RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

20. April 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle informieren wir Sie über ausgewählte Neuigkeiten aus dem Bereich Infektionsschutz und speziell zu COVID-19. Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie unter www.rki.de/covid-19.

Bleiben Sie mit den Angeboten des RKI auf dem Laufenden. Über generelle Neuigkeiten informieren wir Sie auf unserem Twitter-Kanal @rki_de. Videos aus dem RKI sind auf unserem YouTube-Kanal abrufbar. Viele weitere Angebote finden Sie unter: www.rki.de/newsletter

Aktuelle SARS-CoV-2/COVID-19 Informationen

Die 7-Tages-Inzidenz für ganz Deutschland steigt seit Mitte Februar 2021 stark an und liegt deutlich über 100/100.000 Einwohner. Das Geschehen ist nicht regional begrenzt, die Anzahl der Landkreise mit einer 7-Tages-Inzidenz über 100/100.000 Einwohner hat seit Mitte Februar 2021 deutlich zugenommen. Der 7-Tage-R- Wert liegt über 1. Etwa seit Mitte März hat sich der Anstieg der Fallzahlen beschleunigt. Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort. Die COVID-19-Fallzahlen stiegen in den letzten Wochen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch in jüngeren Altersgruppen. Auch bei den über 80-Jährigen hat sich der wochenlang abnehmende Trend nicht fortgesetzt. Beim Großteil der Fälle ist der Infektionsort nicht bekannt. COVID-19-bedingte Ausbrüche betreffen momentan insbesondere private Haushalte, aber auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld, während die Anzahl der Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen abgenommen hat. Um einen möglichst kontinuierlichen Betrieb von Kitas und Schulen gewährleisten zu können, erfordert die aktuelle Situation den Einsatz aller organisatorischer und individueller Maßnahmen zur Infektionsprävention (s. u. a. Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen - Lebende Leitlinie). Darüber hinaus muss der Eintrag von SARS-CoV-2 in die Einrichtungen möglichst verhindert werden, d. h. Familien und Beschäftigte sollten ihr Infektionsrisiko außerhalb der Kita oder Schule entsprechend der Empfehlungen des RKI (AHA + L+ App) minimieren und bei Zeichen einer Erkrankung 5-7 Tage zuhause bleiben. Falls es zu Erkrankungen in einer oder mehreren Gruppen kommt, sollte eine frühzeitige reaktive Schließung der Einrichtung aufgrund des hohen Ausbreitungspotenzials der neuen SARS-CoV-2 Varianten erwogen werden, um eine weitere Ausbreitung innerhalb der Kita und in die betroffenen Familien zu verhindern. Der Positivenanteil der Testungen nimmt wieder zu und liegt bei über 12%.

Die drei aktuell bekannten besorgniserregenden Virusvarianten (Variants Of Concern, VOC) der Linie B.1.1.7 (erstmals nachgewiesen in Großbritannien), der Linie B.1.351 (erstmals nachgewiesen in Südafrika) und der Linie P.1 (zirkuliert hauptsächlich im brasilianischen Bundesstaat Amazonas) werden mit verstärkter Probensequenzierung und Datenerfassung im Deutschen elektronischen Sequenzdaten-Hub (DESH) (www.rki.de/covid-19-desh) im Rahmen der Integrierten Molekularen Surveillance (IMS) intensiv beobachtet. Insgesamt ist die VOC B.1.1.7 inzwischen in Deutschland der vorherrschende COVID-19-Erreger. Das ist besorgniserregend, weil die VOC B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender ist und vermutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten. Zudem vermindert die zunehmende Verbreitung und Dominanz der VOC B.1.1.7 die Wirksamkeit der bislang erprobten Infektionsschutzmaßnahmen erheblich. Der Anstieg der Fallzahlen insgesamt und der Infektionen durch die VOC B.1.1.7 führt aktuell zu einer ansteigenden Anzahl von Hospitalisierungen und intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten führen.

