RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

14. April 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle informieren wir Sie über ausgewählte Neuigkeiten aus dem Bereich Infektionsschutz und speziell zu COVID-19. Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie unter www.rki.de/covid-19.

Bleiben Sie mit den Angeboten des RKI auf dem Laufenden. Über generelle Neuigkeiten informieren wir Sie auf unserem Twitter-Kanal @rki_de. Videos aus dem RKI sind auf unserem YouTube-Kanal abrufbar. Viele weitere Angebote finden Sie unter: www.rki.de/newsletter

Aktuelle SARS-CoV-2/COVID-19 Informationen

Die 7-Tages-Inzidenz für ganz Deutschland steigt seit Mitte Februar 2021 stark an und liegt bereits bei über 100/100.000 Einwohner. Das Geschehen ist nicht regional begrenzt, die Anzahl der Landkreise mit einer 7-Tages-Inzidenz über 100/100.000 Einwohner nimmt ebenfalls seit Mitte Februar 2021 deutlich zu. Etwa seit Mitte März hat sich der Anstieg der Fallzahlen beschleunigt. Der 7-Tage-R-Wert liegt weiterhin um 1, wobei der Einfluss der Osterfeiertage zu beachten ist.

Die COVID-19-Fallzahlen stiegen in den letzten Wochen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen. Auch bei den über 80-Jährigen hat sich der wochenlang abnehmende Trend nicht fortgesetzt. Beim Großteil der Fälle ist der Infektionsort nicht bekannt. COVID-19-bedingte Ausbrüche betreffen momentan insbesondere private Haushalte, zunehmend auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld, während die Anzahl der Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen abgenommen hat. Um einen möglichst kontinuierlichen Betrieb von Kitas und Schulen gewährleisten zu können, erfordert die aktuelle Situation den Einsatz aller organisatorischer und individueller Maßnahmen zur Infektionsprävention (s. u. a. Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen - Lebende Leitlinie). Darüber hinaus muss der Eintrag von SARS-CoV-2 in die Einrichtungen möglichst verhindert werden, d. h. Familien und Beschäftigte sollten ihr Infektionsrisiko außerhalb der Kita oder Schule entsprechend der Empfehlungen des RKI (AHA + L) minimieren und bei Zeichen einer Erkrankung 5-7 Tage zuhause bleiben. Falls es zu Erkrankungen in einer oder mehreren Gruppen kommt, sollte eine frühzeitige reaktive Schließung der Einrichtung aufgrund des hohen Ausbreitungspotenzials der neuen SARS-CoV-2 Varianten erwogen werden, um eine weitere Ausbreitung innerhalb der Kita und in die betroffenen Familien zu verhindern.

Der Positivenanteil der Testungen nimmt wieder zu und liegt bei über 11%. Die drei aktuell bekannten besorgniserregenden Virusvarianten (Variants Of Concern, VOC) der Linie B.1.1.7 (erstmals nachgewiesen in Großbritannien), der Linie B.1.351 (erstmals nachgewiesen in Südafrika) und der Linie P.1 (zirkuliert hauptsächlich im brasilianischen Bundesstaat Amazonas) werden mit verstärkter Probensequenzierung und Datenerfassung im Deutschen elektronischen Sequenzdaten-Hub (DESH) (www.rki.de/covid-19-desh) im Rahmen der Integrierten Molekularen Surveillance (IMS) intensiv beobachtet. Insgesamt ist die VOC B.1.1.7 inzwischen in Deutschland der vorherrschende COVID-19-Erreger. Das ist besorgniserregend, weil die VOC B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender ist und vermutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten. Zudem vermindert die zunehmende Verbreitung und Dominanz der VOC B.1.1.7 die Wirksamkeit der bislang erprobten Infektionsschutzmaßnahmen erheblich. Der Anstieg der Fallzahlen insgesamt und der Infektionen durch die VOC B.1.1.7. werden zu einer deutlich ansteigenden Anzahl von Hospitalisierungen und intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten führen. Bundesweit ist seit Mitte März wieder ein deutlicher Anstieg der COVID-19-Fallzahlen auf Intensivstationen (ITS) zu verzeichnen. Die Prognosen deuten darauf hin, dass in KW16 die COVID-19-spezifischen Intensivkapazitäten ausgeschöpft sein könnten.

Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch die in Deutschland hauptsächlich zirkulierende VOC B.1.1.7, und sie schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten. Nicht notwendige Reisen sollten weiterhin, insbesondere aufgrund der zunehmenden Verbreitung der besorgniserregenden Virusvarianten, unbedingt vermieden werden. Mit deutlich sichtbaren Erfolgen der Impfkampagne ist erst in einigen Wochen zu rechnen. Gesamtgesellschaftliche Infektionsschutzmaßnahmen sind daher nötig, um die Infektionsdynamik zu bremsen.

