RKI-Newsletter zu aktuellen Infektionsschutzthemen

23. Februar 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle informieren wir Sie über ausgewählte Neuigkeiten aus dem Bereich Infektionsschutz und speziell zu COVID-19. Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie unter www.rki.de/covid-19.

Aktuelle SARS-CoV-2/COVID-19 Informationen

Der Rückgang der täglichen Fallzahlen seit Mitte Januar 2021scheint aktuell gebremst. Der 7-Tage-R-Wert liegt um 1, zuletzt mit wieder steigender Tendenz. Es besteht durch das Auftreten verschiedener Virusvarianten (s.u.) ein erhöhtes Risiko einer erneuten Zunahme der Fallzahlen. Bundesweit gibt es in verschiedenen Kreisen Ausbrüche, die nach den an das RKI übermittelten Daten aktuell vor allem in Zusammenhang mit Alten- und Pflegeheimen, privaten Haushalten und dem beruflichen Umfeld stehen. Zusätzlich findet in zahlreichen Kreisen eine diffuse Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen in der Bevölkerung statt, ohne dass Infektionsketten eindeutig nachvollziehbar sind. Das genaue Infektionsumfeld lässt sich häufig nicht ermitteln.

Ältere Personen sind nach wie vor sehr häufig von COVID-19 betroffen. Da sie auch häufiger schwere Erkrankungsverläufe erleiden, bewegt sich die Anzahl schwerer Fälle und Todesfälle weiterhin auf hohem Niveau. Diese können vermieden werden, wenn alle mit Hilfe der Infektionsschutzmaßnahmen die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus verlangsamen. Daher ist es weiterhin notwendig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert, z. B. indem sie Abstands- und Hygieneregeln konsequent – auch im Freien – einhält, Innenräume lüftet und, wo geboten, eine OP-Maske (Mund-Nasen-Schutz, MNS) oder eine FFP2-Maske (bzw. KN95 oder N95-Maske) korrekt trägt. Menschenansammlungen – besonders in Innenräumen – sollten möglichst gemieden werden.

Weltweit wurden verschiedene Virusvarianten nachgewiesen. Seit Mitte Dezember 2020 wird aus dem Vereinigten Königreich über die zunehmende Verbreitung der Virusvariante (B.1.1.7) berichtet, für die es klinisch-diagnostische und epidemiologische Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit und schwerere Krankheitsverläufe gibt. Ebenfalls wurde vom vermehrten Auftreten einer SARS-CoV-2-Variante in Südafrika (B.1.351) berichtet, die andere Varianten verdrängt hat, sodass eine erhöhte Übertragbarkeit denkbar ist. Erste Laboruntersuchungen deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit der zugelassenen mRNA-Impfstoffe durch die Varianten B.1.1.7 und B.1.351 offenbar nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Weiterhin zirkuliert im brasilianischen Staat Amazonas eine SARS-CoV-2-Variante, die von der Linie B.1.1.28 abstammt. Nicht notwendige Reisen sollten weiterhin, insbesondere aufgrund der zunehmenden Verbreitung der neuen Virusvarianten, vermieden werden. Alle drei Varianten wurden bereits in Deutschland nachgewiesen. Mit verstärkter Probensequenzierung und Datenerfassung im Deutschen elektronischen Sequenzdaten-Hub wird das Infektionsgeschehen im Rahmen der Integrierten Molekularen Surveillance (IMS) intensiv beobachtet.

Weitere Informationen:

Aktuelle Lage/Situationsberichte

Im RKI Dashboard finden Sie aktuelle Zahlen für Ihre jeweiligen Landkreise/Gebiete.

Steckbrief zu Erreger und Krankheit

Publikationen mit RKI-Beteiligung

Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen

Ein Flyer zu "Wie schützen Sie die Menschen in Ihrer Pflegeeinrichtung vor SARS-CoV-2?" ist am 17.02.2021 erschienen.

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Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland

Wie häufig kommen besorgniserregende SARS-CoV-2-Varianten in Deutschland vor? Die aktuelle Analyse sowie der Bericht (Stand 17.02.2021) sind online verfügbar:

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Antworten auf häufig gestellte Fragen zu COVID-19

Die FAQ "Welche Rolle spielen die neuen, besorgniserregenden Varianten?" und "Was ist beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bzw. eines Mund-Nasen-Schutzes ("OP-Maske") in der Öffentlichkeit zu beachten?" wurden aktualisiert.

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COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Aktualisierungen erfolgten in Fragen zur COVID-Impfempfehlung und Wirksamkeit und Sicherheit (www.rki.de/covid-19-faq-impfen).

