RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

27. April 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle informieren wir Sie über ausgewählte Neuigkeiten aus dem Bereich Infektionsschutz und speziell zu COVID-19. Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie unter www.rki.de/covid-19.

Bleiben Sie mit den Angeboten des RKI auf dem Laufenden. Über generelle Neuigkeiten informieren wir Sie auf unserem Twitter-Kanal @rki_de. Videos aus dem RKI sind auf unserem YouTube-Kanal abrufbar. Viele weitere Angebote finden Sie unter: www.rki.de/newsletter

Aktuelle SARS-CoV-2/COVID-19 Informationen

Die 7-Tages-Inzidenz für ganz Deutschland steigt seit Mitte Februar 2021 insgesamt stark an und liegt deutlich über 100/100.000 Einwohner. Nach einem vorrübergehenden Rückgang der Fallzahlen über Ostern hat sich der starke Anstieg der Fallzahlen zunächst fortgesetzt. In der letzten Woche hat sich die Zunahme der berichteten Fälle abgeschwächt. Das Geschehen ist nicht regional begrenzt, die Anzahl der Landkreise mit einer 7-Tages-Inzidenz über 100/100.000 Einwohner nimmt seit Mitte Februar 2021 deutlich zu. Der 7-Tage-R-Wert liegt leicht über 1. Die COVID-19-Fallzahlen stiegen in den letzten Wochen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch in jüngeren Altersgruppen. Auch bei den über 80-Jährigen hat sich der wochenlang abnehmende Trend nicht fortgesetzt. Beim Großteil der Fälle ist der Infektionsort nicht bekannt. COVID-19-bedingte Ausbrüche betreffen momentan insbesondere private Haushalte, zunehmend auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld, während die Anzahl der Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen abgenommen hat. Um einen möglichst kontinuierlichen Betrieb von Kitas und Schulen gewährleisten zu können, erfordert die aktuelle Situation den Einsatz aller organisatorischer und individueller Maßnahmen zur Infektionsprävention (s. u. a. Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen -Lebende Leitlinie). Darüber hinaus muss der Eintrag von SARS-CoV-2 in die Einrichtungen möglichst verhindert werden, d. h. Familien und Beschäftigte sollten ihr Infektionsrisiko außerhalb der Kita oder Schule entsprechend der Empfehlungen des RKI (AHA + L) minimieren und bei Zeichen einer Erkrankung 5-7 Tage zuhause bleiben. Falls es zu Erkrankungen in einer oder mehreren Gruppen kommt, sollte eine frühzeitige reaktive Schließung der Einrichtung aufgrund des hohen Ausbreitungspotenzials der neuen SARS-CoV-2 Varianten erwogen werden, um eine weitere Ausbreitung innerhalb der Kita und in die betroffenen Familien zu verhindern. Der Positivenanteil der Testungen nimmt wieder zu und liegt bei über 12%.

Die drei aktuell bekannten besorgniserregenden Virusvarianten (Variants Of Concern, VOC) der Linie B.1.1.7 (erstmals nachgewiesen in Großbritannien), der Linie B.1.351 (erstmals nachgewiesen in Südafrika) und der Linie P.1 (erstmals nachgewiesen in Brasilien) werden mit verstärkter Probensequenzierung und Datenerfassung im Deutschen elektronischen Sequenzdaten-Hub (DESH) (www.rki.de/covid-19-desh) im Rahmen der Integrierten Molekularen Surveillance (IMS) intensiv beobachtet. Insgesamt ist die VOC B.1.1.7 inzwischen in Deutschland der vorherrschende COVID-19-Erreger. Das ist besorgniserregend, weil die VOC B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender ist und vermutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten. Zudem vermindert die zunehmende Verbreitung und Dominanz der VOC B.1.1.7 die Wirksamkeit der bislang erprobten Infektionsschutzmaßnahmen erheblich. Der Anstieg der Fallzahlen insgesamt und der Infektionen durch die VOC B.1.1.7. führt aktuell zu einer ansteigenden Anzahl von Hospitalisierungen und intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten.