Weitere Informationen:

Aktuelle Lage/Situationsberichte

Im RKI Dashboard finden Sie aktuelle Zahlen für Ihre jeweiligen Landkreise/Gebiete.

Steckbrief zu Erreger und Krankheit

Publikationen mit RKI-Beteiligung

Beschluss der STIKO zur 4. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung

Die STIKO hat am 1. April 2021 die 4. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung verabschiedet. Die Empfehlung wurde zusammen mit der wissenschaftlichen Begründung im Epidemiologischen Bulletin am 08.04.2021 online vorab publiziert. Wichtige Änderungen erfolgten in den folgenden Bereichen:
- Einschränkung der AstraZeneca-Impfung auf die Altersgruppe ≥60 Jahre
- Empfehlung zum Vorgehen bei bereits einmalig mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpften im Alter <60 Jahren
- Festlegung des Impfabstands der mRNA-Vakzine auf 6 Wochen
- Empfehlung des vektorbasierten 1-Dosen-Janssen-Impstoff
- Aufnahme von Patient:innen mit chronischen, dialysepflichtigen Nierenerkrankungen in die Priorisierungsstufe 2

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Prognose der Entwicklung der Fallzahlen von B.1.1.7

Das RKI hat im Lagebericht vom 12.03.2021 eine Prognose des raschen Anstiegs von COVID-19 Fällen in Deutschland veröffentlicht, die auf der Ausbreitung der zuerst in England beobachteten Variante B.1.1.7 von SARS-CoV-2 beruht. Auf der folgenden Seite werden die Datengrundlage und die genauen Prognoseergebnisse bereitgestellt, sowie eine kurze Erläuterung mit R-Code, wie die Prognose durchgeführt wurde. Die Datengrundlage ist dem Virusvariantenbericht entnommen.

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COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Aktualisierungen erfolgten in den Bereichen „Fragen zur COVID-19-Impfempfehlung“, „Zugang und Verteilung“, „Wirksamkeit und Sicherheit“ und „Allgemeines“. (www.rki.de/covid-19-faq-impfen).

In Zusammenarbeit u.a. mit dem RKI wurden zudem auf der Seite www.zusammengegencorona.de/impfen Fragen und Antworten rund um das Thema COVID-19 Impfstoffe zusammengefasst. Aktuelle FAQ zu den COVID-10-Impfstoffen und zum Zulassungsprozess finden sich zudem auf der Seite des Paul-Ehrlich Instituts (PEI).

Das Paul-Ehrlich Institut veröffentlicht zudem wöchentliche Sicherheitsberichte zu COVID-19-Impfstoffen.

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Kontaktpersonen-Nachverfolgung bei SARS-CoV-2-Infektionen

Die am 31.3.2021 veröffentlichten Änderungen erfolgten aufgrund des erhöhten Übertragungspotenzials der inzwischen in Deutschland vorherrschenden SARS-CoV-2-Variante B.1.1.7 verglichen mit den zuvor vorherrschenden Varianten. Die neuen Empfehlungen basieren auf der aktuellen Datenlage sowie Erkenntnissen aus Ausbruchsuntersuchungen und beziehen konkrete Rückmeldungen zu Erfahrungen von Seiten der Gesundheitsämter und Fachkolleg*innen ein.

- Änderung am 13.4.2021 gegenüber der Version vom 9.4.2021: Kleine redaktionelle Änderungen im Abschnitt 3.2.2

- Änderung am 9.4.2021 gegenüber der Version vom 7.4.2021: Ergänzung der Fußnote ## (Definition des ersten Tages der Quarantäne) und kleine redaktionelle Änderung im Abschnitt 3.2.2

- Änderung am 7.4.2021 gegenüber der Version vom 31.3.2021: Abschnitt 3.1: Erläuterung hinsichtlich des Tragens von FFP2-Masken in Bezug auf die Kriterien zur Einstufung als enge Kontaktperson; Abschnitt 3.2.2: Änderung hinsichtlich der Dauer der Ausnahmen von Quarantäne-Maßnahmen für genesene Personen sowie Änderung hinsichtlich der Ausnahmen von Quarantäne-Maßnahmen für Personen mit COVID-19-Impfung; Redaktionelle Änderungen

- Änderung am 31.3.2021 gegenüber der Version vom 5.3.2021: Unter 1.3: Änderung des infektiösen Intervalls nach Symptombeginn bzw. Testdatum von 10 auf 14 Tage; Unter 3. Definition und Management von Kontaktpersonen: Einführung des Begriffs „enge Kontaktpersonen“ und Streichung der Kontaktpersonen Kategorie 2; Abschnitt 3.1.: Änderung der Kriterien zur Einstufung als enge Kontaktperson; Abschnitt 3.2.2: Änderungen hinsichtlich der Empfehlungen zur Testung enger Kontaktpersonen während der Quarantäne;Entfernen des Anhangs 2 und Umbenennung von Anhang 3 in Anhang 2; Weitere redaktionelle Änderungen

