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Abstract zur Publikation: Seelische und körperliche Belastung von Müttern und Vätern in Deutschland - Ergebnisse der GEDA-Studie 2009 und 2010

von der Lippe E, Rattay P (2014): Seelische und körperliche Belastung von Müttern und Vätern in Deutschland - Ergebnisse der GEDA-Studie 2009 und 2010
Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation 27 (1, 93): 5–20.

Sind Mütter und Väter häufiger oder seltener seelisch und körperlich belastet als Frauen und Männer, die in kinderlosen Haushalten leben? Welche Bedeutung kommen Anzahl und Alter der Kinder, Partnerschaft, Erwerbs- und Sozialstatus sowie sozialer Unterstützung für eine starke seelische und körperliche Belastung von Müttern und Vätern zu?
Die Analyse basiert auf repräsentativen Daten von 32.129 Personen (18-59 Jahre), die vom Robert-Koch-Institut im Rahmen der GEDA-Studie 2009/2010 mittels Telefoninterviews erhoben wurden. Es wurden zum einen Prävalenzen für Frauen und Männer stratifiziert nach dem Zusammenleben mit Kindern berechnet. Zum anderen erfolgte eine Quantifizierung der Bedeutung der Einflussgrößen mittels logistischer Regressionen.
13,5% der Mütter und 7,8% der Väter fühlen sich stark seelisch belastet. Die Prävalenzen für Kinderlose liegen geringfügig, aber nicht signifikant höher. Von starken körperlichen Belastungen sind 11,2% der Mütter und 8,4% der Väter betroffen. Während bei Männern keine signifikanten Unterschiede nach dem Zusammenleben mit Kindern bestehen, fühlen sich Frauen mit Kindern seltener stark körperlich belastet als Frauen ohne Kinder. Risikofaktoren für starke seelische und körperliche Belastungen von Müttern und Vätern stellen ein niedriger Sozialstatus, eine geringe soziale Unterstützung und das Fehlen eines Partners im Haushalt dar. Auch das Nichtnachgehen einer Erwerbstätigkeit führt bei Vätern zu einer starken Belastungserhöhung, während in Teilzeit erwerbstätige Mütter signifikant seltener seelisch belastet sind als Vollzeit- oder Nichterwerbstätige. Auch Mütter mit einem Kind unter drei Jahren fühlen sich signifikant seltener stark belastet. Bei Vätern führt ein Alter von elf bis 13 Jahren des jüngsten Kindes zu einer Risikoerhöhung.
Die Ergebnisse belegen, dass sich Frauen und Männer mit und ohne Kinder mit Blick auf starke seelische und körperliche Belastungen nur geringfügig unterscheiden. Hierfür spielen vermutlich sowohl Selektions- als auch Kausalitätseffekte eine Rolle. So ist anzunehmen, dass weniger stark belastete Frauen und Männer eher eine Familie gründen als stark belastete. Gleichzeitig ist zu vermuten, dass das Zusammenleben mit Kindern sowohl einen Zugewinn an Lebensqualität als auch ein Mehr an Stress bedeuten kann. Die Ergebnisse umreißen ferner die Zielgruppe für Maßnahmen zur Verbesserung der seelischen und körperlichen Gesundheit von Müttern und Vätern.

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