RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

4. Mai 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle informieren wir Sie über ausgewählte Neuigkeiten aus dem Bereich Infektionsschutz und speziell zu COVID-19. Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie unter www.rki.de/covid-19.

Bleiben Sie mit den Angeboten des RKI auf dem Laufenden. Über generelle Neuigkeiten informieren wir Sie auf unserem Twitter-Kanal @rki_de. Videos aus dem RKI sind auf unserem YouTube-Kanal abrufbar. Viele weitere Angebote finden Sie unter: www.rki.de/newsletter

Aktuelle SARS-CoV-2/COVID-19 Informationen

Die 7-Tages-Inzidenz für ganz Deutschland steigt seit Mitte Februar 2021 stark an und liegt deutlich über 100/100.000 EinwohnerInnen. Nach einem vorrübergehenden Rückgang der Fallzahlen über Ostern hat sich der starke Anstieg der Fallzahlen zunächst fortgesetzt. Ab Mitte April hatte sich die Zunahme zunächst abgeschwächt und seit Anfang der aktuellen Kalenderwoche 17 haben die Zahlen leicht abgenommen. Die Anzahl der Landkreise mit einer 7-Tages-Inzidenz über 100/100.000 EinwohnerInnen ist weiterhin sehr hoch. Der 7-Tage-R-Wert liegt unter 1. Die COVID-19-Fallzahlen stiegen in den letzten Wochen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch in jüngeren Altersgruppen. Auch bei den über 80-Jährigen hat sich der wochenlang abnehmende Trend nicht fortgesetzt. Beim Großteil der Fälle ist der Infektionsort nicht bekannt. COVID-19-bedingte Ausbrüche betreffen insbesondere private Haushalte, aber auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld, während die Anzahl der Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen abgenommen hat. Um einen möglichst kontinuierlichen Betrieb von Kitas und Schulen gewährleisten zu können, erfordert die aktuelle Situation den Einsatz aller organisatorischer und individueller Maßnahmen zur Infektionsprävention (s. u. a. Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen - Lebende Leitlinie).

Darüber hinaus muss der Eintrag von SARS-CoV-2 in die Einrichtungen möglichst verhindert werden, d. h. Familien und Beschäftigte sollten ihr Infektionsrisiko außerhalb der Kita oder Schule entsprechend der Empfehlungen des RKI (AHA + L) minimieren und bei Zeichen einer Erkrankung 5-7 Tage zuhause bleiben. Falls es zu Erkrankungen in einer Einrichtung kommt, sollte eine frühzeitige reaktive Schließung aufgrund des hohen Ausbreitungspotenzials der SARS-CoV-2 Varianten erwogen werden, um eine weitere Ausbreitung innerhalb und außerhalb der Einrichtung zu verhindern. Der Positivenanteil der Testungen liegt wie in der Vorwoche bei über 12%.

Die drei aktuell bekannten besorgniserregenden Virusvarianten (Variants Of Concern, VOC) der Linie B.1.1.7 (erstmals nachgewiesen in Großbritannien), der Linie B.1.351 (erstmals nachgewiesen in Südafrika) und der Linie P.1 (erstmals nachgewiesen in Brasilien) werden im Deutschen elektronischen Sequenzdaten-Hub (DESH) (www.rki.de/covid-19-desh) im Rahmen der Integrierten Molekularen Surveillance (IMS) erfasst. Insgesamt ist die VOC B.1.1.7 inzwischen in Deutschland der vorherrschende COVID-19-Erreger. Das ist besorgniserregend, weil die VOC B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender ist und vermutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten. Zudem vermindert die zunehmende Verbreitung und Dominanz der VOC B.1.1.7 die Wirksamkeit der bislang erprobten Infektionsschutzmaßnahmen erheblich. Der Anstieg der Fallzahlen insgesamt und der Infektionen durch die VOC B.1.1.7. führt aktuell zu einer ansteigenden Anzahl von Hospitalisierungen und intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten.

Bundesweit ist seit Mitte März wieder ein deutlicher Anstieg der COVID-19-Fallzahlen auf Intensivstationen (ITS) zu verzeichnen. Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch die in Deutschland hauptsächlich zirkulierende VOC B.1.1.7, und sie schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten. Nicht notwendige Reisen sollten weiterhin, insbesondere aufgrund der zunehmenden Verbreitung der besorgniserregenden Virusvarianten, unbedingt vermieden werden. Mit deutlich sichtbaren Erfolgen der Impfkampagne ist erst in einigen Wochen zu rechnen. Unter dem Link www.rki.de/inzidenzen stellt das RKI die tagesaktuellen Fallzahlen und Inzidenzen, (einschließlich des Verlaufs nach Berichtsdatum) nach Landkreisen und Bundesländern zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Aktuelle Lage/Situationsberichte

Im RKI Dashboard finden Sie aktuelle Zahlen für Ihre jeweiligen Landkreise/Gebiete.