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Testkriterien für die SARS-CoV-2 Diagnostik bei symptomatischen Patienten mit Verdacht auf COVID-19

Änderung gegenüber Version vom 18.02.2021: Testempfehlung für alle engen Kontaktpersonen unabhängig von Symptomen.
Änderung gegenüber Version vom 03.02.2021: Fokussierung auf alle Personen mit Symptomen jeglicher Schwere unabhängig von Herbst-/Wintersaison, redaktionelle Änderungen

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Management von COVID-19 Ausbrüchen im Gesundheitswesen

Änderung gegenüber der Version vom 17.4.2020: Isolation, VOC und Bereichsquarantäne

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Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen – Langfassung

Änderungen gegenüber der Version vom 26.02.2021:
Anpassungen an aktualisierte Dokumente (Kontaktpersonenmanagement, Entlassungskriterien aus der Isolierung, Nationale Teststrategie, STIKO-Empfehlung); Ergänzung des Abschnittes 9 Impfen um das Kapitel 9.3: “Anpassung der Empfehlungen zum Infektionsschutz in der Phase der Impf-Implementierung“; einige redaktionelle Änderungen.

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Infografik: 8 einfache Tipps für den Alltag in der Corona-Pandemie

Das Coronavirus hat unseren Alltag stark verändert. Glücklicherweise können wir uns in diesem Jahr gegen COVID-19 impfen lassen! Aber aktuell stehen wir am Anfang der 3. Welle. Wir müssen jetzt besonders vorsichtig sein, und uns und unsere Mitmenschen vor dem Virus schützen. Unser Verhalten ist unser mächtigstes Mittel. Mit unserer Umsicht schützen wir uns alle – alte Menschen, Kinder und alle dazwischen. Jedes Mal, wenn wir das Virus aktiv bremsen, kommen wir gemeinsam einen Schritt weiter. Zusätzlich zu den vorgestellten 8 Tipps bleibt AHA+L wichtig: Abstand halten, Hygieneregeln befolgen, Alltag mit Maske (enganliegend über Mund und Nase), Lüften – immer im Paket! Mit mehr Schutz bremsen wir das Virus mehr, auch die neuen Varianten.

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Bundespressekonferenz zur Corona-Lage, 09.04.2021

Am 09.04.2021 fand die Bundespressekonferenz mit Bundesminister Jens Spahn und Professor Lothar H. Wieler zur aktuellen Corona-Lage statt.

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Corona-KiTa Studie – Monatsbericht März 2021 veröffentlicht

Im aktuellen Bericht der Corona-KiTa-Studie werden u.a. Ergebnisse zur Vertiefungsbefragung der Kindertagespflege, zur Probengewinnung bei COALA sowie zu KiTa-Schließungen erläutert.

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COVID-19-Ausbrüche in deutschen Alten- und Pflegeheimen

Aus einer Analyse der an das RKI übermittelten COVID-19-Meldedaten ging hervor, dass 70% der hospitalisierten und 95% der verstorbenen Patientinnen und Patienten in Deutschland ≥ 60 Jahre alt waren und Alten- und Pflegeeinrichtungen in besonderem Maße von Ausbrüchen betroffen sind. Einen wesentlichen Einfluss auf das Auftreten von Ausbrüchen hat dabei die Entwicklung der COVID-19-Inzidenzen in der Gesamtbevölkerung. Um Kenntnisse über Ausdehnung, Verlauf und Charakteristika der Ausbruchsgeschehen zu gewinnen, werden im Epidemiologischen Bulletin 18/2021 drei verschiedene Zeitphasen des Pandemieverlaufs betrachtet und die jeweiligen Ausbruchsdaten aus diesen Phasen in den Kontext der Entwicklung des Infektionsgeschehens in der Gesamtbevölkerung gestellt. Hieraus lassen sich die Hauptstrategien zur Eindämmung von COVID-19 in Pflegeheimen ableiten.
Dieser Artikel wurde am 6.4.2021 online vorab veröffentlicht.

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Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Risikogebiete werden regelmäßig situationsabhängig angepasst.
Die neu ausgewiesenen „Virusvarianten-Gebiete“, „Hochinzidenzgebiete“, „Risikogebiete“ sowie Gebiete, die derzeit nicht mehr als Risikogebiete gelten, sind wirksam ab Sonntag 11. April 2021, um 0:00 Uhr.

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Weitere Informationen zu Themen des Infektionsschutzes finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/infektionsschutz

Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/covid-19, sowie auf der Seite der BZgA www.infektionsschutz.de/coronavirus und des BMG www.zusammengegencorona.de.

Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App! Jede Nutzerin und jeder Nutzer der Corona-Warn-App leistet einen wichtigen Beitrag zur weiteren Eindämmung der Pandemie. Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Interesse und ihre Beteiligung! www.rki.de/cwa

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Mit freundlichen Grüßen
Ihr RKI

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