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Konsiliarlabor für Gonokokken

Leitung:
Susanne Buder

Im Rahmen der Neustrukturierung der Infektionsepidemiologie in Deutschland und im Zusammenhang mit dem Aufbau eines infektionsepidemiologischen Netzwerks werden seit Mitte der 90er Jahre, in Abstimmung mit der Kommission Infektionsepidemiologie, Nationale Referenzzentren zur Überwachung wichtiger Infektionserreger benannt und durch das Bundesministerium für Gesundheit berufen.

Um für ein möglichst breites Spektrum von Krankheitserregern fachliche Kompetenz bereitzustellen, werden in Ergänzung zu den Nationalen Referenzzentren auch Konsiliarlaboratorien zu weiteren gesundheitsrelevanten Infektionserregern oder erregerbedingten klinischen Syndromen mit besonderer infektiologischer und infektionsepidemiologischer Bedeutung benannt. Konsiliarlaboratorien werden mit der Unterstützung und in Abstimmung mit den relevanten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften ausgewählt.

Seit dem 1. Januar 2020 steht das Konsiliarlabor für Gonokokken unter der Leitung von Frau Dr. med. Susanne Buder. Die Ernennung der Konsiliarlaboratorien erfolgt durch das Bundesministerium für Gesundheit für einen Zeitraum von drei Jahren. Ab dem 01.03.2020 befindet sich das Konsiliarlabor am neuen Standort am Fachgebiet für sexuell übertragbare bakterielle Krankheitserreger (FG19) des Robert Koch-Instituts in der Seestraße 10 in Berlin.

Aufgaben

Unser Labor arbeitet aktiv auf dem Gebiet der Diagnostik, der Epidemiologie und des Resistenzmonitorings von Neisseria gonorrhoeae:

  • Diagnostik bei Meldung von Verdachtsfällen mit auffälliger Resistenz oder bei Therapieversagen
  • Beratungstätigkeit, insbesondere des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sowie von Laboratorien, niedergelassenen Ärzten, Kliniken und Forschungsinstituten zu Fragen der Diagnostik, Resistenzsituation und Therapieempfehlungen (s. RKI-Ratgeber Gonorrhö (Tripper))
  • Monitoring von Resistenzentwicklungen bei Neisseria gonorrhoeae und Mitwirkung bei der epidemiologischen Bewertung der aktuellen Situation
  • Vorbereitung und Einführung einer Meldepflicht zum 01.03.2020 für Neisseria gonorrhoeae mit Angaben zum Empfindlichkeitsprofil für Deutschland
  • Ausbau und Umsetzung des Gonokokken-Resistenz-Netzwerkes Deutschland (GORENET www.rki.de/gorenet) in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (Deutsche Gonokokken-Resistenz-Surveillance)
  • Erhalt und Ausbau des nationalen Netzwerkes von Einrichtungen und Laboren mit dem Ziel einer erweiterten Isolatensammlung, um die regionale Verteilung und die Resistenzentwicklung zentral zu erfassen und zu dokumentieren
  • Qualitätssicherung (Teilnahme an Studien und Ringversuchen, z.B. in Zusammenarbeit mit ECDC, PHE, WHO, Mitarbeit in Fachgesellschaften, Weiter- und Ausbildung)
  • Entwicklung von Methoden zur externen Qualitätssicherung (Ringversuch zur Resistenztestung, Trainingsprogramm für Kooperationslabore)
  • Weiter- oder Neuentwicklung diagnostischer Verfahren, Implementierung von molekularbiologischen Arbeitsmethoden, wie Sequenzierung mittels Neisseria gonorrhoeae-Multi Antigen Sequence Typing (NG-MAST) und Whole-Genome-Sequencing/Next-Generation-Sequencing (NGS)
  • Zusammenarbeit mit der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG, Gesellschaft zur Förderung der sexuellen Gesundheit https://www.dstig.de)
  • Mitentwicklung und Umsetzung von Therapieleitlinien (AWMF Leitlinie Gonorrhoe https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/059-004.html)
  • Mitwirkung und Beratung des Robert Koch-Instituts bei der Erarbeitung wissenschaftlicher Materialien (z.B. Falldefinitionen, Ratgeber Infektionskrankheiten)
  • Zusammenarbeit mit dem ECDC im Rahmen des EURO-GASP (https://www.ecdc.europa.eu/en/about-us/partnerships-and-networks/disease-and-laboratory-networks/euro-gasp): Als Nationales Konsiliarlaboratorium für Gonokokken arbeiten wir eng mit dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit nehmen wir seit 2009 am Projekt „European Gonococcal antmicrobial surveillance programme (EURO-GASP)“ aktiv teil.

Meldepflicht

Bitte beachten Sie, dass seit dem 01.03.2020 der Nachweis von Infektionen mit Neisseria gonorrhoeae mit verminderter Empfindlichkeit und Resistenz gegenüber Azithromycin, Cefixim oder Ceftriaxon gemäß §7 Abs. 3 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) meldepflichtig ist. Bereits die verminderte Empfindlichkeit gegen nur eines der drei angegebenen Antibiotika ist ausreichend und verpflichtet zur Meldung.
Ausführliche Informationen zur neuen Meldepflicht sind in Ausgabe 10/2020 des Epidemiologischen Bulletins des Robert Koch-Instituts zu finden.

Stand: 29.10.2020

Zusatzinformationen

Kontakt

Postanschrift

Robert Koch-Institut
Konsiliarlabor für Gonokokken
Fachgebiet Sexuell übertragbare bakterielle Krankheitserreger (FG 19)

Seestraße  10

13353 Berlin, Deutschland

Dr. med. Susanne Buder

Telefon:
+49 (0)170 127 2286

Petra Kreher

Telefon:
030 18754 3796

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