In Zusammenarbeit u.a. mit dem RKI wurden zudem auf der Seite www.zusammengegencorona.de/impfen Fragen und Antworten rund um das Thema COVID-19 Impfstoffe zusammengefasst. Aktuelle FAQ zu den COVID-10-Impfstoffen und zum Zulassungsprozess finden sich zudem auf der Seite des Paul-Ehrlich Instituts (PEI).

Das Paul-Ehrlich Institut veröffentlicht zudem wöchentliche Sicherheitsberichte zu COVID-19-Impfstoffen.

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Faktenblatt COVID-19-Impfung

Das Faktenblatt COVID-19-Impfung wurde zweigeteilt und aktualisiert. Nun gibt es für die impfende Ärzteschaft je ein Faktenblatt zu mRNA- und eines zu vektor-basierten Impfstoffen.

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Die neue STIKO-App ist online

In neuem Design, verbesserter Funktionalität und mit neuen Optionen, die auf Entdeckung warten. Das ist neu:

• Komplett überarbeitetes Design für einen moderneren Look;
• Verbesserte Navigation innerhalb der App durch neue Strukturierung der Inhalte;
• Differenzierte Suchfunktion; schnellere und gezieltere Suche nach verschiedenen Inhalten;
• Neue Erklärfilme zum Thema Impfen;
• Push-Funktion für aktuelle News zum Thema Impfen und zu COVID-19.

Die STIKO-App steht in einer neuen Version zum Download zur Verfügung. Neues übersichtlicheres Design, verbesserte Funktionalität und neue Push-Funktion für aktuelle News zum Impfen und COVID-19.

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Testkriterien für die SARS-CoV-2-Diagnostik bei symptomatischen Patienten mit Verdacht auf COVID-19

Änderung gegenüber Version vom 03.02.2021: Fokussierung auf alle Personen mit Symptomen jeglicher Schwere unabhängig von Herbst-/Wintersaison, redaktionelle Änderungen.

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SARS-CoV-2-Testkriterien für Schulen während der COVID-19-Pandemie

Die Empfehlungen richten sich in erster Linie an die für Schulen/Bildungseinrichtungen zuständigen Gesundheitsämter und an die Ärztinnen und Ärzte, welche Personen in diesen Einrichtungen und deren Umfeld betreuen. Darüber hinaus dienen sie der Information und Orientierung für alle für den Schulbetrieb und für die Gesundheit und Hygiene an Schulen verantwortliche Personen. Änderungen zur Version vom 12.10.2020: Fokussierung auf alle Schülerinnen und Schüler mit Symptomen jeglicher Schwere unabhängig von Herbst -/Wintersaison, redaktionelle Änderungen.

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Was ist bei Antigentests zur Eigenanwendung (Selbsttests) zum Nachweis von SARS-CoV-2 zu beachten?

Für den Nachweis einer akuten SARS-CoV-2-Infektion stehen in Deutschland aktuell zwei unterschiedliche Testverfahren zur Verfügung: PCR-Methoden und Antigentests. Beide verwenden Untersuchungsmaterial aus den oberen Atemwegen und sind zur Anwendung durch Fachpersonal vorgesehen.
Der Nachweis von SARS-CoV-2 mittels RT-PCR ist der Goldstandard und zeichnet sich durch eine sehr hohe Sensitivität und Spezifität aus. Allerdings sind bei hohem Probeaufkommen PCR-basierte Tests eine begrenzte Ressource. Laborbasierte Antigentests oder sogenannte „Antigen-Schnelltests“ lassen sich mit deutlich weniger Aufwand durchführen und liefern ein Ergebnis in kurzer Zeit. Sie können allerdings zu einer höheren Anzahl falsch negativer bzw. falsch positiver Testergebnisse führen. Falsch positive Ergebnisse können durch einen nachfolgenden PCR-Test erkannt werden.
Derzeit werden Antigentests, bei denen Probennahme, Testung und Bewertung des Ergebnisses durch medizinische Laien vorgesehen sind, im Rahmen der CE-Kennzeichnung geprüft. Das Epidemiologische Bulletin 8/2021 beschreibt die Chancen, aber auch Risiken und Limitationen bei der Eigenanwendung von Antigen-Selbsttests zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2.

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Aktualisierter Praxisbericht der Fachgruppe COVRIIN: Therapie bei COVID-19

Die Therapieübersicht soll explizit nicht die aktuellen Leitlinien zu COVID-19 ersetzen, sondern einen praktischen Überblick über mögliche Therapeutika mit Wertung durch die Fachgruppe geben.