Bundesweit ist seit Mitte März wieder ein deutlicher Anstieg der COVID-19-Fallzahlen auf Intensivstationen (ITS) zu verzeichnen. Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch die in Deutschland hauptsächlich zirkulierende VOC B.1.1.7, und sie schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten. Nicht notwendige Reisen sollten weiterhin, insbesondere aufgrund der zunehmenden Verbreitung der besorgniserregenden Virusvarianten, unbedingt vermieden werden. Mit deutlich sichtbaren Erfolgen der Impfkampagne ist erst in einigen Wochen zu rechnen. Gesamtgesellschaftliche Infektionsschutzmaßnahmen sind daher nötig, um die Infektionsdynamik zu bremsen. Unter dem Link www.rki.de/inzidenzen stellt das RKI die tagesaktuellen Fallzahlen und Inzidenzen, (einschließlich des Verlaufs nach Berichtsdatum) nach Landkreisen und Bundesländern zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Aktuelle Lage/Situationsberichte

Im RKI Dashboard finden Sie aktuelle Zahlen für Ihre jeweiligen Landkreise/Gebiete.

Steckbrief zu Erreger und Krankheit

Publikationen mit RKI-Beteiligung

COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Aktualisierungen erfolgten in den Bereichen „Durchführung der COVID-19 Impfung“ und „Impfquotenmonitoring“. (www.rki.de/covid-19-faq-impfen).

In Zusammenarbeit u.a. mit dem RKI wurden zudem auf der Seite www.zusammengegencorona.de/impfen Fragen und Antworten rund um das Thema COVID-19 Impfstoffe zusammengefasst. Aktuelle FAQ zu den COVID-10-Impfstoffen und zum Zulassungsprozess finden sich zudem auf der Seite des Paul-Ehrlich Instituts (PEI).

Das Paul-Ehrlich Institut veröffentlicht zudem wöchentliche Sicherheitsberichte zu COVID-19-Impfstoffen.

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Aufklärungsmerkblatt zur COVID-19-Impfung mit Vektorimpfstoff

Dieses Aufklärungsmerkblatt und der Anamnese- und Einwilligungsbogen wurden vom Deutschen Grünen Kreuz e.V., Marburg, in Kooperation mit dem Robert Koch-Institut, Berlin, erstellt und sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen ausschließlich im Rahmen ihrer Zwecke für eine nicht-kommerzielle Nutzung vervielfältigt und weitergegeben werden. Jegliche Bearbeitung oder Veränderung ist unzulässig.

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Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen

Änderung am 21.4.2021 gegenüber der Version vom 20.4.2021:
- Anhang 1: Umformulierung des letzten Satzes zur Exposition gegenüber infektiösen Aerosolen in Innenräumen bei Tragen von MNS/FFP2
Änderung am 20.4.2021 gegenüber der Version vom 16.4.2021:
- Infografik ergänzt

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Bundespressekonferenz 23.04.2021 zur aktuellen Corona-Lage

Am 23.04.2021 fand die Bundespressekonferenz mit Minister Jens Spahn, Prof. Dr. Klaus Cichutek (Paul Ehrlich Institut) und Prof. Dr. Lars Schaade zur aktuellen Corona-Lage statt.

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COVIMO-Studie: Impfverhalten, Impfbereitschaft und -akzeptanz in Deutschland

Ziel des Monitorings zur COVID-19-Impfung ist es, die Impfbereitschaft und -akzeptanz verschiedener Bevölkerungsgruppen in Deutschland zu erfassen und zeitnah mögliche Barrieren der Impfinanspruchnahme zu erkennen.
Hierfür werden ab Januar 2021 deutschlandweit alle drei bis vier Wochen etwa 1.000 Personen aus der deutschsprachigen Bevölkerung ab 18 Jahren telefonisch befragt. Es handelt sich um eine Querschnittsbefragung.
Der vorläufige Report zur dritten Befragung von COVIMO wurde gerade publiziert:

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COVID-19 und Public Health im Bundesgesundheitsblatt

Die COVID-19-Pandemie fordert den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) in Deutschland, insbesondere die Gesundheitsämter, in bisher nie dagewesener Weise. Deshalb ist die Reaktion des ÖGD auf COVID-19 Leitthema der April-Ausgabe des Bundesgesundheitsblattes. Bei acht der elf Beiträge kommen die Haupt-Autorinnen und -Autoren aus dem Robert Koch-Institut.
Themen der externen Autoren sind die Lebenswelten Kita und Schulen und die Herausforderungen für die Gesundheitsämter, die COVID-19-Entwicklung in Schleswig-Holstein und ein Vergleich der ÖGD-Strategien in ausgewählten europäischen Nachbarländern.
RKI-Themen in der April-Ausgabe sind die COVID-19-Überwachung durch die Erweiterung der etablierten Surveillance für Atemwegsinfektionen, die Erfassung der Labortestungen, das Lagemanagement im RKI, eine Übersicht über Maßnahmen zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie, die Untersuchung von SARS-CoV-2-Ausbrüchen durch RKI-Feldteams und die Herausforderungen für den ÖGD durch Flug- und Schiffsverkehr während der Pandemie.