Steckbrief zu Erreger und Krankheit

Publikationen mit RKI-Beteiligung

Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland

Welche Varianten werden aktuell beobachtet? Zurzeit werden sowohl weltweit als auch in Deutschland verschiedene Varianten beobachtet, darunter die besorgniserregenden Varianten (Variants of Concern, VOCs) B.1.1.7, B.1.351 und P.1. Diese besorgniserregenden Varianten weisen als wichtige Gemeinsamkeit die Mutation N501Y auf und wurden jeweils zuerst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien nachgewiesen. Der aktuelle Bericht zu Virusvarianten ist am 28.04.2021 erschienen.

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COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

In Zusammenarbeit u.a. mit dem RKI wurden zudem auf der Seite www.zusammengegencorona.de/impfen Fragen und Antworten rund um das Thema COVID-19 Impfstoffe zusammengefasst. Aktuelle FAQ zu den COVID-10-Impfstoffen und zum Zulassungsprozess finden sich zudem auf der Seite des Paul-Ehrlich Instituts (PEI).

Das Paul-Ehrlich Institut veröffentlicht zudem wöchentliche Sicherheitsberichte zu COVID-19-Impfstoffen.

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Hierarchisierung von Risikofaktoren für schwere COVID-19-Erkrankungsverläufe im Kontext der COVID-19-Schutzimpfungen: Eine gepoolte GKV-Routinedatenanalyse basierend auf 30 Mio. Versicherten

Angesichts der derzeitigen Impfstoffknappheit geht mit den bundesweiten Schutzimpfungen gegen COVID-19 die Notwendigkeit einer Priorisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen einher. Basierend auf den Empfehlungen der STIKO sollen zunächst Personen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche COVID-19-Verläufe oder beruflicher Exposition geimpft werden. Diese Empfehlungen stützen sich überwiegend auf internationale Studien - für den deutschen Versorgungskontext steht nur begrenzt Evidenz zur Bedeutung relevanter Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf zur Verfügung. Das Ziel der im Epidemiologischen Bulletin 19/2021 vorgestellten Studie war es, die Relevanz ausgewählter Vorerkrankungen für einen schweren COVID-19-Verlauf in der in Deutschland lebenden Bevölkerung empirisch zu überprüfen, Erkrankungen hinsichtlich ihres Risikos für einen schweren COVID-19-Verlauf zu ordnen und damit eine einfache, im Versorgungsalltag unkompliziert umsetzbare und dabei möglichst effektive Grundlage für die Impfrangfolge in der ambulanten ärztlichen Versorgung bilden.
Dieser Artikel wurde am 28.4.2021 online vorab veröffentlicht.

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Bundespressekonferenz 29.04.2021 zur aktuellen Corona-Lage

Am 29.04.2021 fand die Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage mit Gesundheitsminister Jens Spahn, RKI-Präsident Lothar Wieler und dem Intensivpfleger Ricardo Lange.

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RKI-YouTube Kanal: Neue Videos anlässlich der europäischen Impfwoche

Wie jedes Jahr im April ruft das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Europäischen Impfwoche (EIW). In diesem Jahr findet die EIW vom 26. April – 2. Mai 2021 unter dem Leitsatz „Vaccines bring us closer“ statt
Auf dem RKI YouTube Kanal wurden Video zu den folgenden Fragen veröffentlicht:
- Wie wirksam sind COVID-Impfstoffe?
- Was ist die Ständige Impfkommission (STIKO) und wie arbeitet sie?
- COVID-19-Impfung bei Kinderwunsch, in Schwangerschaft und Stillzeit - was raten ExpertInnen?

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Fachgruppe COVRIN: Therapieübersicht bei COVID-19 (Stand 28.4.2021)

Änderung gegenüber der Version vom 23.2.2021:
Aktualisierung der Informationen über Rekonvaleszentenplasma, Tocilizumab, Antikoagulation; Ergänzung um Informationen über Budenosid.

