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Migration und Impfen

Schutzimpfungen zählen zu den wichtigsten und effektivsten medizinischen Präventivmaßnahmen und haben zur weltweiten Zurückdrängung gefährlicher Infektionskrankheiten wie z.B. Polio (Kinderlähmung) entscheidend beigetragen. Das deutsche Impfsystem gewährleistet die kostenfreie Versorgung für die von der STIKO empfohlenen Impfungen und bietet einen gut erreichbaren Zugang über die impfende niedergelassene Ärzteschaft. Die gute Akzeptanz von Schutzimpfungen zeigt sich an den bundesweit hohen Impfquoten bei Kindern. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) zeigen allerdings, dass beispielsweise nach der Geburt zugewanderte Kinder und Jugendliche Impflücken aufweisen. Zudem kann es bei bestimmten Gruppen, z.B. bei zugewanderten Personen ohne Versicherungsschutz oder Personen mit Fluchterfahrung, zu deutlichen Defiziten bei der Durchimpfung kommen.

Zentrale Botschaften für Impfende

  1. Jeder Arztkontakt sollte genutzt werden, um den Impfstatus zu überprüfen, dies gilt besonders für neu zugewanderte Personen.
  2. Maßgeblich für die zu verabreichenden Impfungen sind die Empfehlungen der STIKO. Möglicherweise abweichende Impfschemata in den Heimatländern von zugewanderten Personen sollten gemäß dieser Empfehlungen komplettiert werden.
  3. Nicht dokumentierte Impfungen, z.B. bei fehlendem Impfpass, gelten laut STIKO als nicht durchgeführt und sollten altersgerecht nachgeholt werden.
  4. Begonnene oder unterbrochene Impfserien können in der Regel problemlos fortgesetzt werden – eine Wiederholung von Impfungen oder ein Neubeginn ist meist nicht nötig.
  5. Bei ungeimpften Jugendlichen und Erwachsenen stehen nicht für jede Altersgruppe Impfstoffe zur Grundimmunisierung für nachzuholende Impfungen zur Verfügung, die Ausführungen der STIKO sind daher zu beachten. Mit der Ausgabe 30/2012 des Epidemiologischen Bulletin stehen nun erstmals gebündelt Empfehlungen der STIKO zu Nachholimpfungen zur Verfügung.

Stand: 27.07.2012

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