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Gemeinsame Stellungnahme der Fachgruppe COVRIIN, des STAKOB und der DGI zum Einsatz von inhalativen Steroiden bei ambulanter COVID-19-Infektion

Die Fachgruppe COVRIIN und der STAKOB am Robert Koch-Institut sowie die DGI sehen derzeit keine Indikation für einen Off-label-Einsatz von Budesonid oder anderen inhalativen Steroiden, weder bei ambulanten noch bei bereits hospitalisierten Patienten. In dieser Stellungnahme werden die aktuell verfügbaren Daten aus den beiden Studien zusammengefasst, bewertet und die Schlussfolgerung für die Praxis formuliert.

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Risikobewertung zu COVID-19

Änderungen gegenüber der Version vom 31.03.2021: Anpassung im Bereich Risikobewertung (Anpassung zur Beschreibung der Fallzahlentwicklung und Hervorhebung der Bedeutung der Übertragung durch Aerosole in Innenräumen)

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Neuerungen der Corona-Warn-App - Eventregistrierung

Mit dem Update auf die Version 2.0 wurde die Corona-Warn-App um die Möglichkeit der Eventregistrierung zur Cluster-Erkennung in Innenräumen erweitert.
Nutzende können ihre Teilnahme an einem Event durch Scan eines durch den Veranstalter erstellten QR-Codes in der Corona-Warn-App registrieren. So können sie im Einzelhandel, bei Veranstaltungen oder privaten Treffen per QR-Code einchecken. Dabei werden keine persönlichen Daten erfasst. Die Events, an denen die/der Nutzer/in teilgenommen hat (bzw. deren QR-Code gescannt wurde) werden im Kontakttagebuch der App auf dem Smartphone gespeichert. Erhält die Nutzerin/der Nutzer später eine Risikobenachrichtigung (Warnung), ist ersichtlich, ob die Risikobegegnung im Zusammenhang mit einer der registrierten Events stattgefunden hat.

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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu COVID-19

Aktualisierungen erfolgten im Bereich „Infektionsschutzmaßnahmen“ zu Masken und Aerosolen.

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Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Risikogebiete werden regelmäßig situationsabhängig angepasst.
Die neu ausgewiesenen „Virusvarianten-Gebiete“, „Hochinzidenzgebiete“, „Risikogebiete“ sowie Gebiete, die derzeit nicht mehr als Risikogebiete gelten, sind wirksam ab Sonntag 26. April 2021, um 0:00 Uhr.

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16. Europäische Impfwoche vom 26. April – 2. Mai 2021.

Wie jedes Jahr im April ruft das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Europäischen Impfwoche (EIW) auf. In diesem Jahr findet die EIW vom 26. April – 2. Mai 2021 unter dem Leitsatz „Vaccines bring us closer“ statt. Die Bedeutung von Impfungen als Mittel zur Pandemiebekämpfung, zur Eradikation von Kinderkrankheiten, wie beispielsweise Polio sowie der freie, barrierefreie Zugang zu einer guten Gesundheitsfürsorge werden in den Vordergrund gestellt.
Auch das RKI unterstützt die Europäische Impfwoche und begrüßt es, wenn sich erneut viele Akteure der Impfprävention an dieser Initiative beteiligen.

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Weitere Informationen zu Themen des Infektionsschutzes finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/infektionsschutz

Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/covid-19, sowie auf der Seite der BZgA www.infektionsschutz.de/coronavirus und des BMG www.zusammengegencorona.de.

Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App! Jede Nutzerin und jeder Nutzer der Corona-Warn-App leistet einen wichtigen Beitrag zur weiteren Eindämmung der Pandemie. Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Interesse und ihre Beteiligung! www.rki.de/cwa

Haben Sie Anregungen oder Fragen? Senden Sie uns eine E-Mail an [email protected]

Mit freundlichen Grüßen
Ihr RKI

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Robert Koch-Institut, Abt. für Infektionsepidemiologie, Seestr. 10, 13353 Berlin

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit