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Zielgruppeneinstiege

Nationales Referenzzentrum für Masern, Mumps, Röteln

Leitung:
Annette Mankertz
Stellvertreter:
Sabine Santibanez

Masern, Mumps und Röteln sind virale Erkrankungen des Kinder- und Jugendalters, die aber auch ungeschützte Erwachsene betreffen können. Schutz wird durch Impfung mit dem MMR-Kombinationsimpfstoff entsprechend der STIKO-Empfehlung aufgebaut. Mit der Impfung wird auch den gefürchteten Komplikationen wie SSPE und Masernenzephalitis, Ertaubung nach Mumps oder den schwerwiegenden Missbildungen von Neugeborenen bei einer Rötelninfektion in der Schwangerschaft vorgebeugt.

Aufgrund der Bedeutung dieser Erkrankungen wurde von der WHO in der Region Europa die Elimination der Masern und Röteln sowie die Verhinderung der konnatalen Rötelnerkrankung bei Neugeborenen bis zum Jahr 2015 beschlossen. Diesem Ziel hat sich auch Deutschland mit dem „Interventionsprogramm Masern, Mumps, Röteln“ angeschlossen. Die wichtigste Maßnahme ist dabei die Erhöhung der MMR-Impfraten für die erste und zweite Dosis der MMR-Impfung auf jeweils über 95 % der gesamten Bevölkerung. Damit könnte die jährliche Inzidenz auf unter 1 Fall pro 1 Million Einwohner gesenkt werden. Im Jahr 2011 traten in Deutschland aber statt der für die Elimination geforderten Höchstzahl von 80 noch mehr als 1.600 Masernfälle auf, fast alle davon bei Ungeimpften.

Aufgaben

Das NRZ MMR übernimmt im Eliminationsprogramm die Rolle der laborgestützten Surveillance. Wir führen Seroprävalenzstudien durch, um Aussagen zur Rate von Ungeschützten in der Bevölkerung machen zu können. Aktuell zirkulierende Masern-, Mumps- und Rötelnviren werden genetisch charakterisiert, um Transmissionswege aufzuklären bzw. zur Untersuchung von Ausbrüchen beizutragen. Damit können wir wichtige Informationen zum Fortschreiten des Eliminationsprozesses zur Verfügung stellen. Außerdem führen wir Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von aktuellen Impfstoffen durch.

Neben der Labordiagnostik bei Verdachtsfällen bieten wir spezielle diagnostische Verfahren wie die Feindiagnostik bei Rötelninfektionen in der Frühschwangerschaft, die Differenzierung von Impf- und Wildviren und die Genotypisierung von Viren an. Daneben beraten wir Ärzte in Praxis, Klinik und Labor und den ÖGD bei Fragen zu Ausbrüchen, Impfung und Diagnostik von Masern, Mumps und Röteln.

Das NRZ MMR ist in nationale infektionsepidemiologische Projekte eingebunden (z.B. KiGGS und DEGS). Darüber hinaus fungieren wir auf europäischer Ebene als Regionales Referenzlabor der WHO. Die Arbeit des NRZ wird alle 3 Jahre von der Kommission Infektionsepidemiologie begutachtet.

Stand: 29.05.2012

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