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Konsiliarlabor für elektronen­mikrosko­pische Diagnostik von Krankheits­erregern (EM-Erreger­diagnostik)

Leitung:
Michael Laue

Elektronenmikroskopische Ansicht von Parapockenviren aus der Bläschenflüssigkeit einer Hautläsion. Negativkontrastierungs-Technik. Maßstab = 200 nm. Quelle: Gelderblom/RKI Parapockenviren

Die elektronenmikroskopische Untersuchung von Probenmaterial auf Krankheitserreger ist eine schnelle, im optimalen Fall inner­halb einer Stunde durchführbare, aber ver­gleichsweise unspezifische Methode, die jedoch Orientierung für eine erste Diagnose bietet. Sie erfasst alle Partikel einer Probe, inklusive der kleinsten Viren, und kann damit sowohl alle bisher bekannten, als auch unbekannten Erreger (bis zur Auf­lö­sungsgrenze von etwa einem Nanometer) entdecken, beschreiben und ihre Anzahl bestimmen. Die Untersuchung ergibt im Idealfall Hinweise für eine ziel­ge­rich­tete und spezifische weitere Diagnostik, den Ausschluss von vermuteten Erregern, oder die unabhängige Kontrolle von Diagnosen, die mit anderen Methoden erzielt wurden.

Aufgaben

  • Elektronenmikroskopische Untersuchung von klinischen Proben, Kulturmaterial sowie von Umweltproben, auf Krankheitserreger.
  • Beratung von Wissenschaftlern, Ärzten und technischem Personal bezüglich der elektronenmikroskopischen Erregerdiagnostik (z.B. „second opinion“) und ihrer Methodik.
  • Unterstützung der Ausbildung von Fachpersonal (z.B. durch Laborkurse) und Qualitätssicherung der elektronenmikroskopischen Erregerdiagnostik.
  • Aufrechterhaltung und Ausbau der vorhandenen Netzwerkaktivitäten im Bereich der elektronenmikroskopischen Erregerdiagnostik (z.B. durch die Ausrichtung von Workshops).
  • Durchführung eines internationalen, jährlich stattfindenden Ringversuchs zur elektronenmikroskopischen Erregerdiagnostik.

Untersuchungsmaterial bitte ausschließlich nach vorheriger telefonischer Absprache mit dem Labor einsenden, um die Probenahme und den Versand optimal und fallgerecht durchführen zu können.

Für Informationen über die Teilnahme am Ringversuch oder den Labor-Grundkursen wenden Sie sich bitte direkt an den Leiter des Konsiliarlabors.

Projekte

Das Konsiliarlabor für EM-Erregerdiagnostik ist im Fachgebiet ZBS 4 des Robert Koch-Instituts angesiedelt. Neben der Erregerdiagnostik, beschäftigt sich das Fachgebiet mit der Forschung an bakteriellen Sporen und Biofilm, sowie der Verbesserung von Methoden der elektronenmikroskopischen Erregerdiagnostik.

Das Fachgebiet fungiert darüber hinaus als Kompetenzzentrum für Bildgebende Verfahren (Laser- und Elektronenmikroskopie) des Robert Koch-Instituts.

Stand: 16.12.2015

Ausgewählte Publikationen

  • Laue M, Möller L (2015): The VirusExplorer – An offline database for diagnostic electron microscopy of viruses..
    : doi: 10.5281/zenodo.34281 (WIN). doi: 10.5281/zenodo.34926 (MacOSX). mehr

  • Möller L, Schünadel L, Nitsche A, Schwebke I, Hanisch M, Laue M (2015): Evaluation of virus inactivation by formaldehyde to enhance biosafety of diagnostic electron microscopy.
    Viruses 7 (2): 666–679. Epub Feb 10. doi: 10.3390/v7020666. mehr

  • Laue M (2010): Electron microscopy of viruses.
    Methods Cell Biol. 96: 1-20. doi: 10.1016/S0091-679X(10)96001-9. mehr

  • Laue M, Bannert N (2010): Detection limit of negative staining electron microscopy for the diagnosis of bioterrorism-related micro-organisms.
    J. Appl. Microbiol. 109 (4): 1159-1168. Epub Apr 1. mehr

  • Gelderblom H (2009): Elektronenmikroskopie in der Erregerdiagnostik.
    In: G Darai, M Handermann, HG Sonntag, CA Tidona, L Zöller (Hrsg), Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen, 3. Aufl.. Heidelberg, New York, Tokyo: Springer, pp. 258-270.

Zusatzinformationen

Kontakt

Postanschrift

Robert Koch-Institut
Konsiliarlabor für EM-Erregerdiagnostik / ZBS 4

Seestraße  10

13353 Berlin

Dr. Laue

Telefon:
+49 (0)30 - 18754-2675

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