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STAKOB: Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie (28.4.2021)

Die aktuellen Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie stehen zum Download bereit:

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Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen

Änderung am 30.4.2021 gegenüber der Version vom 21.4.2021:
- Abschnitt 3.2.2: minimale Umformulierung unter dem Punkt zu Testungen enger Kontaktpersonen zwei Mal wöchentlich während der Quarantäne (Ergänzung von „wenn möglich“)
- Anhang 1, Abschnitt C: Aktualisierung des Links zum richtigen Lüften

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Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter Personal der kritischen Infrastruktur bei Personalmangel

Änderungen gegenüber der Version vom 3.2.2021: Anpassungen an die aktuellen Kontaktpersonendefinitionen, Präzisierung der Situationen und Voraussetzung für vorzeitige Tätigkeitszulassung von engen Kontaktpersonen und Empfehlungen für SARS-CoV-2-positives, geimpftes oder genesenes Personal.

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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu COVID-19

Neu hinzugekommen ist die FAQ " Können auch junge Personen ohne Vorerkrankungen an COVID-19 erkranken?" und die FAQ "Was sollen Betroffene mit Symptomen tun?" wurde angepasst.

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Corona-Warn-App bekommt zwei wichtige Funktionen

Die Corona-Warn-App hat in den vergangenen Wochen zwei wichtige Funktionen erhalten.

- Mit der Version 2.1 können auch die Ergebnisse von Schnelltests in der App abgewickelt werden. Nach dem Antigen-Schnelltest scannen die Nutzerinnen und Nutzer einen QR-Code und erhalten kurze Zeit später in der App das Testresultat. Ein negatives Ergebnis wird dann 48 Stunden lang in der App angezeigt. Positive Ergebnisse werden in der App so lange dargestellt, bis die User das Ergebnis teilen. Der Schnelltest wird von der Corona-Warn-App gleichberechtigt zum PCR-Test behandelt. Dadurch können Nutzerinnen und Nutzer andere noch schneller warnen und Infektionsketten gezielter unterbrechen.

- Erweiterung um die Eventregistrierung: Damit sollen vor allem epidemiologisch relevante Begegnungen in Innenräumen besser erfasst werden. Veranstalter und Einzelhändler können mit Hilfe der Corona-Warn-App einen QR-Code erstellen, in dem alle notwendigen Daten über die Veranstaltung kodiert werden. BesucherInnen und Gäste können sich für die Veranstaltung einchecken, indem sie den QR-Code scannen. Der Check-In wird lokal auf ihrem Smartphone gespeichert und nach zwei Wochen automatisch gelöscht. Besucher die später positiv auf COVID-19 getestet werden, können ihre Check-Ins gemeinsam mit den Diagnoseschlüsseln über die App teilen und so auf den Server der Corona-Warn-App hochladen. Der Server veröffentlicht die entsprechenden Check-Ins dann als Warnungen. Diese Warnungen werden regelmäßig heruntergeladen und automatisch mit den lokalen Check-Ins auf den Smartphones der Nutzer*innen abgeglichen. Andere Gäste desselben Events erhalten dann eine rote oder grüne Warnung.

Über die Corona-Warn-App wurden bislang knapp 440.000 positive Testergebnisse geteilt, so dass schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen auf diesem Weg vor einer risikoreichen Begegnung gewarnt wurden.

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Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Risikogebiete werden regelmäßig situationsabhängig angepasst.
Die neu ausgewiesenen „Virusvarianten-Gebiete“, „Hochinzidenzgebiete“, „Risikogebiete“ sowie Gebiete, die derzeit nicht mehr als Risikogebiete gelten, sind wirksam ab Sonntag 26. April 2021, um 0:00 Uhr.

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Internationaler Tag der Handhygiene

Der von der WHO 2009 initiierte „Welttag der Handhygiene“ findet jährlich am 05.05. statt und soll die Aufmerksamkeit auf die Händehygiene in medizinischen & pflegerischen Einrichtungen lenken. Zwei Beiträge zum Händewaschen und Händedesinfektion sind im Epidemiologischen Bulletin erschienen.

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Weitere Informationen zu Themen des Infektionsschutzes finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/infektionsschutz

Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/covid-19, sowie auf der Seite der BZgA www.infektionsschutz.de/coronavirus und des BMG www.zusammengegencorona.de.

Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App! Jede Nutzerin und jeder Nutzer der Corona-Warn-App leistet einen wichtigen Beitrag zur weiteren Eindämmung der Pandemie. Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Interesse und ihre Beteiligung! www.rki.de/cwa

Haben Sie Anregungen oder Fragen? Senden Sie uns eine E-Mail an [email protected]

Mit freundlichen Grüßen
Ihr RKI

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Robert Koch-Institut, Abt. für Infektionsepidemiologie, Seestr. 10, 13353 Berlin

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit