Jahreswechsel 2021/22 von der COVID-19-Rate (Omikron) mit beeinflusst (bitte beachten: in Abbildung 1 ist nur die COVID-19-Rate seit der 31. KW 2022 abgebildet). Es zirkulieren jedoch weitere Atemwegserreger wie Rhinoviren oder Parainfluenzaviren, die typischerweise in den Herbst- und Frühlingsmonaten besonders häufig nachgewiesen werden (siehe auch im Abschnitt „Daten aus der Arbeitsgemeinschaft Influenza“).

Grippeähnliche Erkrankungen (ILI)

Abbildung (2). Quelle: © RKI

Abbildung (2): Vergleich der für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten ILI-Raten (gesamt, in Prozent; Linien) in den Saisons 2017/18 bis 2022/23 sowie die COVID-19-Rate (Anteil der durch PCR-Untersuchung bestätigten Fälle in Prozent der Bevölkerung; sandfarbene Fläche), die aus den Meldedaten nach IfSG berechnet wurde, dargestellt ab der 31. KW 2022 (Stand Meldedaten: 21.9.2022). In Jahren mit 53 KW wird der Wert der 53. KW aus den vorliegenden Daten berechnet, für Jahre mit 52 KW wird der Wert für die 53. KW als Mittelwert der 52. und der 1. KW dargestellt. Der schwarze, senkrechte Strich markiert die 53. KW (Jahreswechsel).
Quelle: RKI


Abbildung 2 zeigt die Rate der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI, Untergruppe der ARE) in den Saisons 2017/18 bis 2022/23 sowie die COVID-19-Rate (zum Vergleich) ab der 31. KW 2022.

Ähnlich wie die Gesamt-ARE-Rate zeigt die Gesamt-ILI-Rate einen steigenden Trend, jedoch erst seit etwa zwei Wochen. Die aktuelle ILI-Rate entspricht mit 1.400 ILI-Fällen pro 100.000 Einwohner ca. 1,2 Millionen neu aufgetretenen grippeähnlichen Erkrankungen (Fieber mit Husten oder Halsschmerzen) in der Gesamtbevölkerung, ebenfalls unabhängig von einem Arztbesuch.

Auch die Gesamt-ILI-Rate liegt höher als in den Pandemiejahren zur 37. KW und im oberen Wertebereich der vorpandemischen Jahre (Abbildung 2, nicht alle Vorsaisons abgebildet; Median der 37. KW in 2011 bis 2019: 1,0 %).

Akute Atemwegserkrankungen (ARE) nach Altersgruppen

Abbildung (3). Quelle: © RKI

Abbildung (3): Links: Vergleich der für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten ARE-Raten für Kinder (0 bis 14 Jahre) und Erwachsene (ab 15 Jahre) in den Saisons 2020/21 bis 2022/23. In Jahren mit 53 KW wird der Wert der 53. KW aus den vorliegenden Daten berechnet, für Jahre mit 52 KW wird der Wert für die 53. KW als Mittelwert der 52. und der 1. KW dargestellt. Der schwarze, senkrechte Strich markiert den Jahreswechsel. Rechts: Vergleich der für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten ARE-Raten in fünf Altersgruppen von der 31. KW 2020 bis zur 37. KW 2022. Die beiden jüngsten Altersgruppen gehören zur Altersgruppe der Kinder (0 bis 14 Jahre), die anderen drei Altersgruppen zur Altersgruppe der Erwachsenen (ab 15 Jahre). Die schwarzen, senkrechten Striche markieren den jeweiligen Jahreswechsel.
Quelle: RKI


Abbildung 3 zeigt die nach Kindern (0 bis 14 Jahre) und Erwachsenen (ab 15 Jahre) getrennt analysierten ARE-Raten im Vergleich der Saisons 2020/21 bis 2022/23 (linke Seite) und die nach fünf Altersgruppen getrennt analysierten ARE-Raten seit der 31. KW 2020 (rechte Seite).

Die ARE-Rate ist in der 37. KW 2022 im Vergleich zur Vorwoche bei den Kindern bis 14 Jahre, aber besonders deutlich bei den Erwachsenen ab 15 Jahren gestiegen (Abbildung 3, links).

