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Der Virologe und Mediziner Prof. Reinhard Kurth ist gestorben

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit, des Robert Koch-Instituts, des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte und des Paul-Ehrlich-Instituts

Der Virologe und Mediziner Prof. Dr. med. Dr. h.c. Reinhard Kurth ist am Sonntag, dem 2. Februar 2014, nach langer, schwerer Krankheit verstorben.

Reinhard Kurth hat sich in seiner langjährigen Tätigkeit große Verdienste in der Wissenschaft und im Gesundheitswesen der Bundesrepublik Deutschland erworben.

Nach seiner Bestallung zum Arzt 1969 hatte er sich leidenschaftlich der Forschung gewidmet. Sein Spezialgebiet waren Forschungsarbeiten zur Pathogenese und Immunbiologie von Retroviren, wie den Humanen Immundefizienzviren (HIV), den Humanen T-lymphotropen Viren (HTLV) und den Humanen endogenen Retroviren des Menschen (HERV). Weitere Forschungsschwerpunkte waren u.a. die Interaktionen immunologischer Botenstoffe, die Entwicklung eines HIV-Impfstoffes, die funktionale Analyse der HERV und die Untersuchung von endogenen Retroviren des Schweines.

Reinhard Kurth war nicht nur ein großer Wissenschaftler, sondern auch ein herausragender Leiter dreier wichtiger Bundesinstitute im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Von 1986 bis 2001 war Reinhard Kurth Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen. In dieser Zeit wurde dem Paul-Ehrlich-Institut die wichtige Aufgabe übertragen, die Sicherheit von Arzneimitteln aus Blut zu gewährleisten. Reinhard Kurth formte in dieser Zeit das heutige Profil des Paul-Ehrlich-Instituts als regulatorische Behörde und Forschungsinstitut. Parallel dazu übernahm er 1996 kommissarisch die Leitung des Robert Koch-Instituts in Berlin, ab 2002 bis 2008 war er dessen Präsident. Unter seiner Leitung wurde das Robert Koch-Institut neu aufgestellt und zu einem modernen Public-Health-Institut ausgebaut. Zusätzlich war er in den Jahren 2004 bis 2007 Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn. In dieser Zeit hat er wesentliche Entscheidungen zur strukturellen und organisatorischen Weiterentwicklung des Instituts getroffen und damit maßgeblich zu dessen Modernisierung und nachhaltiger Zukunftsfähigkeit beigetragen. Bis zuletzt war er als Vorsitzender des Stiftungsrates der Schering Stiftung in Berlin tätig.

Reinhard Kurth war, in Anerkennung seiner Leistungen, Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und übte eine Vielzahl gutachterlicher und beratender Funktionen aus, so z.B. als Vorsitzender des Stiftungsrates des Deutschen Rheumaforschungszentrums und als Vorsitzender der Hochschulräte des Universitäten Gießen und Münster. Bereits 1998 wurde er in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften berufen, 2005 in die American Philosophical Society und 2008 in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Für seine herausragenden Leistungen auf den Gebieten der Virologie und Immunologie und für seine großen Verdienste bei der Entwicklung der Bundesinstitute wurde Reinhard Kurth am 4. Oktober 2005 vom Bundespräsidenten mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Am 22. September 2006 hat ihm die Medizinische Fakultät der Charité in Berlin die Ehrendoktorwürde verliehen.

Reinhard Kurth sah seine Arbeiten immer im gesellschaftlichen und politischen Zusammenhang. Ein Anliegen war es ihm, auch Laien in die Lage zu versetzen, sich selbst ein informiertes Urteil zu bilden. Zahlreiche Beiträge und Interviews in Hörfunk und Fernsehen, in Zeitungen und Zeitschriften sowie Vorträge bezeugen dies. Auch in der Politikberatung, zu der er ebenfalls veröffentlicht hatte, war Reinhard Kurth ein gefragter Experte. Er hatte die Gabe, wissenschaftliche Themen zu vermitteln und konnte seine Zuhörer hierfür begeistern. Mit Reinhard Kurth verliert die Bundesrepublik Deutschland einen besonderen Menschen, einen großen Wissenschaftler und Institutsleiter.

Stand: 03.02.2014

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