Änderung gegenüber der Version vom 5.2.2021: Aktualisierung der Informationen über monoklonale Antikörper, Tocilizumab, Kortikosteroide; Ergänzung um Informationen über Colchicin

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Studie CORONA-MONITORING lokal, Berlin-Mitte: Factsheet mit ersten Eckdaten zu Ergebnissen, Methodik, Untersuchungsprogramm

Mit der Studie CORONA-MONITORING lokal wird in vier von COVID-19 besonders betroffenen Regionen untersucht:

• Wie häufig sind Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2?
• Wie hoch ist der Anteil von Infektionen, ohne Krankheitssymptome?
• Bei wie vielen Menschen lassen sich Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen bzw. wie viele Menschen haben bereits eine Infektion durchgemacht?
• Welche Menschen sind häufiger von einer Infektion mit SARS-CoV-2 betroffen?
• Wie oft verläuft die Atemwegserkrankung COVID-19 so schwer, dass Menschen im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt werden müssen?
• Wie sind bisherige Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu bewerten?

Aus der Studie in Berlin-Mitte wurde ein Factsheet mit ersten Eckdaten zu Ergebnissen, Methodik, Untersuchungsprogramm veröffentlicht:

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Corona-Warn-App: Plakat "So teilen Sie Ihren positiven Test in der Corona-Warn-App"

Das Robert Koch-Institut hat zusammen mit der Berliner Agentur "Zum goldenen Hirschen" und dem Bundespresseamt ein Plakat entworfen mit dem Ziel, die Nutzung der Corona-Warn-App weiter zu verbessern. Dieses Plakat für Teststellen & Arztpraxen zeigt, wie's geht. Das Robert Koch-Institut verschickt die Plakate per Post an die Corona-Teststellen in ganz Deutschland. Außerdem kann es unter der Mail-Adresse [email protected] im Format A1 bestellt werden.

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Townhall-Meeting Impfen, BMG, 20.02.2021

Derzeit findet die bisher größte Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands statt, und der Informationsbedarf der Menschen in Deutschland dazu ist groß. Um Fragen zu beantworten, fand am 20.02.2021 ein Townhall-Meeting mit Minister Jens Spahn, Professor Klaus Cichutek (Paul-Ehrlich Institut), Professor Lothar H. Wieler und Professor Thomas Mertens (STIKO) statt.

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Bundespressekonferenz zur Corona-Lage, 19.02. 2021

Am 19.02. fand die Bundespressekonferenz mit Minister Jens Spahn, Professor Lothar H. Wieler und Klaus Holetschek (Bayerischer Gesundheitsminister) zur aktuellen Corona-Lage statt.

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Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die Anzahl der gemäß IfSG meldepflichtigen Nachweise von Erregern mit Antibiotikaresistenzen und C. difficile-Infektionen

Die im Epidemiologischen Bulletin 7/2021 vorgestellte Analyse untersucht, inwiefern sich die Meldungen von Erregern mit Antibiotikaresistenzen und C. difficile-Infektionen gemäß IfSG seit Inkrafttreten der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie verändert haben. Beobachtet wurde ein Rückgang der übermittelten Fallzahlen von Methicillin-resistenten Staphylococcus Aureus (MRSA), C. difficile, Acinetobacter spp. (CRA) und Enterobacterales (CRE). Welche Faktoren genau für diesen Rückgang verantwortlich sind und ob die COVID-19-Pandemie langfristig die Antibiotikaresistenz eher steigert oder verringert bleibt zu untersuchen.

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Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Risikogebiete werden regelmäßig situationsabhängig angepasst.
Die neu ausgewiesenen „Virusvarianten-Gebiete“, „Hochinzidenzgebiete“, „Risikogebiete“ sowie Gebiete, die derzeit nicht mehr als Risikogebiete gelten (s. unten stehend „neu seit der letzten Änderung“) sind wirksam ab Sonntag 31. Januar 2021, um 0:00 Uhr.

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Weitere Informationen zu Themen des Infektionsschutzes finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/infektionsschutz

Weitere Informationen zu COVID-19 finden Sie auf unseren Internetseiten: www.rki.de/covid-19, sowie auf der Seite der BZgA www.infektionsschutz.de/coronavirus und des BMG www.zusammengegencorona.de.

Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App! Jede Nutzerin und jeder Nutzer der Corona-Warn-App leistet einen wichtigen Beitrag zur weiteren Eindämmung der Pandemie. Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Interesse und ihre Beteiligung! www.rki.de/cwa

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Mit freundlichen Grüßen
Ihr RKI

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