Bei Betrachtung der ARE-Raten in den fünf verschiedenen Altersgruppen zeigte sich seit der 27. KW 2022 ein deutlicher Rückgang der ARE-Rate in fast allen Altersgruppen, u. a. aufgrund von Sommerferien in vielen Bundesländern (Abbildung 3, rechts). Mit dem Ende der Sommerferien stiegen die ARE-Raten zum Teil deutlich an, beginnend mit den Kindern im Kindergarten- und Schulalter (in der 37. KW 2022 hatte kein Bundesland mehr Sommerferien). Die ARE-Raten zeigen seitdem einen deutlich steigenden Trend in allen Altersgruppen. Im Vergleich zur Vorwoche sind die ARE-Raten in der 37. KW mit Ausnahme der Kleinkinder (0 bis 4 Jahre) in allen Altersgruppen gestiegen.

Durch Nachmeldungen der GrippeWeb-Teilnehmenden, die bis zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch Änderungen in den ARE- und ILI-Raten ergeben.

Arztbesuche wegen ARE nach Altersgruppen

Abbildung (4). Quelle: © RKI

Abbildung (4): Saisonvergleich der jeweiligen Anteile der Arztbesuche unter den GrippeWeb-Teilnehmenden (TN) mit einer ARE, getrennt analysiert nach fünf Altersgruppen, dargestellt als über fünf Wochen gleitender Mittelwert.

Quelle: RKI


Abbildung 4 zeigt die jeweiligen Anteile der Arztbesuche unter den GrippeWeb-Teilnehmenden (TN) mit einer ARE, getrennt analysiert nach fünf Altersgruppen im Saisonvergleich. Dabei wurden die Anteile dargestellt als über fünf Wochen geglättete Mittelwerte, um große Schwankungen und Unsicherheiten (u.a. aufgrund teilweise niedriger Fallzahlen) auszugleichen.

Bei den 0- bis 4-Jährigen ist der Anteil der Kinder, die wegen ihrer akuten Atemwegserkrankung einem Arzt oder einer Ärztin vorgestellt werden, in der Regel im Schnitt höher als bei den anderen Altersgruppen.

Hervorzuheben ist aktuell, dass insbesondere bei den Erwachsenen zwischen 15 und 59 Jahren die Arztbesuche wegen ARE seit Anfang des Jahres 2022 (Saison 2021/22, rote Linien und Saison 2022/23, auberginefarbene Linie) fast kontinuierlich deutlich höher lagen als in den Vorjahren zur gleichen Zeit. Seit der 27. KW 2022 nimmt der Anteil der Personen mit ARE in dieser Altersgruppe, der ärztlichen Rat sucht, wieder ab. Bei den 35- bis 59-Jährigen ist der Unterschied zwischen dem COVID-19-Pandemiejahr 2020/21 (gelbe Linie) mit sehr niedrigen Arztgehraten und dem COVID-19-Pandemiejahr 2021/22 (rote Linie) besonders eindrücklich. Zum Vergleich: Seit der 1. KW 2022 holten im Durchschnitt ca. ein Viertel aller 35- bis 59-Jährigen (ca. 25 %) pro Woche wegen ihrer ARE ärztlichen Rat ein, das ist fast so viel, wie es sonst bei Kindern zu Grippewellenzeiten zu verzeichnen ist.

Daten aus der Arbeitsgemeinschaft Influenza

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI), die Meldungen von Haus- und Kinderarztpraxen auswertet, berichtet, dass im ambulanten Bereich in der 37. KW 2022 bundesweit mehr Arztbesuche wegen ARE registriert wurden als in der Vorwoche. Die Zahl der Arztbesuche liegt leicht über dem Niveau der Vorjahre um diese Zeit. Im Nationalen Referenzzentrum für Influenzaviren wurden in der 37. KW in insgesamt 41 (49 %) der 83 eingesandten Sentinelproben Atemwegsviren identifiziert. In den eingesandten Sentinelproben wurden hauptsächlich Rhinoviren (23 %), Parainfluenzaviren (12 %) und SARS-CoV-2 (10 %) nachgewiesen. Influenzaviren wurden in 2 % der Proben nachgewiesen. Im Rahmen der ICD-10-Code-basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) ist die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 37. KW insgesamt leicht gesunken und liegt auf dem Niveau der vorpandemischen Jahre. Dabei kam es in der Altersgruppe 5 bis 14 Jahre zu einem leichten Anstieg der Fallzahlen, in den anderen Altersgruppen ging die Zahl der SARI-Fälle zurück.

Diese und weitere Informationen sind abrufbar im aktuellen ARE-Wochenbericht der AGI unter: ARE-Wochenbericht der AGI.

Stand: 23.09.2022

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