Bundesweit ist seit Mitte März wieder ein deutlicher Anstieg der COVID-19-Fallzahlen auf Intensivstationen (ITS) zu verzeichnen. Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch die in Deutschland hauptsächlich zirkulierende VOC B.1.1.7, und sie schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten. Nicht notwendige Reisen sollten weiterhin, insbesondere aufgrund der zunehmenden Verbreitung der besorgniserregenden Virusvarianten, unbedingt vermieden werden. Mit deutlich sichtbaren Erfolgen der Impfkampagne ist erst in einigen Wochen zu rechnen. Gesamtgesellschaftliche Infektionsschutzmaßnahmen sind daher nötig, um die Infektionsdynamik zu bremsen.

Weitere Informationen:

Aktuelle Lage/Situationsberichte

Im RKI Dashboard finden Sie aktuelle Zahlen für Ihre jeweiligen Landkreise/Gebiete.

Steckbrief zu Erreger und Krankheit

Publikationen mit RKI-Beteiligung

Stellungnahme der Ständigen Impfkommission zum Zeitpunkt der Gabe eines mRNA-Impfstoffs nach Erstimpfung mit AstraZeneca Vaccine (Vaxzevria) bei <60-Jährigen

Die STIKO hat am 01.04.2021 ihre COVID-19-Impfempfehlung aktualisiert. Sie empfiehlt Personen unter 60 Jahren, die bereits eine 1. Impfstoffdosis mit der COVID-19 Vaccine AstraZeneca (Vaxzevria) erhalten haben, anstelle der 2. AstraZeneca-Impfstoffdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zu verabreichen (heterologes Impfschema). Diese Entscheidung beruht auf dem erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse nach der AstraZeneca-Impfung bei Personen im Alter <60 Jahren und einem in dieser Altersgruppe niedrigeren Risiko für schwere COVID-19-Verläufe. Weitere Informationen finden sich auf folgender Seite:

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Aktualisierter Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland, insbesondere zur Variant of Concern (VOC) B.1.1.7

Der aktuelle Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 vom 14.04.2021 steht zum Download zur Verfügung. Der nächste Bericht wird voraussichtlich am 21.04.2021 publiziert.

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COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Aktualisierungen erfolgten in den Bereichen „Durchführung der COVID-19 Impfung“, „Impfquotenmonitoring“ und „Wirksamkeit und Sicherheit“ (www.rki.de/covid-19-faq-impfen).

In Zusammenarbeit u.a. mit dem RKI wurden zudem auf der Seite www.zusammengegencorona.de/impfen Fragen und Antworten rund um das Thema COVID-19 Impfstoffe zusammengefasst. Aktuelle FAQ zu den COVID-10-Impfstoffen und zum Zulassungsprozess finden sich zudem auf der Seite des Paul-Ehrlich Instituts (PEI).

Das Paul-Ehrlich Institut veröffentlicht zudem wöchentliche Sicherheitsberichte zu COVID-19-Impfstoffen.

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Faktenbox zur mRNA-Schutzimpfung gegen COVID-19

Diese Faktenbox soll Ihnen helfen, Nutzen und Schaden einer Schutzimpfung gegen COVID-19 abzuwägen. Die Informationen und Zahlen stellen keine endgültige Bewertung dar. Sie basieren auf den derzeit besten wissenschaftlichen Erkenntnissen.Die Faktenbox wurde in einer Zusammenarbeit vom Robert Koch-Institut (RKI, Berlin) und dem Harding-Zentrum für Risikokompetenz (Potsdam) erstellt.

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Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen

Änderung am 16.04.2021 gegenüber der Version vom 13.04.2021:
- Abschnitt 3.1.: Ergänzung von "direkter Kontakt (mit respiratorischem Sekret)" unter Punkt 2. der Kriterien zur Einstufung als enge Kontaktperson
- Abschnitt 3.2.2.: Ergänzung hinsichtlich des Kontakts von vollständig geimpften Personen mit ungeimpften Risikogruppen nach Exposition zu einem SARS-CoV-2-Fall sowie hinsichtlich der Quarantänemaßnahmen nach Exposition durch besorgniserregende SARS-CoV-2-Varianten, siehe letzter Bulletpoint.

