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Mitteilung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Rotavirus-Impfung

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gibt mit Datum 11.05.2015 auf seiner Homepage aktuelle Hinweise zu Sicherheitsinformationen zur Rotavirus-Impfung. Dies wurde veranlasst, da Frankreich aktuell die Rotavirus-Impfung ausgesetzt hat, nachdem dort zwei Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit der Rotavirus-Impfung aufgetreten sind. Die STIKO prüft die Sicherheitsaspekte in Rücksprache mit dem PEI bzgl. der Rotavirus-Impfung fortlaufend. Aktuell ergeben sich daraus keine Konsequenzen für die von der STIKO getroffene Rotavirus-Impfempfehlung. Die STIKO möchte diese Mitteilung jedoch nutzen, um auf wichtige Aspekte ihrer im Epidemiologischen Bulletin 35/2013 veröffentlichten Empfehlungen hinzuweisen.

Aufgrund eines geringfügig erhöhten Risikos (1-2 zusätzliche Invaginationen pro 100.000 geimpfte Kinder) für Darminvaginationen innerhalb der ersten Wochen nach der ersten Impfung, das mit dem Alter der Impflinge zunimmt, sollte die Impfserie unbedingt frühzeitig begonnen und rechtzeitig abgeschlossen werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Invagination die häufigste Ursache für einen Darmverschluss im Säuglingsalter ist und diese unabhängig von einer Impfung mit einer Häufigkeit von 61,7/100.000 (95% KI 55-70) bei Kindern im Alter unter 12 Monaten vorkommt1.

Je nach verwendetem Impfstoff werden ab dem Alter von 6 Wochen 2 (Rotarix®) bzw. 3 Dosen (RotaTeq®) in einem Abstand von 4 Wochen verabreicht. Die STIKO rät die Impfserie spätestens bis zum Alter von 12 Wochen zu beginnen und vorzugsweise bis zum Alter von 16 (Rotarix®) bzw. von 20-22 Wochen (RotaTeq®) abzuschließen. Nach Fachinformationen muss die Impfserie für Rotarix® auf jeden Fall bis zum Alter von 24 Wochen und für RotaTeq® bis zum Alter von 32 Wochen abgeschlossen sein.

Die Eltern von geimpften Kindern sollen außerdem darauf hingewiesen werden, dass jedes Kind, das innerhalb der ersten Woche nach der Impfung Symptome entwickelt, die auf eine Invagination hinweisen könnten (wie z.B. starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, blutige Stühle) umgehend ärztlich vorgestellt werden sollte.

1 Weiß S, Streng A, Kries RV, Liese J, Wirth S, Jenke AC (2011) Inzidenz der Invagination bei Säuglingen in Deutschland. Eine Schätzung anhand der Capture-Recapture-Methode. Klinische Padiatrie 223:419-423

Stand: 12.05.2015

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