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Zielgruppeneinstiege

Nationales Referenzzentrum für Masern, Mumps, Röteln

Leitung:
Annette Mankertz
Vertretung:
Sabine Santibanez

Masern, Mumps und Röteln sind virale Erkrankungen des Kinder- und Jugend­alters, die aber auch ungeschützte Erwachsene betreffen können. Schutz wird durch Impfung mit dem MMR-Kombi­nationsimpfstoff entsprechend der STIKO-Em­pfeh­lung aufgebaut. Mit der Impfung wird auch den gefürch­teten Kompli­kationen wie SSPE und Masern­enze­phalitis, Ertau­bung nach Mumps oder den schwerwiegenden Miss­bil­dun­gen von Neugeborenen bei einer Rötelninfektion in der Schwangerschaft vorgebeugt.

Aufgrund der Bedeutung dieser Erkrankungen wurde von der WHO in der Region Europa die Elimination der Masern und Röteln sowie die Verhinderung der konnatalen Rötelnerkrankung bei Neugeborenen bis zum Jahr 2015 beschlos­sen. Diesem Ziel hat sich auch Deutschland mit dem „Inter­ven­tions­pro­gramm Masern, Mumps, Röteln“ ange­schlos­sen. Die wichtigste Maßnahme ist dabei die Erhöhung der MMR-Impf­raten für die erste und zweite Dosis der MMR-Impfung auf jeweils über 95% der gesam­ten Bevölkerung. Damit könnte die jährliche Inzidenz auf unter 1 Fall pro 1 Million Einwohner gesenkt werden. Im Jahr 2013 traten in Deutschland aber statt der für die Elimination geforderten Höchstzahl von 80 noch 1.771 Masernfälle auf, fast alle davon bei Ungeimpften.

Aufgaben

Das NRZ MMR übernimmt im Eliminationsprogramm die Rolle der labor­ge­stütz­ten Surveillance. Aktuell zirkulierende Masern-, Mumps- und Rötelnviren werden genetisch charakterisiert, um Transmissionswege auf­zu­klä­ren bzw. zur Unter­su­chung von Ausbrüchen beizutragen. Damit können wir wichtige Informationen zum Fortschreiten des Eliminationsprozesses zur Verfügung stellen. Außerdem führen wir Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von aktuellen Impfstoffen und Seroprävalenzstudien durch; letzteres um Aussagen zur Rate von Ungeschützten in der Bevölkerung machen zu können.

Neben der Labordiagnostik bei Verdachtsfällen führen wir spezielle diag­nos­tische Verfahren durch, wie die Diagnostik von Rötelninfektionen in der Früh­schwanger­schaft, die Differenzierung von Impf- und Wildviren und die Geno­typi­sierung von Viren. Wir beraten Ärzte in Praxis, Klinik und Labor und den ÖGD bei Fragen zur Diagnostik von Masern-, Mumps- und Rötelninfektionen.

Das NRZ MMR ist in nationale infektionsepidemiologische Projekte einge­bunden (z.B. KiGGS und DEGS) und war beim Erstellen einer AWMF-Leitlinie zur Virusdiagnostik in der Schwangerschaft beteiligt. Darüber hinaus fungieren wir auf europäischer Ebene als Regionales Referenzlabor der WHO. Die Arbeit des NRZ wird alle 3 Jahre von der Kommission Infektionsepidemiologie begutachtet.

Stand: 29.10.2014

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