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COVID-19-Verdacht: Maßnahmen und Testkriterien - Orientierungshilfe für Ärzte

Änderung gegenüber der Version vom 08.02.2021:
Herausnahme des inzwischen nicht mehr verwendeten Begriffs der "KP1" bei Testkriterium 3 (im Zuge der Dokumentenanpassung an die VOC-Verbreitung) und Ergänzung der Überschrift im obersten Kästchen "...bei symptomatischem Patient".

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Organisatorische und personelle Maßnahmen für Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen während der COVID-19-Pandemie

Änderung gegenüber der Version vom 07.04.2021: Ergänzung in Folge der Aktualisierungen des Dokuments Kontaktpersonennachverfolgung: hinsichtlich des Kontakts von vollständig geimpften Personen mit ungeimpften Risikogruppen nach Exposition zu einem SARS-CoV-2-Fall (siehe Kapitel 4 "Kontaktpersonenmanagement in der medizinischen Versorgung" und 5 "Impfung")

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Spektrum diagnostischer Proben zum Nachweis von SARS-CoV-2, Selbstabnahme durch Patientinnen und Patienten und möglicher Einsatz von Antigen-Tests

Prinzipiell können zum Nachweis von SARS-CoV-2 bei nicht beatmeten Patientinnen und Patienten Proben von mehreren Orten entnommen werden. Methode der Wahl ist der vom Fachpersonal entnommene oropharyngeale, nasopharyngeale oder kombinierte Abstrich. Diese Proben können jedoch auch von Patientinnen und Patienten selbst abgenommen werden, was zahlreiche Vorteile birgt (z.B. die Vermeidung einer Virusübertragung auf das Personal). Das Epidemiologische Bulletin 17/2021 gibt anhand einer Literaturübersicht und Studienergebnissen des RKI einen Überblick über die prinzipiell zur Verfügung stehenden Probenabnahmeorte und -modi. Darüber hinaus werden von Patientinnen und Patienten selbst abgenommene Proben in Hinblick auf Praktikabilität und Akzeptanz mit den vom Fachpersonal abgenommenen Proben vergleichen. Dieser Artikel wurde am 19.04.2021 online vorab veröffentlicht.

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Bundespressekonferenz zur Corona-Lage, 15.04.2021

Am 15.04.2021 fand die Bundespressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Prof. Dr. med. Steffen Weber-Carstens (Charité) und Prof. Dr. Lothar H. Wieler (RKI) zur aktuellen Corona-Lage statt.

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Übersicht zu SARS-CoV-2 Antikörperstudien in Deutschland

Von vielen Forschungseinrichtungen werden seroepidemiologische Studien zur Verbreitung von SARS-CoV-2 in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen durchgeführt, zunehmend werden auch Ergebnisse publiziert. Mit der aktualisierten Übersicht wurden u.a. Informationen zu sechs weiteren Studien in ausgewählten Bevölkerungsgruppen aufgenommen.

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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu COVID-19

Aktualisierungen erfolgten im Bereich „Kontaktpersonen und Quarantäne“.

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Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Risikogebiete werden regelmäßig situationsabhängig angepasst.
Die neu ausgewiesenen „Virusvarianten-Gebiete“, „Hochinzidenzgebiete“, „Risikogebiete“ sowie Gebiete, die derzeit nicht mehr als Risikogebiete gelten, sind wirksam seit Sonntag 18.04.2021, um 0:00 Uhr.

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Weitere Informationen zu Themen des Infektionsschutzes finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/infektionsschutz

Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/covid-19, sowie auf der Seite der BZgA www.infektionsschutz.de/coronavirus und des BMG www.zusammengegencorona.de.

Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App! Jede Nutzerin und jeder Nutzer der Corona-Warn-App leistet einen wichtigen Beitrag zur weiteren Eindämmung der Pandemie. Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Interesse und ihre Beteiligung! www.rki.de/cwa

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Mit freundlichen Grüßen
Ihr RKI

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Robert Koch-Institut, Abt. für Infektionsepidemiologie, Seestr. 10, 13353 Berlin

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