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Antibiotikaresistenz

Petrischalen mit Kolonien resistenter Bakterien. Quelle: CDC/ Melissa Dankel

Seit der Entdeckung des Penicillins 1928 sind Antibiotika zu einem der wichtigsten Instrumente in der Behandlung von Infektionskrankheiten geworden. Inzwischen jedoch sind diese potenten Medikamente durch die Zunahme von Antibiotika­resistenzen nicht mehr verlässlich effektiv. Es gibt zahlreiche Hinweise, dass auch in Deutschland die Problematik der Antibiotikaresistenz zunimmt.

Während in den letzten Jahren vor allem gram-positive Infektions­erreger wie Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Glykopeptid-resistente Entero­kokken (VRE) im Vordergrund des Interesses standen, rückt jetzt auch das zunehmende Auftreten von gram-negativen InfektionsÞerregern, die neben anderen Antibiotika­gruppen auch gegen alle ß-Laktam­antibiotika resistent sind, in den Fokus.

Die Antibiotika­resistenz­entwicklung hat zwei entscheidende Grundlagen:

  • das Vorhanden­sein von resistenten Erregern und von übertrag­baren Resistenz­genen
  • den durch den Antibiotika­einsatz zugunsten dieser Keime ausgeübten Selektions­druck.

Sie kann zumindest verlangsamt werden durch Begrenzung (containment) der Verbreitung resistenter Erreger und des Resistenzgenpools sowie durch Vermeidung eines einseitigen chemo­therapeutischen Selektions­drucks. Dadurch könnte auch in Deutschland die Situation nachhaltig verbessert werden.

Voraussetzung für die Erarbeitung von zentralen Empfehlungen für gezielte Präventions­maßnahmen und Regime der rationalen Chemo­therapie sind verlässliche Surveillance-Daten zum Auftreten und zur Verbreitung der Resistenz und zum Antibiotika­einsatz.

Mit der Zielstellung, eine repräsentative Datenbasis zur Antibiotika­resistenz in Deutschland zu erarbeiten, wurde 2007 das Projekt ARS - Antibiotika-Resistenz-Surveillance in Deutschland ins Leben gerufen. Ausführliche Informationen sowie eine interaktive Daten­bank zur Resistenz­situation finden sich auf der Webseite "Anti­bio­tika-Resistenz-Surveillance am RKI". Mit AVS - Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance - wird als Pendant dazu ein bundes­weites System zur Über­wachung des Antibiotika-Verbrauches aufgebaut (siehe unter "Daten­quellen").

Stand: 21.05.2015

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